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Anmeldung für die DFP Fachtagung 2022

11. April 2022

Ab sofort ist hier die Anmeldung für die DFP-Fachtagung möglich. Alle die schnell sind profitieren Bis zum 31.07. gibt es den verbilligten Preis für Frühbucher.

Weitere Informationen zum Programm gibt es hier.

Ihre Daten

Tagungsgebühr

Bitte überweisen Sie die Tagungsgebühr innerhalb von 14 Tagen nach Erhalt der Anmeldeunterlagen. Bis zum 31.07.2022 erhalten Sie den Frühbucher-Rabatt.

A = DFP-Mitglieder
B = DFP-Mitglieder in Weiterbildung oder Studium mit entsprechendem Nachweis
C = Nicht-DFP-Mitglieder
D = Nicht-DFP-Mitglieder in Weiterbildung und Studierende mit entsprechendem Nachweis

Workshops

Hotelbuchung / Verpflegung

Tagungshotel am Schlossberg
Hildrizhauser Straße 29
71083 Herrenberg
tagungshotel-schlossberg.de

Die Preise sind pro Nacht und Person inkl. Vollpension:

EZ: 166,00 €
DZ: 137,00 €

Die Kosten für Übernachtung und Verpflegung werden bei Ankunft vor Ort bezahlt.

Ich teile mir das Doppelzimmer mit;

Rechtliches

Programm der DFP Fachtagung 2022

26. März 2022

Die DFP-FACHTAGUNG findet dieses Jahr vom 11. – 12.11.2022 im Tagungshotel am Schlossberg in 71083 Herrenberg. Sie wird in Kooperation mit dem
Moreno Institut Stuttgart veranstaltet.

Alle weiteren organisatorischen und inhaltlichen Informationen finden Sie im Flyer.

 

 

 

Informationen zu den Workshops

Der Löwe mit der Clownsmaske - Gestalten und Spielen in der Figurenspieltherapie - Pamela M. Brockmann

Der Löwe mit der Clownsmaske – er wirkt stark, doch hinter seiner Maske versucht er sein trauerndes Herz zu verstecken. Geschöpft wurde er von einem 5jährigen Kind als Ausdruck des Bedürfnisses nach haltender und emotional warmer Begleitung. Entstanden ist diese besondere Gestalt im Rahmen des Therapeutischen Figurenspiels – ein eigenständiger therapeutischer Ansatz, der einen kreativen Weg zur Bewältigung von schwierigen Lebenssituationen bietet. Er basiert auf der Analytischen Psychologie C.G. Jungs und verbindet Ansätze des Psychodramas mit denen der Kunsttherapie.

In diesem Workshop werden die Grundlagen der Figurenspieltherapie vermittelt. Wir wagen uns dabei mitten hinein in das freie Spiel mit kreativen Gestalten aus dem Kosmos der Phantasie und tauchen ein in selbst erschaffene Welten.

Pamela M. Brockmann ist als Figurenspieltherapeutin in eigener Praxis sowie innerhalb der Jugendhilfe tätig und Dozentin an der Höheren Fachschule für Figurenspieltherapie in Olten (CH). Ab 2023 wird sie die Weiterbildung „Angewandtes Figurenspiel“ am Moreno-Institut in Stuttgart leiten. Pamela M. Brockmann ist Psychologin für Entwicklungspsychologie und Pädagogische Psychologie, Diplom-Mathematikerin und Lerntherapeutin.

Kreative Spielideen (nicht nur) für Kinder, Jugendliche und Familien - Judith Maschke

Hier finden Sie attraktive Ideen für Therapie, Kita, Schule und Soziale Arbeit.

Die Spiele sind leicht durchzuführen und benötigen keine große Vorbereitung.

Abwandlungen für Ihr Arbeitsfeld werden besprochen.

Herzlich willkommen!

 

Judith Maschke

Diplom-Sozialarbeiterin (FH)
Spiel- und Theaterpädagogin
Psychodrama-Kindertherapeutin (DFP/PDH)
Coach und Supervisorin (DGSV)
Lehrbeauftragte der DHBW Stuttgart für Psychodrama mit Kindern, Jugendlichen und Familien
Freie Praxis in Stuttgart
Gesellschafterin und Lehrbeauftragte des Moreno Instituts Stuttgart

Politisches Soziodrama - als Co-Creator der existenziellen Bedrohung durch die Klima-Katastrophe begegnen. - Alfred Emilio Weinberg / Maud Bermann

Aus der Perspektive des Schöpfungsgedankens geht es um das Überleben aller Kreaturen, also aller Lebewesen, Menschen, Tieren und Pflanzen.
Die akute Bedrohung unserer Lebensgrundlagen durch die fortschreitende Erderhitzung betrifft uns alle. Zu Recht sprechen die Fridays for Future von der größten Krise der Menschheit.
Mit der globalen „For Future“-Bewegung, u.a. Fridays , Parents , Scientists, auch Psychotherapists for Future, hat sich eine Solidarische Vielfalt von politischen Akteur*innen entwickelt.

– Was können wir als Psycho-, Sozio-, oder Bibliodramatiker*innen dazu beitragen, dieser
existenziellen Bedrohung als Mit-Akteur*innen wirkungsvoll zu begegnen?
– Die kreativen Ansätze der „Grünen Bühne“ des DFP haben schon manche inspiriert.
– Wir werden in diesem Workshop verschiedene Möglichkeiten bzw. Formate erkunden, wie wir uns als „Co-Creators“ in die Bewegung für Klimagerechtigkeit einbringen können.

Alfred Emilio Weinberg

M.A., Psychodrama-Leiter, Kinder- und Jugendlichen-Psychotherapeut und Aktivist der Klimagerechtigkeitsbewegung im Rheinischen Braunkohlerevier, Mit-Initiator des „RWE-Tribunals“

Maud Bermann

Wenn Musik ins Spiel kommt Psychodrama begegnet Musiktherapie - Thomas Blersch-Rieder

Wenn Klänge, Stimmen und Rhythmen auf die Bühne kommen, kann unser Rollenrepertoire einen „Schub“ bekommen. Entfaltung einer lebendigen Kreativität, Spontaneität und Rollenflexibilität werden auf neue Weise angeregt. Der Spielraum der freien musikalischen Improvisation verbindet sich mit dem psychodramatischen Spiel in Rollen. Die Rollenkonserve tritt in den Hintergrund, die körperlich-auditive Wahrnehmung wird aktiviert und der nonverbale Aktionshunger nimmt zu. Gemeinsam wollen wir spielend erforschen, welche Möglichkeiten die Bühne als Klangraum für die psychodramatische Arbeit bereithält – mit Hingabe, Leichtigkeit und Beschwingtheit.

 

Thomas Blersch-Rieder


Psychodramaleiter und Musiktherapeut, langjährige therapeutische Arbeit in der Psychosomatik und mit Menschen mit Persönlichkeitsstörungen

Kreativität des Scheiterns 'Manchmal gewinnst Du. Manchmal lernst Du dazu.' (Volksmund) - Lea Butsch

Geschichten vom Scheitern lustvoll zu betrachten und mit Glanz und Gloria in Szene zu setzen, wird Inhalt des Workshops sein. Dabei begegnen sich Psychodrama und Theater.
Nach einem „warming up“ ist die Bühne frei für Individuelles und Universelles, vor allem aber für das bereichernde Potential der Verwandlung.

Lea Butsch


Dipl. Soz. Päd., Psychodramaleiterin, Suchttherapeutin, Theaterpädagogin, Mitgründerin der Wilde Bühne e. V. und dort tätig von 1990 bis 2021, Leitung von Theaterworkshops, Regiearbeit und Verfassen von Theaterstücken, Seit 2010 Gründung und Leitung des Mehr-Generationentheaters „Theater Rietenau“

'Sei doch mal spontan!' Stehgreifspiel – Gruppenspiel aus dem Blickwinkel von Spontaneität und Kreativität - Michaela Musenja / Monica Baudracco-Kastner

„Sei doch mal spontan!“ – wer kennt diesen Ausspruch nicht und gleichzeitig erinnert er einen an die Geschichte des Tausendfüßlers, welcher im Anschluss an die Frage, wie er es denn schaffe all diese Füße zu koordinieren, über seine eigenen Füße stolpert.

Wie geht das, so einfach spontan zu sein und in welchem Verhältnis steht die Spontaneität zur Kreativität? Im psychodramatischen Kontext benötigen Spontaneität und Kreativität eine Erwärmung, um den sogenannten `creative state` zu erreichen – also den Moment, in dem eine neue Struktur geschaffen wird, oder, wie Moreno schon anmerkte, wir aus der Kulturkonserve aussteigen können.

Der Workshop gibt einen kurzen theoretischen Einblick in den Zusammenhang von Spontaneität und Kreativität. Zudem fördert er die nicht zielgerichtete Kreativität, bei der das Individuum erst zu einem späteren Zeitpunkt die Bedeutung seiner kreativen Leistung erkennt. (vgl. Zeintlinger-Hochreiner 1996:164ff.)

Konkret werden wir Übungen zur Förderung von Spontaneität und Kreativität durchführen und uns gemeinsam Schritt für Schritt dem freien Gruppenspiel widmen. Anschließend reflektieren wir das Geschehene. Was war neu für mich? Gab es Momente im Spiel, in denen mein Denken und/oder Handeln neue Wege gegangen ist? Immer nach dem Motto alles kann – nichts muss.

Michaela Musenja

ist Diplom-Sozialpädagogin, Theaterpädagogin und seit 2006 als Dozentin an der Fakultät Soziale Arbeit der Hochschule Coburg tätig. 2022 schließt Sie die Oberstufe am Moreno Institut Stuttgart ab.

Monica Baudracco-Kastner

ist Diplom-Germanistin, Business Coach (IHK), Psychodrama Leiterin, PDL Trainerin und Ausbilderin. Sie ist seit März 2020 freiberufliche Trainerin und Organisationsberaterin und als Lehrbeauftragte für DaF an der technischen Fakultät der Hochschule Ansbach tätig

Kreative Klassenzimmer - Bettina Plato / Lina Helene Nielitz

Lehrkräfte betreten tagtäglich die Bühne des Klassenzimmers. Dabei sind sie häufig mit Rollenkonserven konfrontiert: „Lehrkräfte müssen alles wissen. Sie sind angemessen gekleidet und haben die Klasse im Griff.“
Dabei gehen die Bedürfnisse der Schüler*innen und Studierenden gerade in der heutigen Zeit deutlich über die reine Wissensvermittlung hinaus.

Das Psychodrama gibt uns die Möglichkeit diesen Bedürfnissen durch eine hohe eigene Rollenflexibilität zu begegnen und kreative Lösungen zu finden, sowohl was die Wahrnehmung der eigenen Rollen anbelangt als auch methodisch bei der Persönlichkeitsbildung sowie der Vermittlung von Kompetenzen.

Im Workshop soll es darum gehen die eigenen Rollen als Lehrkraft zu beleuchten sowie in einen kreativen Austausch über die Erfahrungen mit psychodramatischen Methoden zur Kompetenzerweiterung der Schüler*innen und Studierenden anzuregen und auszuprobieren.

Bettina Plato


Jahrgang 1989, Studium der Sozialen Arbeit und Philosophie, Praxiserfahrung in den Hilfen zur Erziehung,
seit 2018 Lehrerin an einer Fachschule für Sozialpädagogik in Berlin, Psychodrama-Leiterin

Lina Helene Nielitz


Jahrgang 1986, Lehramtsstudium in Hessen in den Fächern Politik und Wirtschaft sowie Mathematik,
seit 2013 Lehrerin an einer Berufsschule in Usingen, Schwerpunkt Fachschule für Sozialwesen,
Psychodrama-Praktikerin, aktuell in Weiterbildung zur Psychodrama-Leiterin

Gruppen/Teams/Organisationen: Menschen kreativ in Bewegung bringen - Klaudia Niepenberg

Gruppen, Menschen, Bedürfnisse und Zeiten sind sehr unterschiedlich.
Was brauchen Teilnehmende in der jeweiligen Situation, um vom Alltag loszulassen, sich für sich selbst, die anderen, das Thema zu öffnen und aktiv mitzumachen?
Das Warming Up schafft Atmosphäre in der Gruppe und stärkt die Gruppenkohäsion. Hier viele unterschiedliche Elemente und Übungen im Koffer zu haben, hilft nicht nur gut vorbereitet, sondern auch spontan, Situationen und Stimmungen begegnen zu können.
In dem Workshop werden kreative Anwärmungen ausprobiert und deren Wirkung für den Einsatz in verschiedenen Settings reflektiert.

Klaudia Niepenberg

Dipl. Sozialpädagogin, Psychodrama-Leiterin (DFP), Systemische Coachin (DGSF), Playback-Theater graduiert, Mitglied im Playback Theater Köln, Weiterbildungsleiterin am Moreno Institut Stuttgart

In mir: Mein*e Schöpfer*in Löwin, Held, Göttin, Künstler, Mäuschen, Dämon, Stern - kreative Entdeckung & Begegnung - Nadine Stahr / Anke Carraro-Walter

In diesem Workshop werden wir der schöpferischen Kraft in uns begegnen.
Wir entdecken, wie sie uns in unserem Alltag unterstützen und Quelle für Inspiration sein kann. Mit unterschiedlichen kreativen Techniken wie Imaginationsübungen, malerischen Methoden, Bewegung und psychodramatischen Elementen entstehen innere Bilder – unser Schöpfer*in.
Ziel ist die Lust am eigene Wachstum durch herausfordernde Zugänge wieder neu zu entdecken und das eigene methodische Repertoire zu bereichern.

Nadine Stahr


Psychodramtikerin
Heilpraktikerin
Entspannungspädagogin
Betreuungshelferin in einer Sozialpsychatrie
Integrative Psychotherapeutin

Anke Carraro-Walter


Psychodramaleiterin und Weiterbildungsleiterin Stuttgart
Supervisorin & Coach (DGSv)
Personenzentrierte Gesprächsführung
Mag. Soziologie/Erzeihungswissenschaften
Dozentin für Beratung, Seelsorge, Gruppendynamik EHB

DFP Fachtagung 2021 – GemEINSAMkeiten Perspektiven aus Psychodrama und Psychoanalyse

15. Dezember 2021


Unter den gegebenen Umständen und entsprechenden
Vorsichtsmaßnahmen fand am 11. + 12. November 2021
die DFP Fachtagung – GemEINSAMkeit – Perspektiven aus
Psychodrama und Psychoanalyse mit 73 TeilnehmerInnen,
RednerInnen und WorkshopleiterInnen in den Räumen
der IPU, Berlin, statt.

 

 

Die psychodramatische Anwärme für die Großgruppe leitete Dr. Ullrich Ahrens.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Auf dem Podium diskutierten anschließend
(v.l.) moderiert von Annette Bruhn
Prof. Dr. Karsten Krauskopf,
Prof. Dr. Christa Rohde-Dachser,
Dr. Jutta Fürst,
Prof. Dr. Christine Kirchhoff

 

 

 

 

 

Nikolaos Takis, Ph.D. inspirierte
mit seinem Vortrag „Reflexionen
über Morenos ambivalente Sicht
auf Sigmund Freud und die
Psychoanalyse“ zu neuen Sichtweisen
auf Psychodrama und Psychoanalyse

 

 

 

Die Tagungs-Workshops boten auch in diesem Jahr viel Raum für Aktion und gemeinsames Handeln.

 

    

   
(Fotos: Martina Neumeyer)

Wir danken allen Aktiven in der Vorbereitungsgruppe 2020 und 2021 besonders Annette Bruhn, Dr. Frank Sielecki, Prof. Dr. Konrad Schnabel und ganz besonders Gabriele Stiegler und ihrem Institut, dem Psychodrama Forum, Berlin, dass in diesem Jahr unser Kooperationspartner war.

Wir danken der International Psychoanalytic University (IPU), Berlin, für die Unterstützung und Gastfreundschaft bei unserer diesjährigen Fachtagung.

Hinweise und Rückmeldungen im Nachklang zur Tagung, sind willkommen unter der Mailadresse info@psychodrama-deutschland.de

Das Vorstandsteam
Maud Bermann, Angela Christoph, Sophie von Knebel, Gudrun Koch, Rebecca Naumann, Martina Neumeyer, Prof. Dr. Konrad Schnabel

Moreno und Freud – Vortrag von Nikolaos Takis, Klinischer Psychologe

14. Dezember 2021

Nikolaos Takis, Ph.D., Klinischer Psychologe, Psychodramatiker und Psychoanalytiker

Vortrag am 13. November 2021 im Rahmen der DFP Fachtagung
„GemEINSAMkeit – Perspektiven aus Psychodrama und Psychoanalyse“

Titel: Reflexionen über Morenos ambivalente Sicht auf Sigmund Freud und die Psychoanalyse

 

Das Konzept des Vaters in Morenos Schriften

In Morenos Schriften gibt es zahlreiche Hinweise auf das Konzept des „Vaters“. In dem Buch „Die Worte des Vaters“ (1941) entwickelt er nicht nur die Philosophie der „Mit-Kreativität“ und Mitverantwortung, sondern er verbindet auch den „Vater“ mit dem Konzept von Gott und Schöpfung und führt so eine weitere zentrale Idee seiner Theorie ein.

In seiner Autobiografie gibt er zu, dass er an einem „Vaterschaftssyndrom“ litt, was ihn besonders aggressiv gegen jeden machte, der für irgendeine seiner Ideen Vaterschaft beanspruchte, sie veränderte oder missbrauchte (Moreno, 2019: 43).

Psychodrama und Psychoanalyse

Die Beziehung zwischen Jacob Levy Moreno und der Psychoanalyse ist umstritten – Moreno widersetze sich der Idee der Vorbestimmung menschlichen Verhaltens, die er in Freuds Theorie postuliert sah. Er erkannte jedoch die Bedeutung von Freunds Entdeckungen an und war an den Entwicklungen der Psychoanalyse interessiert. In der psychodramatischen Theorie verknüpft er oft wichtige Schlüsselbegriffe der Psychoanalyse wie Übertragung und Gegenübertragung.

Die erste Begegnung mit Freud

Moreno berichtet wie er mit Anfang 20 (ca. 1911/1913), als begeisterter, ungestümer Student der Medizin und sozialer Aktivist auf den 55 Jahre alten Freud trifft.

Freud hatte gerade an der Universität Wien einen Vortrag über telepathische Träume gehalten, in dem er die Träume eines Patienten analysierte. Moreno berichtet, dass er sich am Ende des Vortrags an Freud gewandt habe, um sich nach seiner Arbeit zu erkundigen, und ihm gesagt habe:

„Nun, Herr Freud, ich fange dort an, wo Sie aufbrechen. Sie treffen Menschen in der künstlichen Umgebung Ihres Büros. Ich treffe sie auf der Straße und in ihren Häusern, in ihrer natürlichen Umgebung. Sie analysieren ihre Träume. Ich gebe ihnen den Mut, wieder zu träumen. Sie analysieren und zerreißen sie. Ich lasse sie ihre widersprüchlichen Rollen ausfüllen und ihnen helfen, die Teile wieder zusammenzufügen.“ [Moreno 2019:187]

Moreno gab zu, dass er gehofft hatte, den berühmten Professor mit seinen Ideen zu beeindrucken. Es ist bemerkenswert, dass dieser Vorfall weder von Freud noch von einem seiner Jünger oder Biographen bestätigt oder überhaupt berichtet wurde. Die Richtigkeit des Moreno-Kontos kann nicht überprüft werden. Unabhängig davon, ob es tatsächlich stattgefunden hat oder nicht, wird es oft unter Psychodramatikern diskutiert und in Psychodramen als wichtiger Moment in Morenos Leben dargestellt.

Moreno liebte es, „Mythen“ über seine Vergangenheit und Kindheit zu verwenden, zum Beispiel die Geschichte seiner Geburt. Er behauptete, dass er auf einem Schiff geboren wurde, während er das Schwarze Meer überquerte (Marineau, 1989). Auch wenn dies eine fiktive Nachzählung war, wurde sie zu einem integralen Bestandteil von Morenos Geschichte, wie sie in ihrer subjektiven „überzähligen Realität“ seiner Fantasie konstruiert wurde. Als solches wurde es auch Teil der Mythologie und Tradition des Psychodramas, die wir alle als Mitglieder der Psychodrama-Gemeinschaft teilen.

Es gibt keine Informationen darüber, ob Moreno in den folgenden Jahren noch weiter an das Gespräch gedacht hat. Vielleicht hoffte er, der berühmte Professor wäre begeistert von seinen Ideen und wolle gerne mehr wissen. Die Kühnheit seines Ansatzes (d.h. „Ich beginne dort, wo man aufgehört hat“) und die eher arrogante Haltung gegenüber dem anerkannten „Vater“ der Psychoanalyse, blendete Moreno aus. Es schien, als würde Moreno Freud als intimen Freund und gleichzeitig als Gegner ansprechen, wie ein Kind/Jugendlicher einen Elternteil anspricht.

In den frühen 20er Jahren entwickelte Moreno seine Ideen und Konzepte, u.a. zur Soziometrie und etablierte das „Theater der Spontaneität“. In der Zeit lernte er mehrere Psychoanalytiker kennen (u.a. Helen Deutsch und Theodor Reik), die Freud damals nahestanden.

Morenos zweiter Versuch, sich dem Begründer der Psychoanalyse zu nähern, war 1924 als er das Buch zum „Stegreiftheater“ veröffentlichte. Er bat Theodor Reik Freud sein Buch zu übergeben und von dessen Eindruck zu berichten. Reik erzählte Moreno, dass er keine Rückmeldung erhalten hatte. Moreno Interpretation von Freuds Schweigen war wie folgt: Er glaubte, dass Reik, weil Freud Reiks kürzlich erschienenes Buch nicht mochte, Moreno seine Kommentare zum Theater der Spontaneität verheimlichte. Wie Marineau (1989:176) betont, haben wir hier eine erste Manifestation der Geschwister-Rivalität, die in den kommenden Jahrzehnten immer wieder zwischen Moreno und der nächsten Generation von Psychoanalytikern auftreten wird. Er schien nicht zu glauben, dass eine andere Erklärung eine Option war. In Wirklichkeit war dies nicht der Fall. Freud hatte Sich damals positiv zu Reiks Buch geäußert (Reik, 1956).

Dies war der letzte Versuch Morenos, mit Freud zu kommunizieren. Es scheint, als wollte Moreno Freud seine Arbeit und seine Ideen vorstellen, seine Aufmerksamkeit bekommen – aber er hat nie versucht ein persönliches Treffen zu arrangieren. Er stand einigen von Freuds Jüngern nahe, hielt sich aber vom „Vater“ fern.

Morenos Beziehung zum eigenen Vater

1926 verließ Moreno Wien. Er wanderte in die Vereinigten Staaten aus, nachdem er seinen Namen geändert hatte. Der Vorname des Vaters, Moreno, wurde der Nachname des Sohnes. Was könnte diese Änderung bedeuten? Ein Jahr zuvor, 1925, verstarb sein Vater Moreno Nissim Levy. Er hatte die letzten Jahre seines Lebens in Bukarest, Istanbul und anderen Orten in den Balkanländern verbracht, entfremdet von seiner Familie. Es ist nicht bekannt, wann Jacob Levy seinen Vater zuletzt sah. Moreno idealisierte seinen Vater, wartete immer auf Aufmerksamkeit und war überzeugt von dessen Glauben in seine Fähigkeiten.

Moreno Nissims Tod besiegelte dauerhaft die Erwartungen seines Sohnes an väterliche Gegenwart und Wertschätzung, nach denen er sich seit seiner Kindheit gesehnt haben muss. Die Wahl des Reiseziels hängt möglicherweise auch mit dem Vater zusammen. Moreno schreibt in seiner Autobiografie (2019:136), dass die Idee, in die Vereinigten Staaten zu wandern, in den Köpfen seines Vaters geköchelt haben muss, als die Familie in seiner Jugend nach Berlin zog.

Die zweite Begegnung mit der Psychoanalyse

Die zweite „Begegnung“ zwischen Moreno und Psychoanalyse fand 1931 statt. A. Brill, einer der prominentesten Jünger Freuds, lud ihn zur Convention der American Psychiatric Association ein, um ein Diskutant seiner Arbeit mit dem Titel „Lincoln as a humorist“ zu sein, die ein eher negatives Bild des ehemaligen amerikanischen Präsidenten darstellte. Moreno kritisierte den Inhalt des Artikels scharf und attackierte Brill, weil er einen Verstorbenen einer solchen psychoanalytischen Bewertung unterwarf. Er griff ihn auch auf einer persönlicheren Ebene an.

Ich war schon in Wien ein unverblümter Kritiker der Psychoanalyse. Brill muss von meinen radikalen Theorien über die Gruppe und das therapeutische Theater gewusst haben. Ich war gefährlich, nicht so sehr, weil ich seine Grenzen kannte, sondern vor allem, weil ich Methoden entwickelt hatte, die die Zukunft, wie ich behauptete, als überlegen erweisen werden….Er fürchtete, dass er ein verlorenes Spiel spielte. Er fühlte sich schuldig und Freud war nicht da, um ihm zu helfen, und in einer masochistischen Stimmung, mit einer dreisten Geste rief er genau den Mann auf, dessen Produktions- und Darstellungsweisen ihm ebenso geheimnisvoll gewesen sein sollten wie die von Abraham Lincoln.“ [Moreno, 2019: 53]

Hier versuchte Moreno eine eher psychoanalytische Interpretation von Brills Verhalten (Marineau, 1989:128). Es scheint, dass Moreno Brill und Psychoanalyse angreift – auf theoretischer und persönlicher Ebene. Er beschuldigte ihm eine Schlüsselfigur der amerikanischen Geschichte zu „beleidigen“ und charakterisierte ihn in einem negativen Licht.

Es gibt zwei Hypothesen, die hier formuliert werden können. Die erste ist, dass Moreno, der wahrscheinlich nicht damit rechnete, eine so feste Psychoanalyse in den Vereinigten Staaten zu finden (Marineau, 1989: 128), es als „System“ abwerten wollte, und seinen Hauptvertreter, A. Brill, in den Augen der amerikanischen psychiatrischen Gemeinschaft. Er wollte Psychodrama als alternative Behandlungsmethode vorschlagen, an der Stelle des psychoanalytischen Systems.

Moreno, der Brill angreift, „zahlt“ Freud zurück, weil er ihm nicht die Anerkennung gab, die er sich in Wien ersehnt hatte. In dem Satz „er fühlte sich schuldig und Freud war nicht da, um ihm zu helfen“ wird das Konzept des vaterlosen Sohnes neu artikuliert. Dies ist höchstwahrscheinlich der Hauptgrund für seinen Unmut. Daher ist die zweite Hypothese, dass Moreno durch diesen Verweis auf Brill seinen persönlichen Missstand projiziert, als weder Freud noch irgendeine andere väterliche Figur, ob real oder symbolisch, da war, um ihm zu helfen, in der Zeit, in der er sie am dringendsten brauchte.

Das Psychodrama von Freud

1967, 35 Jahre nach diesem Vorfall und 28 Jahre nach Freuds Tod 1939, schrieb Moreno die Monographie „Das Psychodrama von Sigmund Freud“. In diesem kurzen Artikel beschrieb er noch einmal den Vorfall mit Brill und ging auf seine Kritik an der Psychoanalyse ein. Zu diesem Zeitpunkt war er 78 Jahre alt und nach fünf Jahrzehnten harter und kreativer Arbeit war es ihm gelungen, Psychodrama als anerkannte und effektive Methode der Psychotherapie und Förderung gesunder sozialer Interaktionen zu etablieren. Als „Vater“ eines anderen theoretischen Systems und nicht als rebellischer Sohn kehrte er zur Frage seiner Beziehung zu Freud zurück.

Der Titel der Monographie ist absolut symbolisch! Er gründete eine Szene auf einer imaginären Psychodrama-Bühne, in der Freud der Protagonist war. Das könnte für ihn eine Möglichkeit gewesen sein, endlich seinen langanhaltenden Wunsch zu besänftigen, Freud für ihn und seine Ideen zu interessieren. Aus dieser Perspektive betrachtet, könnte die Monographie als imaginärer Dialog zwischen den beiden Männern wahrgenommen werden, in dem Moreno versucht, den Professor von den Vorteilen des Psychodramas und seiner Theorie zu überzeugen. Er ging noch einmal darauf ein, wie wichtig es ist, dass der Patient während der Sitzung aktiv Rollen übernimmt, anstatt ihn passiv auf der Couch liegen zu lassen, frei assoziierend, ohne Sichtkontakt mit dem Psychoanalytiker. Moreno glaubte an die Gegenseitigkeit der Begegnung zwischen Therapeut und Patient, eine Beziehung, die voller potenzieller Kreativität und Spontaneität sein sollte.

Interessanterweise tat er hier das, was er Brill vorwarf, indem er über einen Verstorbenen und seine Ideen sprach, ohne dass er die Möglichkeit hatte, darauf zu reagieren. Als Einschätzung seines Treffens mit Freud schreibt Moreno in seiner Autobiografie:

„Außer meiner biologischen ‚Sohnschaft‘ war ich nie in der Lage, ein ‚Sohn‘ für irgendjemanden zu sein. In meinem frühen Leben habe ich sehr früh versucht, ‚Vater‘ zu werden. Obwohl ich jugendlich war, war ich genauso unnachgiebig wie Freud. Wir waren beide ‚Väter‘, Herrscher – in meinem Fall in Erwartung. Es war, als ob der unbekannte Häuptling eines afrikanischen Stammes den König von England traf. Genauso war es ein Vater gegen den anderen. Zu der Zeit war Freuds Königreich größer als mein Reich, aber wir waren beide auf demselben Planeten.“ (Moreno, 2019:188).

Moreno sah sich als „unbekannter Häuptling eines afrikanischen Stammes“. Die unterschiedlichen Ursprünge von Psychodrama und Psychoanalyse werden hier hervorgehoben. Ersteres ist von einem „dionysischen“ Abstieg abgeleitet, verbunden mit den innovativen Tendenzen in Kunst und Philosophie des frühen 20. Jahrhunderts, während letztere eher ein „apollonischer“ Ursprung ist, eher intellektuell und wissenschaftlich, im Zusammenhang mit der Prävalenz des Positivismus im späten 19. Jahrhundert (Pines, 1987).

Darüber hinaus steht die Vorstellung des Königs von England und des Häuptlings des afrikanischen Stammes indirekt in Zusammenhang mit dem Mythos, den Freud in „Totem und Tabu“ (1913) erzählt: der Häuptling der primitiven Horde, der alle Vorteile seines Status genießt und bei seinen Söhnen Neidgefühle hervorruft. Die Söhne beschließen, den Vater zu ermorden und seine Leiche zu essen. Auf diese Weise integriert jeder einen Teil des Vaters, ohne ihn jemals zu ersetzen oder so wichtig zu werden, wie er war. So hat Moreno vielleicht das Verhältnis von Freuds Nachfolgern zum Vater der Psychoanalyse wahrgenommen. Er war der Ansicht, dass es dem psychoanalytischen System, das nach Freuds Tod entstand, an Originalität, Kreativität und der Inspiration fehlte, die die ursprüngliche Freudsche Theorie durchführte. Im Gegenteil, er schien großen Respekt vor Freud als Vaterfigur gehabt zu haben, obwohl er kein „Sohn“ für ihn war. Dies könnte der Grund für den unaufhörlichen Streit mit A. Brill, S. R. Slavson und anderen Schlüsselfiguren der post-Freudschen Psychoanalyse in den USA gewesen sein: das latente Gefühl des Wettbewerbs, der Geschwister-Rivalität möglicherweise, da er dachte, dass Freuds Theorie nicht angemessen entwickelt und von ihnen verdient behandelt wurde. Infolgedessen trugen Morenos direkte Angriffe auf die Psychoanalyse in den folgenden Jahrzehnten zu einer zögerlichen oder in vielen Fällen abweisenden Haltung von Psychoanalytikern der zweiten Generation gegenüber Psychodrama bei.

Morenos Haltung gegenüber den Vätern

Morenos zweideutige Haltung gegenüber Freud muss weiter untersucht werden – auch unter Berücksichtigung seiner Beziehung zum eigenen Vater. Jakob verehrte seinen Vater, trotz dessen langen Abwesenheiten, der finanziellen Not und der unglücklichen Beziehung der Eltern. Der Vater war bei Jakobs Geburt abwesend, und seine Geburtsurkunde wurde von einem seiner Onkel unterzeichnet. Diese Abwesenheit hätte zu dem „psychodramatischen Mythos“ beigetragen, den Jakob später schuf, als er auf einem Schiff geboren wurde. Es könnte eine Möglichkeit für ihn gewesen sein, die Abwesenheit seines Vaters zu leugnen, um das Gefühl eines möglichen väterlichen Mangels zu beschwichtigen, den er hätte erfahren können.

Er war in seinen Jugendjahren mehrmals mit ihm gereist. Diese Reisen müssen in seinem Gedächtnis als kostbare Erfahrungen geschätzt worden sein. Es müssen Momente gewesen sein, in denen der junge Jakob endlich das hatte, was ihm fehlte und nach denen er sich enorm sehnte: die Gegenwart, das Interesse und die Liebe seines Vaters. Während seines frühen Erwachsenenalters hatte er keinen regelmäßigen Kontakt zu seinem Vater. Die Scheidung der Eltern führte zu knappen Treffen mit ihm. Diese Entwicklung muss ihn erheblich beeinflusst haben, und er soll melancholischer geworden sein.

Es ist möglich, dass Moreno seinen Vater idealisiert hatte, um mit seiner Abwesenheit fertig zu werden. Eine Arbeitshypothese ist, dass er seine Gefühle für seinen Vater auf Sigmund Freud übertragen hatte: Er erwartete, dass Freud Interesse an seinen Ideen zeigen würde, da er erwartete, dass Moreno Nissim ihm näher war. Interessanterweise wurden beide im Jahr 1856 geboren.

Psychodrama und Psychoanalyse

Zweifellos haben auch andere wichtige Faktoren wie sein philosophischer Hintergrund, seine Offenheit für neue Ideen und die vielfältige Kultur Wiens zu Beginn des 20. Jahrhunderts zur Entwicklung von Morenos Theorien und Psychodrama beigetragen. Obwohl er den Entwicklungen der psychoanalytischen Theorie skeptisch gegenüberstand, wurde er gegen Ende seines Lebens weniger kritisch. Dies ist auch auf die Anerkennung der Bedeutung der Gefühle des Therapeuten gegenüber dem Patienten zurückzuführen, die von den Psychoanalytikern als Gegenübertragung bezeichnet werden, als therapeutisches Werkzeug, wie aus dem klassischen Papier von Paula Heimann (1950) hervorgeht. Für Moreno wurde dieser Wandel als ein Schritt in Richtung Konvergenz zwischen den beiden Ansätzen wahrgenommen. Es wurde postuliert, dass es für Moreno bedauerlich war, Psychodrama inmitten der Prävalenz Freud’scher Ideen eingeführt zu haben (Feasey, 2001).

Ich könnte jedoch auch das Gegenteil argumentieren: durch die ständige Konfrontation mit psychoanalytischem Denken und dessen Gründer war es erst möglich, dass Psychodrama, dieser reiche, kraftvolle und effektive Ansatz in der Psychotherapie, erzeugt und etabliert wurde.

Durch seine Opposition gegen die Passivität der Couch schlägt Psychodrama die Aktivität der Bühne vor, um aus einem anderen Weg die dunklen Gebiete des bewussten und unbewussten Lebens zu erforschen und zu entdecken. Darüber hinaus bietet Psychodrama durch die Aktivierung des Körpers und seiner Reminiszenzen, die sich auf die tatsächliche Erfahrung des Individuums konzentrieren, ohne die Vermittlung von Verbalisierung, eine breite Palette von Werkzeugen auf der Suche nach subjektiver Wahrheit, dem ultimativen Ziel der Psychotherapie. Dieser Vorschlag wurde von der zeitgenössischen Psychoanalyse akzeptiert, was zu einer Komplementarität der beiden Methoden führte, wie Paul Holmes (2015), Didier Anzieu (1956/2015) und viele andere in den letzten Jahrzehnten vorgeschlagen und praktiziert haben. Der fruchtbare Dialog zwischen ihnen hat den Angehörigen der psychischen Gesundheit und den Empfängern ihrer Dienste noch viel zu bieten.

DFP Fachtagung 2021 – „GemEINSAMkeit – Perspektiven aus Psychodrama und Psychoanalyse“ – Flyer und Workshop Information

2. Dezember 2021

Die DFP Fachtagung bleibt auch 2021 in Berlin.
Dank der Flexibilität aller Podiumsgäste, ModeratorenInnen und Workshop-LeiterInnen können wir das Programm nach aktueller Information so halten wie für 2020 geplant.

Wir freuen uns darauf euch/Sie dann unter den möglichen Rahmenbedingungen begrüßen zu dürfen und gemeinsam eine inspirierende und persönlich bewegende Tagung mit euch/Ihnen allen zu erleben.

Thema: Perspektiven und Gemeinsamkeiten von Psychodrama und Psychoanalyse
Datum: 12. + 13. November 2021
Start: Freitag, 13.30 Uhr,  Abschluss: Samstag, 17.15 Uhr
Ort: International Psychoanalytic University (IPU), Stromstraße 1, 10555 Berlin
Kooperationspartner: Psychodramaforum Berlin unter der Leitung von Gabriele Stiegler

Anmeldeschluss war der 01.10.2021.

Alle weiteren Informationen gibt es im Tagungs-Flyer.

Informationen zu den Workshops

Was tun wir, wenn wir im Psychodrama tun, was wir tun? Spontaneität, Abwehr und die psychodramatische Konfliktverarbeitung / Reinhard T. Krüger

Moreno beschrieb das Ergebnis der psychodramatischen Konfliktverarbeitung mit den Worten: „Jedes wahre zweite Mal ist eine Befreiung vom ersten.“ Der Einzelne wird durch das „wahre zweite Mal“ spontan. Er kann frei kreativ in einer alten Situation neu handeln oder in einer neuen Situation angemessen handeln.

Die Konfliktverarbeitung des Protagonisten ist vor dem psychodramatischen Spiel mehr oder weniger stark durch Abwehr blockiert. Die verschiedenen Arten der von der Psychoanalyse konzipierten Abwehr werden Abwehrmechanismen genannt. Es gibt eine enge Beziehung zwischen den Psychodramatechniken und den Abwehrmechanismen: Die Abwehrmechanismen sind blockierte Werkzeuge des Mentalisierens. Die zentralen Psychodramatechniken sind ebenfalls Werkzeuge des Mentalisierens, sie verwirklichen die Werkzeuge des Mentalisierens im Als-ob-Modus des Spiels aber frei kreativ. Jede der acht zentralen Psychodramatechniken befreit die Konfliktverarbeitung aus der Fixierung in einen der acht Abwehrmechanismen. Das ist die Essenz des Psychodramas.

Literatur: Reinhard T. Krüger (2020). Störungsspezifische Psychodramatherapie. Göttingen: Vandenhoeck & Ruprecht, 2. überarbeitete Auflage.

Reinhard T. Krüger, Dr. med., Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapeutische Medizin in eigener Praxis. Schwerpunkte: Störungsspezifische Psychodramatherapie, psychodramatische Einzeltherapie und theoretische Begründung des Psychodramas. Ausbildungsleiter und Supervisor für Psychodrama am Moreno-Institut Edenkoben/Überlingen.
Krüger, R. T., Riethof 7, D-30916 Isernhagen, Deutschland, E-Mail: krueger.reinhard@htp-tel.de

Innere und äußere Begegnungen am Beispiel - transgenerationaler Spuren kollektiver Traumata / Hilde Gött, Dania Appel, Elinor Zalmona und Manfred Jannicke

In diesem Workshop wird ein Raum geschaffen, um die verschiedenen Internalisierungen von Erfahrungen in (individuellen) Rollen zu erleben, wie
• „Ich“ und „Du“ (Lacan)
• „Opfer“ und „Täter*in“
• transgenerationale Vermächtnisse
• als Partei in persönlichen und / oder kollektiven Konflikten.
Wenn wir es nicht schaffen, der jeweils „anderen Seite“ zu begegnen, bleiben wir in Einsamkeit.
Alle Begegnungen werden auf ihre transgenerationalen Hintergründe wie den 2. Weltkrieg, die Shoah, die Teilung Europas, das Leben auf beiden Seiten des eisernen Vorhangs, … bezogen. Aktuelle Folgen dieser historischen Konflikte sind zum Beispiel Konflikte an den Grenzen Europas, Flucht und Vertreibung, Minderheiten – Mehrheiten, bis hin zum Umgang mit den Folgen der Corona Pandemie…

Die Erfahrungen in unseren Workshops können zu neuen inneren und äußeren Begegnungen mit „dem Anderen“ und „dem Fremden“ führen. Unser Ziel ist dabei nicht Vergebung oder Versöhnung, sondern das Finden neuer Wege der Anerkennung, des Zusammenlebens und des Respekts für die Erinnerungen Anderer durch Dialog. Siehe auch: transgenerationalencounter.de
Wir arbeiten mit Methoden aus dem Psychodrama und der Expressive Arts Therapy.
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Hilde Gött geboren in Rumänien als Enkelin von SS-Mitgliedern, deren Frauen nach Sibirien deportiert wurden. MSc. Psychotherapie, Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeutin. Sie ist zertifizierte Trainerin und Supervisorin der Psychodrama Association für Europa e.V. (PAfE) und DGSv. Sie unterrichtet und supervidiert seit mehr als 25 Jahren in Deutschland und Europa. Mit Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen arbeitet sie im Bereich Trauma, häusliche und politische Gewalt.

Elinor Zalmona-Bollag in Israel als Enkelin polnischer Immigranten geboren. Die Eltern, Schwester und Bruder der Großmutter wurden zusammen mit den meisten Juden des Stettels im Wald bei Konin in Polen ermordet. Sie studierte Anthropologie und Theater an der Hebrew Universität in Jerusalem und ist zertifiziert als Psychodramatikerin. Sie arbeitet mit Kindern und deren Eltern als Gruppenleiterin im klinischen, sozialen und pädagogischen Bereich und ist Mutter von vier Töchtern.

Dania Appel geboren in der Schweiz als Tochter eines Überlebenden der Shoah. Ihr Vater konnte zusammen mit seiner kleinen Schwester im letzten „Kindertransport“ von Berlin nach England entkom-men. Alle anderen Mitglieder der deutschen Familie wurden in Auschwitz ermordet. Ausgebildet in Erziehungs¬wissenschaften, C.A.G.S. in Intermodal Arts Therapy, zertifizierte Trainerin in Transgenera-tional Therapy, arbeitet Dania mit Alkoholabhängigen, als Ausbilderin und Lehrerin in Intermodal Arts Therapy, in ihrer privaten Praxis wie auch als Gruppenleiterin in sozialen und Krankenhauskontexten. Sie lebt in Genf.

Manfred Jannicke 1965 in Berlin in eine Familie geboren, die zur einen Hälfte aus Nazis bzw. Wehr-machtsangehörigen und zur anderen Hälfte aus überlebenden Sozialist*innen und Kommunist*innen bestand (3. Generation). Dipl.Soz.Pädagoge, Leiter einer diakonischen Organisation zum Schutz von Kindern und Jugendlichen, Psychodramaleiter(DfP/PIfE), Supervisor, Krankenpfleger, Vater von zwei Kindern.

Sprachen: Deutsch, Englisch, Französisch, Hebräisch, Rumänisch.

Internal and external encounters using the example of transgenerational traces of collective trauma

We will create a space to experience different internalizations of roles like
• „Me“ and „You“ (Lacan)
• „victim“ und „perpetrator“
• transgenerational legacy
• as a party in individual and / or collective conflicts.
If we do not succeed in encountering the opposite side of these role pairs we stay lonely.
We refer all encounters in our workshops to the transgenerational backgrounds as WW2, Shoah, the division of Europe, life on both sides of the “iron curtain”, … . Actual outcomes of these historical events are for example European border conflicts, flight and expulsion, minority – majority issues, up to the effects of the Corona pandemic, … .
The experiences in our workshops can lead to new internal and external encounters with „the other“ and „the different“. They may not lead to forgiveness or reconciliation but to find new ways of recognition, co-existence and respect for the different memories through dialogue. See also: transgenerationalencounter.de
We work with methods of Psychodrama and Expressive Arts Therapy.

Hilde Gött– born in Romania as a granddaughter of SS members whose wives were deported to Siberia. Trainer Director, MSc Psychodramapsychotherapy. Hilde is Certified Trainer and Supervisor (DGSv) of Psychodrama for the “Psychodrama Association for Europe”(PAfE) and has been teaching more than 20 years in Germany and Europe.
She is a Children and Adolescent Therapist, focusing on trauma, domestic violence and suicidal cases.

Elinor Zalmona- Bollag– Born in Israel as a granddaughter of immigrants from Poland. Her parents, sisters and brothers of her grandmother were killed by the Nazis in the forest near Konin, Poland, together with the majority of the town’s Jewish community. Graduated from the departments of Anthropology and Theater Studies at the Hebrew University, Jerusalem, certified as Expressive Arts Therapist specialized in psychodrama. Elinor works especially with children and parents in the private and public sectors and as group’s facilitator in clinical, social and educational context.

Dania Appel– born in Switzerland as a daughter of a survivor of the Shoah. Her father, together with his little sister, managed to escape from Berlin to England with the last «Kindertransport». All the other members of the german family were killed in Ausschwitz. Graduated in Educational Sciences, C.A.G.S. in Intermodal Arts Therapy, certified trainer in Transgenerational Therapy, she works with alkohol addicted people, as a teacher and therapist in the Intermodal Arts Therapy training, in her private praxis, as well as a group facilitator in social and hospital contexts.
Manfred Jannicke– born 1965 in West Berlin into a family consisting of NSDAP/Wehrmacht members to the one and socialist/communist party members to the other side. Manfred is a male nurse, social pedagogue, certified Leader of Psychodrama (PAfE/DFP) and Supervisor. He serves as head of a diaconal organisation for protection and welfare of children, adolescents and their families.

Manfred Jannicke– born 1965 in West Berlin into a family consisting of NSDAP/Wehrmacht members to the one and socialist/communist party members to the other side. Manfred is a male nurse, social pedagogue, certified Leader of Psychodrama (PAfE/DFP) and Supervisor. He serves as head of a diaconal organisation for protection and welfare of children, adolescents and their families.

Possible languages: German, English, French, Hebrew, Romanian

EINSAMER NIE / Agnes Dudler und Eckhart Neumann

Im Psychodrama gehen wir davon aus, dass Menschen Gruppenwesen sind, für die Verbundenheit und Zugehörigkeit essentiell sind. Durch die Coronakrise wurde für manche Einsamkeit schmerzhaft erlebbar während andere sich in ihren Bezugsgruppen gut aufgehoben fühlten.  

Was führt sonst dazu, oder was tut jemand dafür, sich einsam zu fühlen und nirgends zugehörig? Was machen andere anders oder haben sie einfach mehr Glück? Die Frage, wie man aus ungewollter Einsamkeit heraus und in einen Zustand von Geborgenheit gelangen kann, beschäftigt uns in manchen Behandlungen.

In diesem Workshop stellen wir Gottfried Benns Gedicht „Einsamer nie“ neben das Gedicht von Dietrich Bonhöffer, „Von guten Mächten wunderbar geborgen“. Wir werden uns in diesem Workshop dem Thema über Lyrik und Bilder nähern und es in Szenen und psychoanalytischer Reflektion untersuchen.

Agnes Dudler, Psychodramatikerin,

Jg. 1946, Diplom-Psychologin und Diplom-Pädagogin; Beratung, Coaching, Psychotherapie und Supervision in freier Praxis in Bonn; Gründerin und 20 Jahre Leitung des Instituts für Psychodrama SZENEN; Fort- und Weiterbildung in Psychodrama und zu Themen von Transgenerationaliät,  Gender, e.a.. Ausführliche Erfahrungen in körperorientierten Verfahren und Meditation.

Eckhart Neumann, Psychoanalytiker,

Diplom-Psychologe, Psychotherapeut in freier Praxis, Gutachter, Lehranalytiker sowie Dozent und Supervisor am Kölner Institut für Psychoanalyse. War als Musiktherapeut und Psychoanalytiker in Kliniken und Erziehungsberatung tätig. Autor und Mitherausgeber des Buches: „Psychodynamisches Denken und Handeln in der Psychotherapie“, Psychosozial-Verlag 2017. 

Einsamer nie –
Einsamer nie als im August:
Erfüllungsstunde – im Gelände
die roten und die goldenen Brände
doch wo ist deiner Gärten Lust?

Die Seen hell, die Himmel weich,
die Äcker rein und glänzen leise,
doch wo sind Sieg und Siegsbeweise
aus dem von dir vertretenen Reich?

Wo alles sich durch Glück beweist
und tauscht den Blick und tauscht die Ringe
im Weingeruch, im Rausch der Dinge –:
dienst du dem Gegenglück, dem Geist.

Der Traum als das Andere der Gesellschaft / Dr. Ullrich Ahrens und Gabi Stiegler

Wir sind es gewohnt den Traum als individuelle Erfahrung zu sehen, die wenig anschlußfähig zu den kollektiven Schauplätzen unserer Wachrealität ist.

Die Annahme, von der wir ausgehen, lautet, dass unter den Bedingungen einer weltweiten Pandemie und einer einhergehenden Weltwirtschaftskrise, gesellschaftlich erlebte Bedrohungen und Ängste tief in das Unbewußte des Individuums hineinreichen und kollektive Traummotive erzeugen, die typisch für die augenblickliche soziale Situation sind.

In dem Workshop wollen wir einen Traum, der unter diesen Bedingungen geträumt worden ist, und den wir als typisch erachten, psychoanalytisch deuten und psychodramatisch inszenieren. Am Ende des Prozesses sind wir neugierig, wie psychoanalytisches Nachdenken über den Traum und psychodramatisches Erleben mit dem Traum überraschend ähnliche oder überraschend andere Deutungen produzieren. Und schließlich einigen wir uns auf die Erkenntnis des Meisters, das der Nabel des Traumes unerkennbar bleibt und lachen gemeinsam über unsere Mühen, das Unerkennbare erkennbar zu machen.

Gabriele Stiegler, Berlin

  • Dipl.-Psych./Psychodramatherapeutin/Lehrsupervisorin (DFP)
  • Management- und Führungskräfte-Trainerin
  • Gründerin und Leiterin des Psychodramaforum Berlin

Dr. Ullrich Ahrens, Hannover

MA-Psych. arbeitet als Psychodrama-Therapeut (DFP) im ambulanten Bereich der Psychiatrie und als Weiterbildungsleiter am Psychodramaforum Berlin

Vom Agieren im Realen zum psychodramatisch-analytischen Symbolspiel – Eine Kinderpsychodramatikerin und eine Psychoanalytische Pädagogin begegnen sich. / Bernadette Neuhaus & Andrea Meents

Eine Kinderpsychodramatikerin und eine Psychoanalytische Pädagogin begegnen sich.

In unserem Workshop stellen wir in einem Fachdialog verfahrensspezifische Methoden des Kinderpsychodramas, wie sie von A. Aichinger und W. Holl entwickelt wurden, in Zusammenhang mit psychoanalytischen Ansätzen dar. Insbesondere das „Szenische Verstehen“ von Alfred Lorenzer und die Entwicklungstheorie von D.W. Winnicott, vor allem seine Überlegungen zum „Potenziellen Raum“, sind wertvolle Ansätze, die für ein integrierendes Verfahren genutzt werden könnten.

Anhand von Fallvignetten und Szenen unterschiedlicher Settings und Arbeitsfelder (Psychiatrie, (teil-)stationäre Gruppen, Schule, Beratung, Psychotherapie) werden wir die theoretischen Ausführungen gemeinsam mit den TeilnehmerInnen des Workshops verlebendigen.

Für die Teilnehmenden besteht dann die Möglichkeit, eigene Fallvignetten zu spielen, gemeinsam zu reflektieren, um sich abschließend die Frage zu beantworten:
„Was trennt, was eint diese beiden Verfahren und möchte ich sie in meiner Arbeit ergänzend, integrierend nutzen?“

Bernadette Neuhaus, Dipl.Soziologin, Förderschullehrerin. Weiterbildungen: Kinderpsychodrama, Psychoanalytische Pädagogik und Supervison mit gruppendynamischem und psychoanalytischem Ansatz. Tätigkeitsfelder: Leitung von Kinderpsychodramagruppen im schulischen Bereich, Förderschullehrerin an verschiedenen Schulformen sowie in einem Beratungs- und Förderzentrum für Erziehungshilfe, Supervisorin in verschiedenen Feldern der Kinder- und Jugendhilfe, Fortbildnerin im Bereich Psychoanalytische Pädagogik.Mitglied im Vorstand des Frankfurter Arbeitskreises für Psychoanalytische Pädagogik

Andrea Meents, Diplom-Psychologin, Psychodrama-Therapeutin, Kindertherapeutin Psychodrama. Tätigkeitsschwerpunkte: Stationäre Jugendhilfe, stationäre Kinder- und Jugendpsychiatrie, ambulante tiefenpsychologische Psychotherapie mit Kindern und Jugendlichen. Ausbildung, Weiterbildung und Supervision für Telefonberatung (Kinder-und Jugendtelefon / Nummer gegen Kummer) und Tagespflege für Kinder. Lehrbeauftragte am Moreno Institut Edenkoben/Überlingen mit den Schwerpunkten Monodrama, Kinder- und Jugendlichenpsychotherapie, Arbeit mit Familien.

Psychodramatische und gruppenanalytische Supervision / Prof. Dr. Michael Opielka

Während die psychodramatische Supervision Konflikterleben in Szene setzt und dazu eine Bühne generiert, inszeniert die gruppenanalytische Supervision die Bühne im Kopf. Diese offensichtliche Differenz verschwimmt allerdings, wenn die Bühne minimiert wird, beispielsweise auf einen leeren Stuhl oder andere Imaginationen, oder wenn erfahrbar wird, dass freie Einfälle und Übertragungsbeziehungen in einem sozialen Kopf stattfinden, die Gruppe also trotz der Begrenzung auf das Kommunikationsmedium Sprache komplexe Bilder generiert. Was können beide Ansätze voneinander lernen? Wie werden sie in der Praxis bereits miteinander verknüpft?

Zur Person: Michael Opielka ist Erziehungswissenschaftler (Dipl.-Päd.) und habilitierter Soziologe. Psychodramatische Ausbildung am Institut für Psychodrama Dr. Ella Mae Shearon in Köln bei Dagmar Meyer-Anuth. Psychoanalytische Ausbildung bei der Psychoanalytischen Arbeitsgemeinschaft Köln-Düsseldorf PSAG in Köln. Ausbildung zum Gruppenanalytiker bei der Internationalen Arbeitsgemeinschaft für Gruppenanalyse IAG in Altaussee. Mitglied der Deutschen Gesellschaft für Coaching (DGfC). Seit 1987 leitet er das ISÖ – Institut für Sozialökologie gGmbH in Siegburg (www.isoe.org). Seit 2000 ist er Professor für Sozialpolitik an der Ernst-Abbe-Hochschule in Jena, dort seit vielen Jahren Methodenseminare zu Psychodrama und Gruppenanalyse sowie Leitung von Supervisionsgruppen.

Kontakt: michael.opielka@isoe.org

Morenos Co-Unbewusstes als Korrelat zu Freuds Unbewusstem / Fred Dorn und Angela Winderlich

Während das Unbewusste bei Freud ein von schmerzhaften Gefühlen belastetes Reservoir von Wünschen, Phantasien und traumatischen Erinnerungen des Individuums ist, überdies noch durch unbewusste Blockaden daran gehindert, ins Bewusstsein zu dringen, bezieht sich das Co-(Un)bewusste bei Moreno auf eine gemeinsam erlebte und erinnerte Geschichte. Voraussetzung dafür ist eine genügend große Schnittmenge an geteilten Erfahrungen – seien dies die von Menschen aus alltäglichen Lebenszusammenhängen – Ehepaare, Teams, Mannschaften – oder eben auch Angehörige unterschiedlicher ethnischer und nationaler Gruppierungen mit einer gemeinsamen Geschichte. Das Co-(Un)bewusste unserer Vergangenheit in Europa soll Gegenstand dieses Workshops sein. Unsere These ist, dass viele bittere und schmerzliche, aber auch ermutigende Erfahrungen aus Krieg und Nachkriegszeit, an denen die später Geborenen keinen eigenen Anteil mehr haben, dennoch in ihnen „konserviert“ sind. Sie sind es, die den Prozess der Annäherung und gegenseitigen Verstehens ebenso prägen wie Selbstisolierung und Entfremdung im Europa des 21. Jahrhunderts.

Bilder und Klischees von den jeweils anderen über sie und sich selbst, wahre und erfundene, verbreitete und unterdrückte Geschichten und Legenden, führen ihr Eigenleben, sind nicht an die Lebenszeit von Zeitzeuginnen und -zeugen und deren Erfahrungen gebunden.

In diesem Workshop soll ihr Wahrheitsgehalt, den sie für uns haben, erkennbar und gleichzeitig deutlich werden, dass sie Konstrukte sind, die – aus unterschiedlicher Perspektive ins Bewusstsein gehoben -, neues Verständnis für einander wecken und Verantwortung für die gemeinsame Zukunft eröffnen können.

Fred Dorn, Theologe, Diplom-Sozialwirt, Psychodramaleiter DFP, von 2009 bis 2020 Mitglied im Vorstand der Psychodrama-Association for Europe e.V. (PAfE);

Angela Winderlich, Oberstudienrätin, Psychodramaleiterin DFP, Mediatorin, seit 2019 Vorsitzende des Psychodramainstituts für Europa, Landeskoordinatorin im Themenfeld Gewaltprävention und Demokratielernen in Hessen, Weiterbildungsleiterin

Für wen nimmt eine kritische Organisationsentwicklung Partei? / Rolf Haubl und Uwe Reineck

Was manche Psychodramatiker und manche Psychoanalytiker verbindet ist der Blick auf Widersprüche: in der Gesellschaft, in Organisationen und letztlich in uns Menschen. Vereinfachend könnte man sagen, viele verbindet ein gepflegter Zweifel an dem, wie manches sich präsentiert oder präsentiert wird, was Einfluss auf unser Denken und Verhalten nimmt. Wer dann noch versucht, solche Widersprüche besprechbar zu machen, um Veränderung zu unterstützen, wurde früher möglicherweise mal als „gesellschaftskritisch“ bezeichnet.

Viele, die in der Arbeit mit Organisationen oder Unternehmen tätig sind, haben Schwierigkeiten Rollen, die sie spielen in Kongruenz zu bringen. Wer Unternehmen berät oder unterstützt wird zum Mitspieler im Steigerungsspiel der Wachstumsspirale. Gleichzeitig spüren viele kognitive Dissonanzen, wenn sie auch politisch denken und arbeiten und sich gegen Klimawandel und für mehr soziale Gerechtigkeit zu engagieren.

Im Workshop könnte es gelingen einige der angedeuteten Widersprüche zu analysieren und vielleicht sogar Denk- und Handlungsversuche zu unternehmen, um die Arbeit an einem Manifest für kritische Organisationsentwickler zu beginnen……

Uwe Reineck, Diplom-Psychologe, seit 1991 Coach, Ausbilder von Trainer*innen und Berater*innen sowie Unternehmenskulturschaffender in vielen großen Unternehmen. Er ist Mitbegründer und einer der Geschäftsführer der MAICONSULTING Managementberatung und Akademie in Heidelberg und leitet das Psychodrama Institut Freiburg/Heidelberg (www.psychodrama-freiburg.de) sowie die Soziodrama Akademie So Act! (www.soziodrama-akademie.de).

 

DFP Fachtagung 2021 – Informationen zum Hygienekonzept

1. Oktober 2021

Liebe Teilnehmende unserer Fachtagung in Berlin,

wir alle freuen uns auf eine Präsenzveranstaltung vom 12.11.2021 – 13.11.2021 an der IPU in Berlin.

Die Fachtagung findet unter den dann gültigen Corona-Hygienevorschriften statt. Nach Rücksprache mit der IPU finden Sie hier das aktuell vorgesehene Hygienekonzept mit der Bitte um unbedingte Kenntnisnahme!

Wir möchten Sie bitten das Kontaktverfolgungsformular zweimal ausgedruckt und ausgefüllt mitzubringen.

Das Formular wird in doppelter Ausführung zum einen für die IPU als Veranstaltungsort und zum anderen für den DFP e.V. als Veranstalter benötigt.

Bitte weisen Sie bei Ihrer Ankunft an der IPU Ihren Status geimpft – genesen – oder getestet nach. Der Status wird dann beim Einlass an der IPU vom dortigen Personal eingetragen.

Bitte beachten Sie, dass Selbsttests nicht anerkannt werden und der Test nur eine Gültigkeit von 24 Stunden hat, so dass getestete Personen am Samstag, den 13.11.2021 einen erneuten negativen Test nachweisen müssen, falls der Test dann älter als 24 Stunden ist. Wir sind gehalten, dies zu kontrollieren.

Wir danken für Ihr Verständnis und Ihre Unterstützung!

Mit freundlichen Grüßen

Rebecca Naumann und Viola Jachmich

 

DFP e.V.

Deutscher Fachverband für Psychodrama

Anzengruberstraße 1

60320 Frankfurt am Main

Postanschrift:

Postfach 51 68

50337 Hürth

Tel.: 02233 – 94 99 157

www.psychodrama-deutschland.de

info@psychodrama-deutschland.de

 

Hygienekonzept DFP-Fachtagung 2021,

Kontaktverfolgungsformular

DFP Fachtagung 2021 – Die online Anmeldung ist beendet – Wir freuen uns auf euch in Berlin.

6. Juli 2021

Alle weiteren Informationen gibt es im Tagungs-Flyer.

Anmeldeschluss ist der 01.10.2021.

Ihre Daten

Tagungsgebühr

Bitte überweisen Sie die Tagungsgebühr innerhalb von 14 Tagen nach Erhalt der Anmeldeunterlagen. Bis zum 31.07.2022 erhalten Sie den Frühbucher-Rabatt.

A = DFP-Mitglieder
B = DFP-Mitglieder in Weiterbildung oder Studium mit entsprechendem Nachweis
C = Nicht-DFP-Mitglieder
D = Nicht-DFP-Mitglieder in Weiterbildung und Studierende mit entsprechendem Nachweis

Workshops

Hotelbuchung / Verpflegung

Tagungshotel am Schlossberg
Hildrizhauser Straße 29
71083 Herrenberg
tagungshotel-schlossberg.de

Die Preise sind pro Nacht und Person inkl. Vollpension:

EZ: 166,00 €
DZ: 137,00 €

Die Kosten für Übernachtung und Verpflegung werden bei Ankunft vor Ort bezahlt.

Ich teile mir das Doppelzimmer mit;

Rechtliches

DFP Fachtagung 2020 – Zoom Workshop mit Dr. Reinhard Krüger an Stelle der Tagung in Berlin

9. September 2020

Wir danken Reinhard Krüger für sein Angebot und seine Bereitschaft, den Fachtagungs-Workshop per Zoom zu gestalten.

Hier das Programm für den Fachtagung-Samstag:

Zoom Meeting am 7.11.2020 von 9.30 – 13h

9.30h
Begrüßung der Teilnehmer durch den DFP Vorstand und die Fachtagungsplanungsgruppe
Anwärmung zum Thema

10.30h
gemeinsame Pause und Begegnung im Zoom Café

11.00h
Workshop mit Dr. Reinhard Krüger
Die störungsspezifische Behandlung von Menschen mit narzisstischer Persönlichkeitsstörung.
Die psychodramatische Stühlearbeit mit starren Abwehrmustern und dysfunktionalen Ich-Zuständen.

13.00h
Ende (im Workshop ohne erneutes Plenum)

Literatur:
Reinhard T. Krüger (2020). Störungsspezifische Psychodramatherapie. Vandenhoeck & Ruprecht, 2. überarbeitete und erweiterte Auflage.

Anmeldung bitte unter: info@psychodrama-deutschland.de
Der Link zur Veranstaltung wird über die Geschäftsstelle verschickt werden.
Die Veranstaltung ist kostenlos und auf 75 Teilnehmer begrenzt!

Anmeldeschluss: Donnerstag 5. November 2020, 12 Uhr

Darüber hinaus überlegen wir, welche Themen wir Euch als weitere Zoom Angebote für die auf 2021 verschobene Fachtagung anbieten können. Deswegen werden wir uns bei Euch melden.

Ansonsten bleibt es dabei:
Verschiebung der kompletten DFP-Fachtagung GemEINSAMkeit mit Workshops etc.
12./13. November 2021
Berlin

DFP Fachtagungen – Das sagen TeilnehmerInnen

17. Februar 2020

 

 

DFP Fachtagung 2019: „AUS DEM VOLLEN SCHÖPFEN“ Foto Impressionen

16. Januar 2020

 

 

DFP Fachtagung 2019 – Ein Rückblick von Annette Bruhn

15. Januar 2020

 

 

Keynote von Ferdinand Buer auf der DFP Fachtagung 2019

20. November 2019

 

 

DFP Fachtagung 2019

5. April 2019

Unter dem Motto „AUS DEM VOLLEN SCHÖPFEN“ werden in diesem Jahr die Institute ein paar ganz besondere „Schätze“ auf die Bühne bringen. Wir werden die Vielfalt der Methoden des Psychodramas erleben und viel Gelegenheit für einen intensiven Austausch unter Kollegen haben. Besonders freuen wir uns darauf, ein neues, interaktives und co-kreatives „Werkstatt“ Format gemeinsam auszuprobieren. Lasst Euch überraschen und inspirieren.

Alle weiteren Informationen findet Ihr im Programmflyer.

Die Anmeldung ist über das Online-Formular möglich.

Diese Workshops erwarten Euch

Achtsamkeit und Selbstfürsorge in der traumasensiblen Beziehungsarbeit - Christa Meyer-Gerlach, Alfred Hinz

Möglichkeiten szenisch kreativen Arbeitens bei schweren Belastungen.

In der Psychodramatherapie unterstützen wir traumatisierte Menschen mit szenisch-kreativer Arbeit darin, den verlorenen Bezug zu sich und der Welt wiederzufinden. Das Psychodrama mit seiner ressourcenorientierten humanistischen Grundhaltung stellt „Anwärm-, Dehnungs- und Flexibilisierungsangebote für Menschen mit verlorener Spontaneität zur Verfügung.“ Es ermutigt sie, „mit Kreativität dort weiter zu machen, wo sie bisher die Selbsterkundung und Selbstfindung aufgrund eines zu hohen Angstpegels immer wieder haben abbrechen müssen“ (Ottomeyer, K., Psychodrama-Therapie, 2004). Traumasensible Beziehungsarbeit bedeutet zugleich, die eigene Person selbstfürsorglich und achtsam in den Blick zu nehmen. Dies schützt davor, dem emotionalen Feld von Körperempfindungen, Bildern und Worten nicht nur ausgeliefert zu sein, sondern einen resilienten Umgang mit dem Unvorstellbaren zu finden.

In dem Workshop gehen wir der Frage nach, wie szenisches Arbeiten für alle Beteiligten traumasensibel gestaltet werden kann und welche Arrangements und Verfahrensschritte in der psychodramatischen Traumatherapie heilsam sein können.

Christa Meyer-Gerlach
Dipl.-Musiktherapeutin (DMTG), Psychodrama-Leiterin (DFP), Supervisorin, Coach (DGSv), Lehrsupervisorin.
Lehrbeauftragte für szenisch-kreative Verfahren. Heilpraktikerin f. Psychotherapie (ECP), Körperpsychotherapeutin (BAPt), Psychotraumatherapeutin.
Jahrg. 1962, Hamburg.

Supervision, Coaching, Musik, Theater, Tanz, Psychotherapie

Alfred Hinz
Dipl.-Psych., Psychol. Psychotherapeut, Psychodrama-Therapeut (DFP).
Lehrbeauftrager für szenisch-kreative Verfahren. Seit vielen Jahren tiefenpsychologisch fundierte Psychotherapie
in einer Einrichtung für abhängigkeitskranke Männer und Frauen.
Selbständige Tätigkeit im Bereich Beratung, Coaching und Supervision.
Jahrg. 1962, Hamburg.

Psychosoziale Beratung, Psychotherapie, Suchttherapie

Forschung im Zauberwald: Spielen hilft! - Dagmar Mingers, Heidi Schaul

Evaluation einer kinderpsychodramatischen Gruppenarbeit mit Vorschulkindern

In unserem Workshop stellen wir unsere Gruppenarbeit mit Vorschulkindern vor, die wir in ihrem letzten Halbjahr vor der Einschulung in ihren sozial-emotionalen Fähigkeiten stärken wollen, da sie entweder auffälliges Verhalten zeigen oder ihnen aufgrund von belasteten Lebenslagen Entwicklungsrisiken drohen. In der Arbeit mit dieser Altersstufe bemerken wir immer wieder, wie sehr die Kinder das freie Spiel genießen, wie kreativ sie diesen Rahmen nutzen und wie leicht im Geben und Nehmen des gemeinsamen Spiels Entwicklung der Gruppe und der einzelnen Kinder gelingen kann.

Wir wollen Einblick in die Gruppenstunden geben und sie im gemeinsamen Spielen mit den TeilnehmerInnen des Workshops erlebbar machen.
Dabei wollen wir die Entwicklung eines Kindes und seiner Rollen näher beleuchten.

Seit zwei Jahren lassen wir diese Gruppenarbeit im Rahmen eines Forschungsprojekts evaluieren und möchten die ermutigenden Ergebnisse präsentieren.

Dagmar Mingers, geb. 1972, Soziale Arbeit M.A., Dipl. Musiktherapeutin, Psychodrama-Kindertherapeutin, Psychodramaleiterin für Erwachsene, Weiterbildungsleiterin am Szenen-Institut, langjährige Mitarbeiterin der Erziehungsberatungsstelle & Kinderschutz-Zentrum Aachen

Heidi Schaul, geb.1962, Dipl. Musiktherapeutin, Dipl. Klavierpädagogin, Psychodrama-Kindertherapeutin, Psychodramaleiterin für Erwachsene, Weiterbildungsleiterin am Szenen- Institut, Langjährige Mitarbeiterin der Caritas Familienberatung Aachen

Türöffner Psychodrama und Soziales Lernen für Jugendliche und junge Erwachsene - Judith Maschke

Nicht immer ist der ausgerollte Teppich zur großen Bühne die passende Einladung zum Psychodrama…

Dieser workshop bietet Ihnen die Möglichkeit, unterschiedliche niedrigschwellige
Spiele und Übungen für Jugendliche und junge Erwachsene im Gruppen- und Einzelsetting
kennenzulernen und auszuprobieren.

Diese Türöffner führen in Räume, die je nach Arbeitsfeld unterschiedlich betreten und gestaltet werden können.

Judith Maschke
Diplom-Sozialarbeiterin
Spiel- und Theaterpädagogin
Psychodrama-Kindertherapeutin (DFP/PDH)
Coach und Supervisorin (DGSv)

Lehrbeauftragte für Psychodrama mit Kindern, Jugendlichen und Familien/Duale Hochschule Baden-Württemberg
Gesellschafterin und Lehrbeauftragte/Moreno Institut Stuttgart
Freie Praxis in Stuttgart
Freiberuflerin seit 1. Mai 2000, voher in der Offenen Kinder- und Jugendarbeit im Sozialen Brennpunkt
Langjährige Erfahrung mit Jugendlichen und jungen Erwachsenen im Sozialen Brennpunkt, in der Straffälligenhilfe, im therapeutischen Gruppen- und Einzelsetting sowie in der Arbeit an unterschiedlichen Schulen, in Institutionen der Jugendhilfe und in Ausbildungsstätten.
Konzeption und Leitung der Weiterbildung Pädagogisches Psychodrama und Soziales Lernen mit Jugendlichen und jungen Erwachsenen/Moreno Institut Stuttgart

www.kinderpsychodrama.de
www.JudithMaschke.de

Supervision - Coaching - Organisationsentwicklung, Person-Rolle-Organisation - Prof. Dr. Peter Wertz-Schönhagen, Anke Carraro-Walter

Grundlegende und unterschiedliche Betrachtungsweisen und Fragestellungen der Formate Supervision, Coaching und Organisationsentwicklung verstehen.
Im Workshop wollen wir uns mit der kraftvollen Wirkung des organisationalen Kontextes auf die beruflichen Rollen und Rollenspieler*Innen befassen.

Dr. Peter Wertz-Schönhagen (Moreno Institut Stuttgart)
Psychodramaleiter,
Weiterbildungsleiter u. supervisor,
Lehrsupervisor
Supervision, Coaching DGSv
Organisationberatung

Anke Carraro-Walter
Mag. Soziologie/Erziehungswissenschaften, Industriekauffrau, Arbeitserzieherin,
Psychodrama-Leiterin (DFP); Supervisorin (DGSv), Praxis für Sozialberatung (Berlin),
Weiterbildungsleiterin am Moreno Institut Stuttgart

Soziodrama: Organisationen zwischen Überfluss und Erschöpfung - Grit Gierth, Christoph Buckel

Wir greifen das Tagungsmotto „Aus dem Vollen schöpfen“ auf und wollen dazu soziodramatische Explorationen anstellen. Konkret heißt das, dass wir ein themenzentriertes Soziodrama durchführen und dabei gemeinsam entdecken, was es für Menschen braucht, um in Organisationen aus dem Vollen schöpfen zu können.

Menschen machen je nach Kontext ihrer Organisation ganz unterschiedliche Erfahrungen:

  • Bei den einen sind die (äußeren) Mittel knapp, aber die innere Motivation besonders hoch,
  • bei den anderen herrschen zwar an der Oberfläche goldene Zeiten, aber innerlich sind die meisten in einer Sinnkrise,
  • bei wieder anderen ist es ganz anders und doch ähnlich.

Im themenzentrierten Soziodrama stellt sich die Gruppe eine gemeinsame Forschungsfrage und erarbeitet sich durch Inszenierung und Spiel selbst immer wieder neue Antworten. Die Teilnehmer dieses Workshops werden so gleichzeitig (Mit-)Spieler und Regisseure.

Christoph Buckel, Jahrgang 1986, Diplom-Psychologe, Psychodrama-Leiter (DFP/FEPTO), Weiterbildungen in Organisationsentwicklung, Coaching und Soziodrama. Der Autor wurde in Ansbach geboren und studierte Psychologie in Landau in der Pfalz. Heute lebt er in Karlsruhe und arbeitet in Frankfurt am Main und ganz Deutschland. Nach einer selbstständigen Zeit in der Organisationsberatung ist er seit 2013 interner Berater für Veränderungsmanagement bei der DB Fernverkehr AG. Seit der Gründung 2008 ist er Mitgestalter des Psychodrama Instituts Freiburg/Heidelberg. In jüngerer Vergangenheit baut er mit Gleichgesinnten die Soziodrama Akademie auf, um diese wunderbare Moreno‘sche Spielart weiter zu verbreiten. Er glaubt an den gewinnbringenden Einsatz von Psychodrama in Organisationen – nicht nur was die Methoden angeht, sondern vor allem auch die Haltung.

Grit Gierth, geboren 1975 in Dresden, hat Geschichte und Philosophie ebenda und Jerusalem studiert. Nach einem kurzen Abstecher nach Osteuropa ist sie seit fast 15 Jahren in Berlin zu Hause und seit 2006 als selbständige Trainerin, Beraterin und Moderatorin in ganz Deutschland für NGOs und im Gesundheitssektor unterwegs. Sie ist Mitbegründerin der Soziodrama Akademie und Mitgestalterin des Psychodrama Instituts Freiburg/Heidelberg. Nach Abschluss der Basisqualifikation „Professionell mit Gruppen und Teams arbeiten“ und der Psychodrama Grundstufe am Moreno Institut Stuttgart befindet sie sich aktuell in Ausbildung zur Psychodrama-Leiterin (DFP). Das Motto des Psychodrama Instituts Freiburg/Heidelberg „Spiel dein Spiel“ ist ihr zum Leit(ungs)satz geworden.

Psychodrama-Sprache-lernen / Psychodramaturgie Linguistique, Einführung in die PDL-Methode - Lara Vincent, Robert Zammit

Die Psychodramaturgie Linguistique ist eine erlebnisorientierte Methode für Spracherwerb und -vermittlung. Sie basiert hauptsächlich auf Grundlagen des Psychodramas und der Dramaturgie, deren Prinzipien und Verfahren für den Fremdsprachenunterricht angepasst wurden.
Die PDL bietet einen neuen Zugang zur Sprache und zum Spracherwerb: eine Pädagogik des Seins. Im Mittelpunkt stehen die Teilnehmer und die Gruppe, nicht mehr das Buch oder das Programm.
Die Fremdsprache wird gelebt und erlebt. Gezielte Übungen fördern allgemein den Spracherwerb und unterstützen den Aufbau des eigenen Ausdrucksspektrums. Sie wirken sich positiv auf die Aussprache aus. Unter anderem wird ein genaueres Zuhören trainiert, sowie die Fähigkeit sich in jemanden hineinzuversetzen, die Spontaneität und die Konzentration.
In diesem Workshop erleben Sie, anhand praktischer Beispiele wie die psychodramatischen Techniken des Doppelns, Spiegelns und des Rollenspiels in den Fremdsprachenunterricht eingesetzt werden können.

  • Hatten Sie schlechte Erfahrungen beim Erlernen einer Fremdsprache?
  • Trauen Sie sich nicht die Fremdsprache zu sprechen, obwohl Sie das meiste verstehen?
  • Sind Sie neugierig, wie psychodramatische Verfahren in der Pädagogik angewandt werden können?
  • Haben Sie Lust, andere Unterrichtsformen zu entdecken?

Sie sind herzlichst eingeladen mitzumachen!

Der Workshop wird von Lara Vincent (in der Psychodrama-Weiterbildung) und Robert Zammit (Psychodramaleiter) geleitet, beide PDL-Train-the-Trainer.

LARA VINCENT

  • Ausgebildete Lehrerin für Französisch als Fremdsprache (Grenoble, Frankreich)
  • Offiziell anerkannte PDL-Trainerin, ausgebildete PDL-Train-the-Trainer
  • In der Lehrer*innen-Weiterbildung in Deutschland tätig
  • Grundausbildung im Psychodrama
  • Leiterin der Sprachschule Lara Vie PDL
  • Mitglied des Internationalen PDL-Verbandes und des DFP

ROBERT ZAMMIT

  • Ausgebildeter Trainer Englisch als Fremdsprache für Erwachsene (Cambridge English Language Teaching Adults – CELTA)
  • Ausgebildeter PDL-Trainer und PDL-Train-the-Trainer
  • In der Lehrer*innen-Weiterbildung in Deutschland tätig
  • Anerkannter Psychodrama-Leiter (Deutscher Fachverband für Psychodrama – DFP)
  • Besitzer der Sprachschule English in flow
  • Mitglied des Internationalen PDL-Verbandes und des DFP
Lässt sich die Theorie des Psychodramas verfilmen? Ergebnisse und Diskussionen zu einem Filmprojekt - Paul Gerhard Grapentin, Dr. Andreas Krebs

Von 2018 – 2019 haben wir in 4 Drehtagen die Landkarte der Psychodramatheorie, wie sie Christoph Hutter entwickelt hat, verfilmt. Wir haben ein Theater gemietet, ein Filmteam eingeladen und uns mit insgesamt ca. 35 Kolleginnen und Kollegen durch die gesamte Psychodramatheorie gearbeitet und gespielt. Wir werden erste Ausschnitte aus den Filmen zeigen, selbst ins Spielen kommen und uns anregen lassen, um über unser Verständnis von Psychodrama zu diskutieren.

Paul Gerhard Grapentin

Geschäftsführender Inhaber des Institutes für Soziale Interaktion, Theologe, Psychodrama-Leiter (DFP, ÖAGG), Supervisor, Coach (DGSv), Lehrsupervisor.
Lehrbeauftragter für Supervision, Coaching und szenisch-kreative Verfahren, Zertifikat für Kommunikation und Führung des Schulz von Thun-Institutes, Psychotherapie (HeilprG), Zertifikat in Humanistischer Psychotherapie (AGHPT), Existenzanalytischer Logotherapeut (BAPt), tiefenpsychologisch fundierte Psychotherapie (ECP, IGT), seit 1988 in selbständiger Praxis.
Jahrg. 1951, Hamburg.

Supervision, Coaching, Paar- und Familientherapie

Dr. Andreas Krebs

Dr. phil., Dipl.-Psych., Psychodrama-Leiter (DFP), Supervisor, Coach (DGSv), Lehrsupervisor.
Lehrbeauftragter für Supervision, Coaching und szenisch-kreative Verfahren. Selbstständige Praxis für Supervision, Beratung und Fortbildung. Interessenschwerpunkt: Väterlichkeit, männliche Sozialisation.
Jahrg. 1965, Hamburg, Ahrensburg.

Supervision, Coaching, Erwachsenenbildung

Theatrale Elemente im Psychodrama, Andrea Mink, Gabriele Stiegler

Mitgestalten: Die Werkstätten

Wir führen auf der Fachtagung ein neues Format ein: die Werkstätten. Was es damit auf sich hat, erfahrt Ihr im Video. Wichtig: Ihr könnt hier schon vorher Themen vorschlagen und bereits eingereichte Vorschläge unterstützen. Details seht Ihr – falls sie eingereicht wurden – indem Ihr auf den jeweiligen Vorschlag klickt. Wir sind gespannt auf Eure Ideen!

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DFP-Fachtagung 2018 – Impressionen

29. November 2018

Wir befinden uns in starken Wandlungsprozessen in Gesellschaft, Politik, Wirtschaft und oft unter Umständen auch in persönlichen. Mit einem Vortrag des Ökonoms Wolfgang Kessler und 11 Workshops aus 8 Anwendungsfeldern sind wir das Thema wie immer sehr aktiv angegangen.

Wir bedanken uns noch einmal sehr herzlich bei allen Mitwirkenden, die viele persönliche Erkenntnisse und neue Erfahrungen ermöglicht haben.

Euer OrgaTeam: Dr. Frank Sielecki, Annette Bruhn, Ute Holsinger, Agnes Dudler, Gudrun Koch, Viola Jachmich

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DFP Fachtagung 2017 Filmischer Rückblick

9. November 2018

Rund 80 TeilnehmerInnen sind der Einladung zur Tagung gefolgt und haben sich am 03. und 04.11.2017 im Gustav-Stresemann-Institut in Bonn eingefunden. Die Jahrestagung des DFP hatte sich unter dem Titel „Spielräume erkennen und nutzen“ einiges vorgenommen, nämlich zum einen die Dimensionen „postfaktischer Realitäten“ psycho- und soziodramatisch auszuleuchten und sich zum anderen der Moreno´schen Technik der „surplus reality“ zuzuwenden.

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DFP Fachtagung 2018 – Rückblick

20. September 2018

von Annette Bruhn

Zur Jahrestagung 2018 hatte der DFP zum zweiten Mal vom 09.bis 10.November ins Gustav-Stresemann-Institut in Bonn eingeladen. Gemäß dem Tagungsmotto „Handlungsfähig im Wandel“ hatte das Vorstandsteam bei der Planung dem Wunsch von Mitgliedern und TeilnehmerInnen Folge geleistet und das Format verändert. So waren für den Samstag zwei Workshopbänder konzipiert und eine außerordentliche Mitgliederversammlung als Diskussionsforum angeschlossen worden. Hier sollte Gelegenheit entstehen, aus den noch frischen Tagungseindrücken heraus Ideen, Wünsche, Vorschläge, Perspektiven direkt einzubringen. Ein weiteres Novum war die erstmalige Zusammenarbeit mit einem Verband aus der AGHPT, in diesem Jahr durch Ute Schickardt aus dem Verband der Logotherapeuten vertreten, die vom DFP eingeladen worden war, gemeinsam mit Anatoli Pimenidou einen Workshop zu gestalten. Inhaltlich an das Thema des Vorjahres anknüpfend, nach der Beschäftigung mit Fakten, Postfakten und Realitäten, wollten wir uns in diesem Jahr nun den Wirkungen und Ausformungen der digitalen Revolution in verschiedenen Bereichen zuwenden und beleuchten, wie sich dadurch Einstellungen und Verhalten Einzelner und Gruppen verändern, z.B. bezüglich Konsum, Selbstoptimierung und Selbstregulation.
Während schon tags zuvor die Weiterbildungskommission kräftig getagt und die Köpfe hatte rauchen lassen, konnten die anderen TagungsteilnehmerInnen gewohnt entspannt am Freitag Mittag bei einem kleinen Willkommensimbiss im Foyer des GSI eintreffen, alte bekannte Gesichter begrüßen, mit neuen und bekannten ins Gespräch kommen oder das reichhaltige Angebot des Bücherstandes in Augenschein nehmen. Mit rund 60 TeilnehmerInnen eröffnete um 15.00 Uhr der 1. Vorsitzende Frank Sielecki die Tagung. Gudrun Koch und Agnes Dudler übernahmen nach den Grußworten die Anwärmung der Großgruppe mit den „Four rooms of Change“ nach Claes Janssen. Durch vier im Kreuz aufgestellte Stellwände, die die vier Phasen der Veränderung: Zufriedenheit/Verleugnung/Verwirrung und Erneuerung räumlich symbolisierten, gab es Gelegenheit für jede/n Einzelne/n, sich durch die entsprechenden Phasen/Räume der Veränderung zu bewegen und dabei den persönlichen Empfindungen nachzuspüren. Die Eindrücke konnten auf den jeweiligen Stellwänden zu Papier gebracht werden, auf denen bereits auch einige typische Glaubenssätze, aber auch typische Störungen und Blockaden zu finden waren.
Derart mit Wandelprozessen und den emotionalen Begleiterscheinungen angewärmt, widmeten wir uns gegen 16.00 Uhr dem spannenden Vortrag Wolfgang Kesslers „Wandel in Permanenz, Unsichtbarer Stillstand“. W. Kessler, Chefredakteur der christlichen Zeitschrift Publik-Forum und Träger des Internationalen Bremer Friedenspreises von 2007, führte uns in die Welt einer entfesselten Wirtschaft, des Turbokapitalismus und der Gefahr des „Verzockens“ unserer Zukunft im „globalen Wachstumswahn“. Nicht ohne uns mit der Vorstellung alternativer Konzepte aus Politik und Wirtschaft auch Hoffnung zu machen, dass Wandel und Umdenken durchaus möglich und erfolgreich sein kann. Beeindruckend waren Beispiele von Ökostromprojekten deutscher und schweizerischer Städte und Gemeinden, einer Gemeinschaftsbank, einer österreichischen Bürgerversicherung, der Entwicklung von Genossenschaften, der Insolvenzabwendung durch Firmenübernahme einer Belegschaft etc. W. Kessler zeigte auf, dass sozial- und umweltgerechteres Wirtschaften bereits auf der ganzen Welt stattfindet und machte Mut, der persönlichen Ohnmacht mit konkreten Utopien zu begegnen. Weiterführendes findet sich auch in seiner Streitschrift „Zukunft statt Zocken“ , Publik-Forum, ISBN 978-3-88095-253-9
Nach einer Kaffee- und Kuchenpause, in der angeregt erste Eindrücke zu den Wandelräumen und zu den Gedanken W. Kesslers ausgetauscht wurden, wechselte Leandra Perrotta mit den TeilnehmerInnen in die Welt des Körperlichen. Als Tanztherapeutin und jungianische Psychodramatikerin war die charismatische Leandra aus Italien angereist , um uns in beeindruckend respektvoller und zugleich aktivierender Weise ihren „Dance of Change“ zu vermitteln. Mit großer Behutsamkeit wurde die Großgruppe eingeführt in die auf theoretischen Entwicklungsvorstellungen C.G. Jung´s aufbauende und in Italien weiterentwickelte praktische Körper- und Tanztherapeutische Arbeit, in der das Selbst leiblich erfahrbar wird. Sicherheit, Stabilität und Bindung als Grundlagen für das Erkundungsverhalten des Kindes, Imagination und Bewegung als Container und Prozess, die zur Veränderung innerer Bilder und zu Mentalisierungen führen, wurden durch Begegnung und Erspüren des eigenen Körpers und im dialogischen Tanz überraschend greifbar, die Resonanz der Körpersprache und die nonverbale basale Ebene der Wandlung und des Wachstums wurden so als ungemein bereichernd und intensiv erlebt.
Wer nach diesem ersten, intellektuell und sinnlich reichhaltigen Tag, sich noch nicht ausreichend gesättigt fühlte, hatte nach dem Abendessen Gelegenheit, der Einladung von Agnes Dudler zu folgen und den Film der Schweizer Filmemacherin über Kindertherapie in Gaza anzuschauen. Ausklang fand der Tag bei Tanz und Begegnung, unterstützt durch DJ Mohamed Ait Haiji.
Der frühe Samstag Morgen startete mit einem griechischen Tanz, vermittelt von Ute Holsinger unter Mitwirkung von Anatoli Pimenidou. Ohne Umschweife bildeten sich nach einer kurzen Vorstellung der ersten 5 WorkshopleiterInnen das erste Workshop Band, um anschließend nach einer kurzen Imbisspause gleich mit 6 weiteren Workshops in das zweite zu gehen. Mit Leandra Perrotta, Monika Jetter-Schröder, Katharina Novy, Dr.Falko von Ameln, Konrad Schnabel und Mihrican Cayakar, Uwe Reineck, Anatoli Pimenidou und Ute Schickardt, Kersti Weiss, Martina McClymont-Nielitz, Gudrun Koch sowie Agnes Dudler konnten die Workshop Angebote eine breite Pallette von Anwendungsbereichen des Psychodramas abdecken und thematisch die Handlungs- Wandlungsprozesse in Therapie, Kindertherapie, Beratung, Pädagogik, Organisation, Supervision, eingehend untersuchen. Die Workshop Inhalte können noch einmal auf der Homepage im Tagungsprogramm nachgelesen werden.
Die Präsentation der szenischen Bilanzen, die im Anschluss in Kleingruppen als Vignetten dem Plenum vorgeführt wurden, beendeten das Tagungsprogramm.
Wer nach dem Dank und der Verabschiedung durch den Vorstand gegen 15.00 Uhr nicht eilig abreisen wollte oder musste, hatte noch Gelegenheit, in dem sich anschließenden Diskussionsforum die Resultate der Tagung und Impulse für den Verband und zukünftige Tagungen zu diskutieren. So fanden sich gut ein Drittel der TeilnehmerInnen zu einer produktiven Austauschrunde zusammen, um gegen 16.00 Uhr endültig müde, aber erfüllt die Heimreise anzutreten.