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DFP Fachtagung 2020 verschoben auf 2021

10. September 2020

Die DFP Fachtagung bleibt auch 2021 in Berlin.
Dank der Flexibilität aller Podiumsgäste, ModeratorenInnen und Workshop-LeiterInnen können wir das Programm nach aktueller Information so halten wie für 2020 geplant.

Wir freuen uns darauf euch/Sie dann unter optimalen Rahmenbedingungen begrüßen zu dürfen und gemeinsam eine inspirierende und persönlich bewegende Tagung mit euch/Ihnen allen zu erleben.

Thema: Perspektiven und Gemeinsamkeiten von Psychodrama und Psychoanalyse
Datum: 12. + 13. November 2021
Ort: Berlin (genauere Angaben folgen)
Kooperationspartner: Psychodramaforum Berlin unter der Leitung von Gabriele Stiegler

 

Moderation des Podiumsgesprächs am Freitag:

Julia Mink, Berlin

Psychodrama-Weiterbildungsleiterin am Psychodramaforum Berlin

Schauspielerin, Schauspiel-Coach

Informationen zu den Workshops

Meine Identität als Psychodramatikerin oder Psychodramatiker, Die mentalisationsorientierte Theorie des Psychodramas als Grundlage zur Klärung des eigenen psychodramatischen Leitungsstils / Reinhard T. Krüger

Das Konzept der Mentalisierung wurde ursprünglich von PsychoanalytikerInnen entwickelt. Es ist aber ein methodenübergreifendes Theoriekonzept. Es besagt, dass die inneren Bilder eines Klienten oder eines Patienten sich nach der Beratung oder Therapie verändert haben müssen. Sonst war die Beratungs- oder Therapiesitzung sinnlos.

Die Teilnehmenden bestimmen in dem Workshop ihren je eigenen Leitungsstil anhand eines schriftlichen Übersichtsplans, den der Leiter zur Verfügung stellt. Sie legen auch die Gegenrolle zu ihrer eigenen Identität fest. Sie wechseln in ihre Gegenrolle und versuchen, diese auszugestalten. Sie gehen zum Beispiel als Psychodramatikerin, die mentalisationsorientiert arbeitet, in die Gegenrolle einer rollentheoretisch orientiert arbeitenden Psychodramatikerin oder in die Rolle einer rein intuitiv arbeitenden Psychodramatikerin. Sie führen dann in ihrer Gegenrolle als „Expertin“ oder „Experte“ eine „Podiumsdiskussion“ mit einer Person, die eine andere Position vertritt. Die Gruppenmitglieder können die Diskutierenden dabei als Doppelgängerin oder Doppelgänger unterstützen.

Literatur: Reinhard T. Krüger (2020). Störungsspezifische Psychodramatherapie. Göttingen: Vandenhoeck & Ruprecht, 2. überarbeitete Auflage.

Reinhard T. Krüger, Dr. med., Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapeutische Medizin in eigener Praxis. Schwerpunkte: Störungsspezifische Psychodramatherapie, psychodramatische Einzeltherapie und theoretische Begründung des Psychodramas. Ausbildungsleiter und Supervisor für Psychodrama am Moreno-Institut Edenkoben/Überlingen.
Krüger, R. T., Riethof 7, D-30916 Isernhagen, Deutschland, E-Mail: krueger.reinhard@htp-tel.de

Innere und äußere Begegnungen am Beispiel - transgenerationaler Spuren kollektiver Traumata / Hilde Gött, Dania Appel, Elinor Zalmona und Manfred Jannicke

In diesem Workshop wird ein Raum geschaffen, um die verschiedenen Internalisierungen von Erfahrungen in (individuellen) Rollen zu erleben, wie
• „Ich“ und „Du“ (Lacan)
• „Opfer“ und „Täter*in“
• transgenerationale Vermächtnisse
• als Partei in persönlichen und / oder kollektiven Konflikten.
Wenn wir es nicht schaffen, der jeweils „anderen Seite“ zu begegnen, bleiben wir in Einsamkeit.
Alle Begegnungen werden auf ihre transgenerationalen Hintergründe wie den 2. Weltkrieg, die Shoah, die Teilung Europas, das Leben auf beiden Seiten des eisernen Vorhangs, … bezogen. Aktuelle Folgen dieser historischen Konflikte sind zum Beispiel Konflikte an den Grenzen Europas, Flucht und Vertreibung, Minderheiten – Mehrheiten, bis hin zum Umgang mit den Folgen der Corona Pandemie…

Die Erfahrungen in unseren Workshops können zu neuen inneren und äußeren Begegnungen mit „dem Anderen“ und „dem Fremden“ führen. Unser Ziel ist dabei nicht Vergebung oder Versöhnung, sondern das Finden neuer Wege der Anerkennung, des Zusammenlebens und des Respekts für die Erinnerungen Anderer durch Dialog. Siehe auch: transgenerationalencounter.de
Wir arbeiten mit Methoden aus dem Psychodrama und der Expressive Arts Therapy.
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Hilde Gött geboren in Rumänien als Enkelin von SS-Mitgliedern, deren Frauen nach Sibirien deportiert wurden. MSc. Psychotherapie, Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeutin. Sie ist zertifizierte Trainerin und Supervisorin der Psychodrama Association für Europa e.V. (PAfE) und DGSv. Sie unterrichtet und supervidiert seit mehr als 25 Jahren in Deutschland und Europa. Mit Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen arbeitet sie im Bereich Trauma, häusliche und politische Gewalt.

Elinor Zalmona-Bollag in Israel als Enkelin polnischer Immigranten geboren. Die Eltern, Schwester und Bruder der Großmutter wurden zusammen mit den meisten Juden des Stettels im Wald bei Konin in Polen ermordet. Sie studierte Anthropologie und Theater an der Hebrew Universität in Jerusalem und ist zertifiziert als Psychodramatikerin. Sie arbeitet mit Kindern und deren Eltern als Gruppenleiterin im klinischen, sozialen und pädagogischen Bereich und ist Mutter von vier Töchtern.

Dania Appel geboren in der Schweiz als Tochter eines Überlebenden der Shoah. Ihr Vater konnte zusammen mit seiner kleinen Schwester im letzten „Kindertransport“ von Berlin nach England entkom-men. Alle anderen Mitglieder der deutschen Familie wurden in Auschwitz ermordet. Ausgebildet in Erziehungs¬wissenschaften, C.A.G.S. in Intermodal Arts Therapy, zertifizierte Trainerin in Transgenera-tional Therapy, arbeitet Dania mit Alkoholabhängigen, als Ausbilderin und Lehrerin in Intermodal Arts Therapy, in ihrer privaten Praxis wie auch als Gruppenleiterin in sozialen und Krankenhauskontexten. Sie lebt in Genf.

Manfred Jannicke 1965 in Berlin in eine Familie geboren, die zur einen Hälfte aus Nazis bzw. Wehr-machtsangehörigen und zur anderen Hälfte aus überlebenden Sozialist*innen und Kommunist*innen bestand (3. Generation). Dipl.Soz.Pädagoge, Leiter einer diakonischen Organisation zum Schutz von Kindern und Jugendlichen, Psychodramaleiter(DfP/PIfE), Supervisor, Krankenpfleger, Vater von zwei Kindern.

Sprachen: Deutsch, Englisch, Französisch, Hebräisch, Rumänisch.

Internal and external encounters using the example of transgenerational traces of collective trauma

We will create a space to experience different internalizations of roles like
• „Me“ and „You“ (Lacan)
• „victim“ und „perpetrator“
• transgenerational legacy
• as a party in individual and / or collective conflicts.
If we do not succeed in encountering the opposite side of these role pairs we stay lonely.
We refer all encounters in our workshops to the transgenerational backgrounds as WW2, Shoah, the division of Europe, life on both sides of the “iron curtain”, … . Actual outcomes of these historical events are for example European border conflicts, flight and expulsion, minority – majority issues, up to the effects of the Corona pandemic, … .
The experiences in our workshops can lead to new internal and external encounters with „the other“ and „the different“. They may not lead to forgiveness or reconciliation but to find new ways of recognition, co-existence and respect for the different memories through dialogue. See also: transgenerationalencounter.de
We work with methods of Psychodrama and Expressive Arts Therapy.

Hilde Gött– born in Romania as a granddaughter of SS members whose wives were deported to Siberia. Trainer Director, MSc Psychodramapsychotherapy. Hilde is Certified Trainer and Supervisor (DGSv) of Psychodrama for the “Psychodrama Association for Europe”(PAfE) and has been teaching more than 20 years in Germany and Europe.
She is a Children and Adolescent Therapist, focusing on trauma, domestic violence and suicidal cases.

Elinor Zalmona- Bollag– Born in Israel as a granddaughter of immigrants from Poland. Her parents, sisters and brothers of her grandmother were killed by the Nazis in the forest near Konin, Poland, together with the majority of the town’s Jewish community. Graduated from the departments of Anthropology and Theater Studies at the Hebrew University, Jerusalem, certified as Expressive Arts Therapist specialized in psychodrama. Elinor works especially with children and parents in the private and public sectors and as group’s facilitator in clinical, social and educational context.

Dania Appel– born in Switzerland as a daughter of a survivor of the Shoah. Her father, together with his little sister, managed to escape from Berlin to England with the last «Kindertransport». All the other members of the german family were killed in Ausschwitz. Graduated in Educational Sciences, C.A.G.S. in Intermodal Arts Therapy, certified trainer in Transgenerational Therapy, she works with alkohol addicted people, as a teacher and therapist in the Intermodal Arts Therapy training, in her private praxis, as well as a group facilitator in social and hospital contexts.
Manfred Jannicke– born 1965 in West Berlin into a family consisting of NSDAP/Wehrmacht members to the one and socialist/communist party members to the other side. Manfred is a male nurse, social pedagogue, certified Leader of Psychodrama (PAfE/DFP) and Supervisor. He serves as head of a diaconal organisation for protection and welfare of children, adolescents and their families.

Manfred Jannicke– born 1965 in West Berlin into a family consisting of NSDAP/Wehrmacht members to the one and socialist/communist party members to the other side. Manfred is a male nurse, social pedagogue, certified Leader of Psychodrama (PAfE/DFP) and Supervisor. He serves as head of a diaconal organisation for protection and welfare of children, adolescents and their families.

Possible languages: German, English, French, Hebrew, Romanian

EINSAMER NIE / Agnes Dudler und Eckhart Neumann

Im Psychodrama gehen wir davon aus, dass Menschen Gruppenwesen sind, für die Verbundenheit und Zugehörigkeit essentiell sind.
Durch die Coronakrise wurde manchen ihre Einsamkeit schmerzhaft erlebbar. Was führt dazu, oder wie schafft es jemand, sich einsam zu füh-len, sich nirgends zugehörig zu erleben? Diese Frage, vorgetragen meist eher als Klage, beschäftigt uns oft in Behandlungen.
Ausgehend von Gottfried Benns Gedicht „Einsamer nie“ und Bildern von Einsamkeit, die die Teilnehmenden mitbringen, werden wir uns in diesem Workshop dem Thema nähern und es in Szenen und psychoanalytischer Reflektion untersuchen.

Agnes Dudler, Psychodramatikerin,
Jg. 1946, Diplom-Psychologin und Diplom-Pädagogin, Psychologische Psychotherapeutin; Beratung, Coaching, Psychotherapie und Supervision in freier Praxis in Bonn; Gründerin und 20 Jahre Leitung des Instituts für Psychodrama SZENEN; Fort- und Weiterbildung in Psychodrama und zu Themen von Transgenerationaliät, Gender, e.a.. Ausführliche Erfahrun-gen in körperorientierten Verfahren und Meditation.

Eckhart Neumann, Psychoanalytiker,
Diplom-Psychologe, Psychotherapeut in freier Praxis, Gutachter, Lehrana-lytiker sowie Dozent und Supervisor am Kölner Institut für Psychoanalyse. War als Musiktherapeut und Psychoanalytiker in Kliniken und Erziehungs-beratung tätig. Autor und Mitherausgeber des Buches: „Psychodynami-sches Denken und Handeln in der Psychotherapie“, Psychosozial-Verlag 2017.

Einsamer nie –
Einsamer nie als im August:
Erfüllungsstunde – im Gelände
die roten und die goldenen Brände
doch wo ist deiner Gärten Lust?

Die Seen hell, die Himmel weich,
die Äcker rein und glänzen leise,
doch wo sind Sieg und Siegsbeweise
aus dem von dir vertretenen Reich?

Wo alles sich durch Glück beweist
und tauscht den Blick und tauscht die Ringe
im Weingeruch, im Rausch der Dinge –:
dienst du dem Gegenglück, dem Geist.

Der Traum als das Andere der Gesellschaft / Dr. Ullrich Ahrens und Gabi Stiegler

Wir sind es gewohnt den Traum als individuelle Erfahrung zu sehen, die wenig anschlußfähig zu den kollektiven Schauplätzen unserer Wachrealität ist.

Die Annahme, von der wir ausgehen, lautet, dass unter den Bedingungen einer weltweiten Pandemie und einer einhergehenden Weltwirtschaftskrise, gesellschaftlich erlebte Bedrohungen und Ängste tief in das Unbewußte des Individuums hineinreichen und kollektive Traummotive erzeugen, die typisch für die augenblickliche soziale Situation sind.

In dem Workshop wollen wir einen Traum, der unter diesen Bedingungen geträumt worden ist, und den wir als typisch erachten, psychoanalytisch deuten und psychodramatisch inszenieren. Am Ende des Prozesses sind wir neugierig, wie psychoanalytisches Nachdenken über den Traum und psychodramatisches Erleben mit dem Traum überraschend ähnliche oder überraschend andere Deutungen produzieren. Und schließlich einigen wir uns auf die Erkenntnis des Meisters, das der Nabel des Traumes unerkennbar bleibt und lachen gemeinsam über unsere Mühen, das Unerkennbare erkennbar zu machen.

Gabriele Stiegler, Berlin

  • Dipl.-Psych./Psychodramatherapeutin/Lehrsupervisorin (DFP)
  • Management- und Führungskräfte-Trainerin
  • Gründerin und Leiterin des Psychodramaforum Berlin

Dr. Ullrich Ahrens, Hannover

MA-Psych. arbeitet als Psychodrama-Therapeut (DFP) im ambulanten Bereich der Psychiatrie und als Weiterbildungsleiter am Psychodramaforum Berlin

Drama und Analyse – GemEINSAM in die Supervison / Anke Carraro-Walter und Dina Dolgin

Welche Möglichkeiten liegen für die Supervision in der Verbindung von Psychodrama und Psychoanalyse?
In dem Workshop sollen durch den Vergleich beider Verfahren (die beide ursprünglich für die Psychotherapie beziehungsweise für die analytische Psychotherapie konzipiert waren) die Einsatzmöglichkeiten für die supervisorische Praxis entdeckt werden.

So beschäftigt sich die Psychoanalyse vor allem mit Symbolen, die mehrere Bedeutungen in sich verdichten, mit der Inszenierung ungelöster Konflikte, sowie mit körperlichen Sensationen und nicht verbalisierten Affekte und Erfahrungen. Damit ist eine hervorragende Brücke geschaffen für den Transfer in die psychodramatische Arbeit. Durch das Mittel der szenischen Darstellung im Psychodrama werden diese Konflikte auf der Bühne externalisiert und sichtbar gemacht. Dabei arbeitet die psychodramatische und psychoanalytische Supervision mit Übertragung und Gegenübertragung, nimmt Abwehrmechanismen und Widerstände wahr und zeigt auf, wie sich alte Beziehungsmuster in beruflichen Zusammenhängen aktualisieren.

Nach einer kurzen, psychodramatisch inszenierten Theorieeinheit werden wir anhand supervisorischer Fallarbeit unterschiedliche oder ähnliche Interventionen und Handlungsoptionen, die sich aus den beiden Verfahren ergeben, spielerisch ergründen bzw. entwickeln. Dabei wird auch die Grenze zwischen therapeutischem und supervisorischem Arbeiten thematisiert.

Vom Agieren im Realen zum psychodramatisch-analytischen Symbolspiel – Eine Kinderpsychodramatikerin und eine Psychoanalytische Pädagogin begegnen sich. / Bernadette Neuhaus & Andrea Meents

In unserem Workshop stellen wir in einem Fachdialog verfahrensspezifische Methoden des Kinderpsychodramas, wie sie von A. Aichinger und W. Holl entwickelt wurden, in Zusammenhang mit psychoanalytischen Ansätzen dar. Insbesondere das „Szenische Verstehen“ von Alfred Lorenzer und die Entwicklungstheorie von D.W. Winnicott, vor allem seine Überlegungen zum „Potenziellen Raum“, sind wertvolle Ansätze, die für ein integrierendes Verfahren genutzt werden könnten.
Anhand von Fallvignetten und Szenen unterschiedlicher Settings und Arbeitsfelder (Psychiatrie, (teil-)stationäre Gruppen, Schule, Beratung, Psychotherapie) werden wir die theoretischen Ausführungen gemeinsam mit den TeilnehmerInnen des Workshops verlebendigen.
Für die Teilnehmenden besteht dann die Möglichkeit, eigene Fallvignetten zu spielen, gemeinsam zu reflektieren, um sich abschließend die Frage zu beantworten:
„Was trennt, was eint diese beiden Verfahren und möchte ich sie in meiner Arbeit ergänzend, integrierend nutzen?“

Bernadette Neuhaus, Dipl.Soziologin, Förderschullehrerin. Weiterbildungen: Kinderpsychodrama, Psychoanalytische Pädagogik und Supervison mit gruppendynamischem und psychoanalytischem Ansatz. Tätigkeitsfelder: Leitung von Kinderpsychodramagruppen im schulischen Bereich, Förderschullehrerin an verschiedenen Schulformen sowie in einem Beratungs- und Förderzentrum für Erziehungshilfe, Supervisorin in verschiedenen Feldern der Kinder- und Jugendhilfe, Fortbildnerin im Bereich Psychoanalytische Pädagogik.Mitglied im Vorstand des Frankfurter Arbeitskreises für Psychoanalytische Pädagogik

Andrea Meents, Diplom-Psychologin, Psychodrama-Therapeutin, Kindertherapeutin Psychodrama. Tätigkeitsschwerpunkte: Stationäre Jugendhilfe, stationäre Kinder- und Jugendpsychiatrie, ambulante tiefenpsychologische Psychotherapie mit Kindern und Jugendlichen. Ausbildung, Weiterbildung und Supervision für Telefonberatung (Kinder-und Jugendtelefon / Nummer gegen Kummer) und Tagespflege für Kinder. Lehrbeauftragte am Moreno Institut Edenkoben/Überlingen mit den Schwerpunkten Monodrama, Kinder- und Jugendlichenpsychotherapie, Arbeit mit Familien.

Psychodramatische und gruppenanalytische Supervision / Prof. Dr. Michael Opielka

Während die psychodramatische Supervision Konflikterleben in Szene setzt und dazu eine Bühne generiert, inszeniert die gruppenanalytische Supervision die Bühne im Kopf. Diese offensichtliche Differenz verschwimmt allerdings, wenn die Bühne minimiert wird, beispielsweise auf einen leeren Stuhl oder andere Imaginationen, oder wenn erfahrbar wird, dass freie Einfälle und Übertragungsbeziehungen in einem sozialen Kopf stattfinden, die Gruppe also trotz der Begrenzung auf das Kommunikationsmedium Sprache komplexe Bilder generiert. Was können beide Ansätze voneinander lernen? Wie werden sie in der Praxis bereits miteinander verknüpft?

Zur Person: Michael Opielka ist Erziehungswissenschaftler (Dipl.-Päd.) und habilitierter Soziologe. Psychodramatische Ausbildung am Institut für Psychodrama Dr. Ella Mae Shearon in Köln bei Dagmar Meyer-Anuth. Psychoanalytische Ausbildung bei der Psychoanalytischen Arbeitsgemeinschaft Köln-Düsseldorf PSAG in Köln. Ausbildung zum Gruppenanalytiker bei der Internationalen Arbeitsgemeinschaft für Gruppenanalyse IAG in Altaussee. Mitglied der Deutschen Gesellschaft für Coaching (DGfC). Seit 1987 leitet er das ISÖ – Institut für Sozialökologie gGmbH in Siegburg (www.isoe.org). Seit 2000 ist er Professor für Sozialpolitik an der Ernst-Abbe-Hochschule in Jena, dort seit vielen Jahren Methodenseminare zu Psychodrama und Gruppenanalyse sowie Leitung von Supervisionsgruppen.

Kontakt: michael.opielka@isoe.org

 

DFP Fachtagungen – Das sagen TeilnehmerInnen

17. Februar 2020
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DFP Fachtagung 2019: „AUS DEM VOLLEN SCHÖPFEN“ Foto Impressionen

16. Januar 2020

Tag 1 – Start der Tagung, Warm-up und Impulsvortrag

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Tag 1 – Jubiläum, Ehrungen, gemeinsam Feiern

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Tag 2 – Impressionen aus den Workshops und dem neuen Werkstatt Format

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DFP Fachtagung 2019 – Ein Rückblick von Annette Bruhn

15. Januar 2020

„25 Jahre DFP – Aus dem Vollen schöpfen“

Die Jubiläumstagung des DFP fand in diesem Jahr vom 08.-09.11.2019 im Tagungshaus des CJD in Bonn Castell statt. Zum 25 jährigen Bestehen hatte der Verband mit einem besonders farbenfroh gestalteter Flyer geworben und eingeladen. Mit einer erfreulich hohen Anmeldezahl von knapp über 100 TeilnehmerInnen waren viele Interessierte, auch viele Nichtmitglieder des DFP, AusbildungskandidatInnen oder einfach Psychodrama-Interessierte der Einladung gefolgt.
Die Tagung wartete neben dem geplanten Festakt mit Würdigung der vielen WegbegleiterInnen des DFP mit diversen konzeptionellen Veränderungen auf. Aufgegriffen wurde das in früheren Jahren schon einmal praktizierte Kooperationsmodell in der Tagungsplanung. Die Zusammenarbeit des DFP-Vorstandes mit einem Institut, eine Konzeption die auch in den nächsten Jahren so fortgeführt werden soll, übernahm in diesem Jahr vorreiterrisch das Szenen Institut Köln, das sich in der Planung und Ausrichtung der Tagung mitverantwortlich zeigte. Mit Maud Bermann und Sophie von Knebel, zwei junge engagierte Mitglieder des Szenen-Instituts, die eigene Ideen mitbrachten, profitierte die Tagung vom frischen Wind und neuen Ideen. Mit der Einführung der Werkstätten wurde über die bekannten Workshops hinaus eine neue Plattform geschaffen, die eine intensivere Beschäftigung mit persönlichen Themen und Ideen ermöglichte und auch einen neuen Raum zur Mitgestaltung bieten sollte. Bereits im Vorfeld hatte jede/r Gelegenheit, auf der Homepage ein Werkstatt-Thema einzustellen bzw. sich einem Themengebiet anzuschließen.
Wie gewohnt starteten wir am Freitagnachmittag. Ab 14.00 Uhr konnte bei einem kleinen Imbiss im Foyer des Tagungshauses das Ankommen, Begrüßen und Wiederbegegnen zelebriert werden oder am Bücherstand die ersten Themeneindrücke gesammelt werden. In der Galerie „Zweieinhalb Jahrzehnte DFP-Arbeit“ hatte die Planungsgruppe die Tagungsflyer der vergangenen Jahre zusammengetragen und so konnte hier die Reichhaltigkeit der Themen und auch deren unverändert hohe Aktualität bewundert werden. Oder aber man entdeckte einfach den ein oder anderen bekannten Namen der die über die Jahre immer honorigeren Auswahl der Dozenten. Der große Tagungssaal selbst war „geschmückt“ worden. Pinnwände boten einen Überblick über die Vorstände des DFP der letzten 25 Jahre, aber auch über die neuen Angebote der Workshops und Werkstätten. Und nicht zuletzt zog ein riesiges 2×3 Meter großes Banner, auf dem sich der üppige Farbklecks des Flyers in Großformat wiederholte, die Aufmerksamkeit auf sich.
Derart voreingestimmt auf eine farbenfroh-festliche Tagung eröffneten um 15.00 Uhr im Namen des DFP- Vorstandes der 1. Vorsitzende Frank Sielecki und die Planungsgruppe des Szenen-Institutes. Angela Winkler als Leitung des Szenen-Institutes wurde von Stefan Flegelskamp aus privaten Gründen würdig vertreten. Birgit Lessmann begleitete zudem die Tagung künstlerisch und rief zur Schaffung eines gemeinsamen kreativen Werkes auf. Unsere nun schon im 3. Jahr bewährte junge Fotografin sollte die Tagung fotografisch dokumentieren.
Stefan Flegelskamp sorgte in der Großgruppe unter dem Motto „Szenen der Begeisterung“ für reichlich lebendige und laute Rollenübernahmen entlang diverser Begrüßungsrituale von Jugendlichen bis hin zu wildem Gekreische der Teenies und ermöglichte so eine kurzweilige Anwärmung und Einfühlung. Nach immer neuen Begegnungen im Rollentausch konnten wir schließlich im Großkreis unsere visionären Wünsche für das Psychodrama einbringen über die Frage: „ Wenn ihr nicht scheitern könntet, was würdet ihr hier, jetzt und heute psychodramatisch einführen, verändern, erneuern?“. Viele interessante, ja wagemutige Ideen wurden daraufhin in die Gruppenmitte gebracht.
Derart angewärmt wurden wir von Maud und Sophie zum Vortrag von Prof.Dr.Ferdinand Buer „Spielräume eröffnen für ein menschenwürdiges Leben Jetzt! Oder: Das Psychodrama als Bühne des kreativen Humanismus“ hingeführt. Ferdi Buers Vortrag, den er uns dankenswerter Weise zum Abruf für die DFP Homepage zur Verfügung gestellt hat, hat uns wohltuend und dabei optimistisch mit der Ethik des Humanismus neu vertraut gemacht, mit Menschenwürde, Würde und dem „Aufrechten Gang“ in Kontakt gebracht. Als „Kreative Humanisten“ sind wir nun von Ferdi Buer aufgerufen, an der Förderung einer würdevollen solidarischen Gesellschaft durch Bildungs- und Lernprozesse mitzuwirken. Die anschließend umfangreiche Diskussion seines Vortrages verdeutlichte dabei vertieft die insgesamt breite Zustimmung und breite Aufmerksamkeit der ZuhörerInnen und führte schließlich von der „Menschenwürde“ zum geplanten Festakt: der „Würdigung“ im Rahmen des 25 jährigen DFP-Bestehens.
Ute Holsinger brachte die Großgruppe nach einer kurzen Pause mit einem kurdischen Kreistanz neu in Schwung. Für die Ehrung hatte sich die Planungsgruppe mit den Ritualen des im benachbarten Köln angesiedelten Karnevals befasst und beschlossen, die Würdigung in Form eines „Ordens wider den tierischen Ernst“ zu vollziehen. Bedankt und bedacht wurden so zunächst alle TeilnehmerInnen der Tagung. Alle anwesenden Delegierten des DFP, die WBK-VertreterInnen, die InstitutsleiterInnen sowie alle anwesenden alten und neuen VorständlerInnen betraten nach und nach unter Applaus die Bühne und nutzten noch einmal die Gelegenheit, ihre jeweiligen Funktionen und ihre Geschichten im DFP aufleben zu lassen. Die Gruppe profitierte von dem reichhaltigen Erfahrungsschatz, den z.T. humorigen, aber auch besinnlichen Geschichten. Besonders gefreut hat uns der Besuch der von Beginn an im DFP Engagierten, darunter Ferdi Buer, Jörg Hein, Jorge Burmeister, Helmut Schwehm, Peter Wollsching-Strobel, Ulla Fangauf, Kersti Weiss und Agnes Dudler. Immer wieder wurde an die Gründungszeiten mit kleinen Vignetten und Erzählungen erinnert und v.a. an Marianne Schneider-Düker als damals engagierte und treibende Kraft für Psychodrama und DFP, die am Tag der DFP-Gründung ihrer schweren Krankheit erlag. Annette Bruhn erinnerte an sie mit einer besonderen Würdigung. Auch Jörg Hein erinnerte noch einmal an die Gründungszeiten des DFP, und auch an das zurückliegende 20 jährige DFP-Jubiläum, zu der er eine Festrede verfasst hatte.
Als Tagesabschluss und bevor es zum gemeinsamen Abendessen gehen sollte präsentierte uns das Planungsteam bei einem Glas Sekt eine wunderbare Geburtstagstorte, geschmückt und verziert mit dem Farbklecks des Flyers, die anschließend als Dessert verzehrt werden durfte. So wurde dann auch der gesellige Abend mit Musik von DJane Sabine Kern eingeläutet. Zuvor hatten die TeilnehmerInnen die Aufgabe bekommen, einen Musikwunsch in Kleingruppen szenisch umzusetzen und vorzuführen, wobei wir uns dabei von einem reichhaltigen Verkleidungsbuffet bedienen konnten. Die so aufgelockerte und feierlaunige Stimmung fand in intensivem Tanz und viel Begegnungen erst spät in der Nacht einen fröhlichen Ausklang.
Der Samstagmorgen startete mit einem gemeinsamen Lach-Yoga, angeleitet von Ute Holsinger. Wach, energetisch und bestens gelaunt begaben wir uns sodann in die im Voraus ausgewählten Workshops, deren Beschreibung im Detail auf der Homepage weiterhin abrufbar ist. Mit einer reichhaltigen Workshop-Themenauswahl von „Achtsamkeit und Selbstfürsorge“ , „Forschung im Zauberwald“, „Sozialem Lernen bei Jugendlichen“, „Supervision –Coaching-Organisationsentwicklung“, über „Soziodrama“, „Psychodrama und Sprache lernen“ , „Verfilmte Psychodrama-Theorie“ sowie „Theatrale Elemente im Psychodrama“ konnten die TeilnehmerInnen aus dem Vollen schöpfen und das reichhaltige Anwendungsrepertoire des Psychodramas kennenlernen.
Nach der Mittagspause, die bei manch einem mit regem Austausch und Diskussion des aus den Workshops mitgebrachten Materials angereichert war, formierten sich in den Werkstätten schnell neue, z.T. auch bereits im Vorhinein bekundete Interessensgemeinschaften (die Werkstättenthemen sind im Detail auf der Homepage einsehbar), die nun ausreichend Zeit bekommen sollten, anstehende Eindrücke, Fragen, Themen zu vertiefen und zu erarbeiten. Wie gewohnt konnten die Gruppen zum Abschluss ihre Arbeitsresultate in Form kleiner Vignetten in der Großgruppe präsentieren.
Zum Ausklang bei Kaffee und Kuchen regte Birgit Lessmann noch einmal an, sich auf dem großen Banner mit Bemerkungen zu verewigen. Die Eindrücke der diversen Arbeiten lassen sich wie immer in der fotografischen Dokumentation auf der Homepage abrufen.
Wir bedanken uns bei allen Teilnehmenden, die mit uns reichhaltig aus dem Vollen geschöpft haben und freuen uns auf nächstes Jahr in Berlin!

Keynote von Ferdinand Buer auf der DFP Fachtagung 2019

20. November 2019

Wir danken Ferdinand Buer für eine leidenschaftliche Keynote und das Skript, dass wir auf vielfachen Wunsch gerne hinterlegen. Viel Freude beim Nachlesen.

Spielräume eröffnen F. Buer

DFP Fachtagung 2019

5. April 2019

Unter dem Motto „AUS DEM VOLLEN SCHÖPFEN“ werden in diesem Jahr die Institute ein paar ganz besondere „Schätze“ auf die Bühne bringen. Wir werden die Vielfalt der Methoden des Psychodramas erleben und viel Gelegenheit für einen intensiven Austausch unter Kollegen haben. Besonders freuen wir uns darauf, ein neues, interaktives und co-kreatives „Werkstatt“ Format gemeinsam auszuprobieren. Lasst Euch überraschen und inspirieren.

Alle weiteren Informationen findet Ihr im Programmflyer.

Die Anmeldung ist über das Online-Formular möglich.

Diese Workshops erwarten Euch

Achtsamkeit und Selbstfürsorge in der traumasensiblen Beziehungsarbeit - Christa Meyer-Gerlach, Alfred Hinz

Möglichkeiten szenisch kreativen Arbeitens bei schweren Belastungen.

In der Psychodramatherapie unterstützen wir traumatisierte Menschen mit szenisch-kreativer Arbeit darin, den verlorenen Bezug zu sich und der Welt wiederzufinden. Das Psychodrama mit seiner ressourcenorientierten humanistischen Grundhaltung stellt „Anwärm-, Dehnungs- und Flexibilisierungsangebote für Menschen mit verlorener Spontaneität zur Verfügung.“ Es ermutigt sie, „mit Kreativität dort weiter zu machen, wo sie bisher die Selbsterkundung und Selbstfindung aufgrund eines zu hohen Angstpegels immer wieder haben abbrechen müssen“ (Ottomeyer, K., Psychodrama-Therapie, 2004). Traumasensible Beziehungsarbeit bedeutet zugleich, die eigene Person selbstfürsorglich und achtsam in den Blick zu nehmen. Dies schützt davor, dem emotionalen Feld von Körperempfindungen, Bildern und Worten nicht nur ausgeliefert zu sein, sondern einen resilienten Umgang mit dem Unvorstellbaren zu finden.

In dem Workshop gehen wir der Frage nach, wie szenisches Arbeiten für alle Beteiligten traumasensibel gestaltet werden kann und welche Arrangements und Verfahrensschritte in der psychodramatischen Traumatherapie heilsam sein können.

Christa Meyer-Gerlach
Dipl.-Musiktherapeutin (DMTG), Psychodrama-Leiterin (DFP), Supervisorin, Coach (DGSv), Lehrsupervisorin.
Lehrbeauftragte für szenisch-kreative Verfahren. Heilpraktikerin f. Psychotherapie (ECP), Körperpsychotherapeutin (BAPt), Psychotraumatherapeutin.
Jahrg. 1962, Hamburg.

Supervision, Coaching, Musik, Theater, Tanz, Psychotherapie

Alfred Hinz
Dipl.-Psych., Psychol. Psychotherapeut, Psychodrama-Therapeut (DFP).
Lehrbeauftrager für szenisch-kreative Verfahren. Seit vielen Jahren tiefenpsychologisch fundierte Psychotherapie
in einer Einrichtung für abhängigkeitskranke Männer und Frauen.
Selbständige Tätigkeit im Bereich Beratung, Coaching und Supervision.
Jahrg. 1962, Hamburg.

Psychosoziale Beratung, Psychotherapie, Suchttherapie

Forschung im Zauberwald: Spielen hilft! - Dagmar Mingers, Heidi Schaul

Evaluation einer kinderpsychodramatischen Gruppenarbeit mit Vorschulkindern

In unserem Workshop stellen wir unsere Gruppenarbeit mit Vorschulkindern vor, die wir in ihrem letzten Halbjahr vor der Einschulung in ihren sozial-emotionalen Fähigkeiten stärken wollen, da sie entweder auffälliges Verhalten zeigen oder ihnen aufgrund von belasteten Lebenslagen Entwicklungsrisiken drohen. In der Arbeit mit dieser Altersstufe bemerken wir immer wieder, wie sehr die Kinder das freie Spiel genießen, wie kreativ sie diesen Rahmen nutzen und wie leicht im Geben und Nehmen des gemeinsamen Spiels Entwicklung der Gruppe und der einzelnen Kinder gelingen kann.

Wir wollen Einblick in die Gruppenstunden geben und sie im gemeinsamen Spielen mit den TeilnehmerInnen des Workshops erlebbar machen.
Dabei wollen wir die Entwicklung eines Kindes und seiner Rollen näher beleuchten.

Seit zwei Jahren lassen wir diese Gruppenarbeit im Rahmen eines Forschungsprojekts evaluieren und möchten die ermutigenden Ergebnisse präsentieren.

Dagmar Mingers, geb. 1972, Soziale Arbeit M.A., Dipl. Musiktherapeutin, Psychodrama-Kindertherapeutin, Psychodramaleiterin für Erwachsene, Weiterbildungsleiterin am Szenen-Institut, langjährige Mitarbeiterin der Erziehungsberatungsstelle & Kinderschutz-Zentrum Aachen

Heidi Schaul, geb.1962, Dipl. Musiktherapeutin, Dipl. Klavierpädagogin, Psychodrama-Kindertherapeutin, Psychodramaleiterin für Erwachsene, Weiterbildungsleiterin am Szenen- Institut, Langjährige Mitarbeiterin der Caritas Familienberatung Aachen

Türöffner Psychodrama und Soziales Lernen für Jugendliche und junge Erwachsene - Judith Maschke

Nicht immer ist der ausgerollte Teppich zur großen Bühne die passende Einladung zum Psychodrama…

Dieser workshop bietet Ihnen die Möglichkeit, unterschiedliche niedrigschwellige
Spiele und Übungen für Jugendliche und junge Erwachsene im Gruppen- und Einzelsetting
kennenzulernen und auszuprobieren.

Diese Türöffner führen in Räume, die je nach Arbeitsfeld unterschiedlich betreten und gestaltet werden können.

Judith Maschke
Diplom-Sozialarbeiterin
Spiel- und Theaterpädagogin
Psychodrama-Kindertherapeutin (DFP/PDH)
Coach und Supervisorin (DGSv)

Lehrbeauftragte für Psychodrama mit Kindern, Jugendlichen und Familien/Duale Hochschule Baden-Württemberg
Gesellschafterin und Lehrbeauftragte/Moreno Institut Stuttgart
Freie Praxis in Stuttgart
Freiberuflerin seit 1. Mai 2000, voher in der Offenen Kinder- und Jugendarbeit im Sozialen Brennpunkt
Langjährige Erfahrung mit Jugendlichen und jungen Erwachsenen im Sozialen Brennpunkt, in der Straffälligenhilfe, im therapeutischen Gruppen- und Einzelsetting sowie in der Arbeit an unterschiedlichen Schulen, in Institutionen der Jugendhilfe und in Ausbildungsstätten.
Konzeption und Leitung der Weiterbildung Pädagogisches Psychodrama und Soziales Lernen mit Jugendlichen und jungen Erwachsenen/Moreno Institut Stuttgart

www.kinderpsychodrama.de
www.JudithMaschke.de

Supervision - Coaching - Organisationsentwicklung, Person-Rolle-Organisation - Prof. Dr. Peter Wertz-Schönhagen, Anke Carraro-Walter

Grundlegende und unterschiedliche Betrachtungsweisen und Fragestellungen der Formate Supervision, Coaching und Organisationsentwicklung verstehen.
Im Workshop wollen wir uns mit der kraftvollen Wirkung des organisationalen Kontextes auf die beruflichen Rollen und Rollenspieler*Innen befassen.

Dr. Peter Wertz-Schönhagen (Moreno Institut Stuttgart)
Psychodramaleiter,
Weiterbildungsleiter u. supervisor,
Lehrsupervisor
Supervision, Coaching DGSv
Organisationberatung

Anke Carraro-Walter
Mag. Soziologie/Erziehungswissenschaften, Industriekauffrau, Arbeitserzieherin,
Psychodrama-Leiterin (DFP); Supervisorin (DGSv), Praxis für Sozialberatung (Berlin),
Weiterbildungsleiterin am Moreno Institut Stuttgart

Soziodrama: Organisationen zwischen Überfluss und Erschöpfung - Grit Gierth, Christoph Buckel

Wir greifen das Tagungsmotto „Aus dem Vollen schöpfen“ auf und wollen dazu soziodramatische Explorationen anstellen. Konkret heißt das, dass wir ein themenzentriertes Soziodrama durchführen und dabei gemeinsam entdecken, was es für Menschen braucht, um in Organisationen aus dem Vollen schöpfen zu können.

Menschen machen je nach Kontext ihrer Organisation ganz unterschiedliche Erfahrungen:

  • Bei den einen sind die (äußeren) Mittel knapp, aber die innere Motivation besonders hoch,
  • bei den anderen herrschen zwar an der Oberfläche goldene Zeiten, aber innerlich sind die meisten in einer Sinnkrise,
  • bei wieder anderen ist es ganz anders und doch ähnlich.

Im themenzentrierten Soziodrama stellt sich die Gruppe eine gemeinsame Forschungsfrage und erarbeitet sich durch Inszenierung und Spiel selbst immer wieder neue Antworten. Die Teilnehmer dieses Workshops werden so gleichzeitig (Mit-)Spieler und Regisseure.

Christoph Buckel, Jahrgang 1986, Diplom-Psychologe, Psychodrama-Leiter (DFP/FEPTO), Weiterbildungen in Organisationsentwicklung, Coaching und Soziodrama. Der Autor wurde in Ansbach geboren und studierte Psychologie in Landau in der Pfalz. Heute lebt er in Karlsruhe und arbeitet in Frankfurt am Main und ganz Deutschland. Nach einer selbstständigen Zeit in der Organisationsberatung ist er seit 2013 interner Berater für Veränderungsmanagement bei der DB Fernverkehr AG. Seit der Gründung 2008 ist er Mitgestalter des Psychodrama Instituts Freiburg/Heidelberg. In jüngerer Vergangenheit baut er mit Gleichgesinnten die Soziodrama Akademie auf, um diese wunderbare Moreno‘sche Spielart weiter zu verbreiten. Er glaubt an den gewinnbringenden Einsatz von Psychodrama in Organisationen – nicht nur was die Methoden angeht, sondern vor allem auch die Haltung.

Grit Gierth, geboren 1975 in Dresden, hat Geschichte und Philosophie ebenda und Jerusalem studiert. Nach einem kurzen Abstecher nach Osteuropa ist sie seit fast 15 Jahren in Berlin zu Hause und seit 2006 als selbständige Trainerin, Beraterin und Moderatorin in ganz Deutschland für NGOs und im Gesundheitssektor unterwegs. Sie ist Mitbegründerin der Soziodrama Akademie und Mitgestalterin des Psychodrama Instituts Freiburg/Heidelberg. Nach Abschluss der Basisqualifikation „Professionell mit Gruppen und Teams arbeiten“ und der Psychodrama Grundstufe am Moreno Institut Stuttgart befindet sie sich aktuell in Ausbildung zur Psychodrama-Leiterin (DFP). Das Motto des Psychodrama Instituts Freiburg/Heidelberg „Spiel dein Spiel“ ist ihr zum Leit(ungs)satz geworden.

Psychodrama-Sprache-lernen / Psychodramaturgie Linguistique, Einführung in die PDL-Methode - Lara Vincent, Robert Zammit

Die Psychodramaturgie Linguistique ist eine erlebnisorientierte Methode für Spracherwerb und -vermittlung. Sie basiert hauptsächlich auf Grundlagen des Psychodramas und der Dramaturgie, deren Prinzipien und Verfahren für den Fremdsprachenunterricht angepasst wurden.
Die PDL bietet einen neuen Zugang zur Sprache und zum Spracherwerb: eine Pädagogik des Seins. Im Mittelpunkt stehen die Teilnehmer und die Gruppe, nicht mehr das Buch oder das Programm.
Die Fremdsprache wird gelebt und erlebt. Gezielte Übungen fördern allgemein den Spracherwerb und unterstützen den Aufbau des eigenen Ausdrucksspektrums. Sie wirken sich positiv auf die Aussprache aus. Unter anderem wird ein genaueres Zuhören trainiert, sowie die Fähigkeit sich in jemanden hineinzuversetzen, die Spontaneität und die Konzentration.
In diesem Workshop erleben Sie, anhand praktischer Beispiele wie die psychodramatischen Techniken des Doppelns, Spiegelns und des Rollenspiels in den Fremdsprachenunterricht eingesetzt werden können.

  • Hatten Sie schlechte Erfahrungen beim Erlernen einer Fremdsprache?
  • Trauen Sie sich nicht die Fremdsprache zu sprechen, obwohl Sie das meiste verstehen?
  • Sind Sie neugierig, wie psychodramatische Verfahren in der Pädagogik angewandt werden können?
  • Haben Sie Lust, andere Unterrichtsformen zu entdecken?

Sie sind herzlichst eingeladen mitzumachen!

Der Workshop wird von Lara Vincent (in der Psychodrama-Weiterbildung) und Robert Zammit (Psychodramaleiter) geleitet, beide PDL-Train-the-Trainer.

LARA VINCENT

  • Ausgebildete Lehrerin für Französisch als Fremdsprache (Grenoble, Frankreich)
  • Offiziell anerkannte PDL-Trainerin, ausgebildete PDL-Train-the-Trainer
  • In der Lehrer*innen-Weiterbildung in Deutschland tätig
  • Grundausbildung im Psychodrama
  • Leiterin der Sprachschule Lara Vie PDL
  • Mitglied des Internationalen PDL-Verbandes und des DFP

ROBERT ZAMMIT

  • Ausgebildeter Trainer Englisch als Fremdsprache für Erwachsene (Cambridge English Language Teaching Adults – CELTA)
  • Ausgebildeter PDL-Trainer und PDL-Train-the-Trainer
  • In der Lehrer*innen-Weiterbildung in Deutschland tätig
  • Anerkannter Psychodrama-Leiter (Deutscher Fachverband für Psychodrama – DFP)
  • Besitzer der Sprachschule English in flow
  • Mitglied des Internationalen PDL-Verbandes und des DFP
Lässt sich die Theorie des Psychodramas verfilmen? Ergebnisse und Diskussionen zu einem Filmprojekt - Paul Gerhard Grapentin, Dr. Andreas Krebs

Von 2018 – 2019 haben wir in 4 Drehtagen die Landkarte der Psychodramatheorie, wie sie Christoph Hutter entwickelt hat, verfilmt. Wir haben ein Theater gemietet, ein Filmteam eingeladen und uns mit insgesamt ca. 35 Kolleginnen und Kollegen durch die gesamte Psychodramatheorie gearbeitet und gespielt. Wir werden erste Ausschnitte aus den Filmen zeigen, selbst ins Spielen kommen und uns anregen lassen, um über unser Verständnis von Psychodrama zu diskutieren.

Paul Gerhard Grapentin

Geschäftsführender Inhaber des Institutes für Soziale Interaktion, Theologe, Psychodrama-Leiter (DFP, ÖAGG), Supervisor, Coach (DGSv), Lehrsupervisor.
Lehrbeauftragter für Supervision, Coaching und szenisch-kreative Verfahren, Zertifikat für Kommunikation und Führung des Schulz von Thun-Institutes, Psychotherapie (HeilprG), Zertifikat in Humanistischer Psychotherapie (AGHPT), Existenzanalytischer Logotherapeut (BAPt), tiefenpsychologisch fundierte Psychotherapie (ECP, IGT), seit 1988 in selbständiger Praxis.
Jahrg. 1951, Hamburg.

Supervision, Coaching, Paar- und Familientherapie

Dr. Andreas Krebs

Dr. phil., Dipl.-Psych., Psychodrama-Leiter (DFP), Supervisor, Coach (DGSv), Lehrsupervisor.
Lehrbeauftragter für Supervision, Coaching und szenisch-kreative Verfahren. Selbstständige Praxis für Supervision, Beratung und Fortbildung. Interessenschwerpunkt: Väterlichkeit, männliche Sozialisation.
Jahrg. 1965, Hamburg, Ahrensburg.

Supervision, Coaching, Erwachsenenbildung

Theatrale Elemente im Psychodrama, Andrea Mink, Gabriele Stiegler

Mitgestalten: Die Werkstätten

Wir führen auf der Fachtagung ein neues Format ein: die Werkstätten. Was es damit auf sich hat, erfahrt Ihr im Video. Wichtig: Ihr könnt hier schon vorher Themen vorschlagen und bereits eingereichte Vorschläge unterstützen. Details seht Ihr – falls sie eingereicht wurden – indem Ihr auf den jeweiligen Vorschlag klickt. Wir sind gespannt auf Eure Ideen!

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DFP-Fachtagung 2018 – Impressionen

29. November 2018

Wir befinden uns in starken Wandlungsprozessen in Gesellschaft, Politik, Wirtschaft und oft unter Umständen auch in persönlichen. Mit einem Vortrag des Ökonoms Wolfgang Kessler und 11 Workshops aus 8 Anwendungsfeldern sind wir das Thema wie immer sehr aktiv angegangen.

Wir bedanken uns noch einmal sehr herzlich bei allen Mitwirkenden, die viele persönliche Erkenntnisse und neue Erfahrungen ermöglicht haben.

Euer OrgaTeam: Dr. Frank Sielecki, Annette Bruhn, Ute Holsinger, Agnes Dudler, Gudrun Koch, Viola Jachmich

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DFP Fachtagung 2017 Filmischer Rückblick

9. November 2018

Rund 80 TeilnehmerInnen sind der Einladung zur Tagung gefolgt und haben sich am 03. und 04.11.2017 im Gustav-Stresemann-Institut in Bonn eingefunden. Die Jahrestagung des DFP hatte sich unter dem Titel „Spielräume erkennen und nutzen“ einiges vorgenommen, nämlich zum einen die Dimensionen „postfaktischer Realitäten“ psycho- und soziodramatisch auszuleuchten und sich zum anderen der Moreno´schen Technik der „surplus reality“ zuzuwenden.

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DFP Fachtagung 2018 – Rückblick

20. September 2018

von Annette Bruhn

Zur Jahrestagung 2018 hatte der DFP zum zweiten Mal vom 09.bis 10.November ins Gustav-Stresemann-Institut in Bonn eingeladen. Gemäß dem Tagungsmotto „Handlungsfähig im Wandel“ hatte das Vorstandsteam bei der Planung dem Wunsch von Mitgliedern und TeilnehmerInnen Folge geleistet und das Format verändert. So waren für den Samstag zwei Workshopbänder konzipiert und eine außerordentliche Mitgliederversammlung als Diskussionsforum angeschlossen worden. Hier sollte Gelegenheit entstehen, aus den noch frischen Tagungseindrücken heraus Ideen, Wünsche, Vorschläge, Perspektiven direkt einzubringen. Ein weiteres Novum war die erstmalige Zusammenarbeit mit einem Verband aus der AGHPT, in diesem Jahr durch Ute Schickardt aus dem Verband der Logotherapeuten vertreten, die vom DFP eingeladen worden war, gemeinsam mit Anatoli Pimenidou einen Workshop zu gestalten. Inhaltlich an das Thema des Vorjahres anknüpfend, nach der Beschäftigung mit Fakten, Postfakten und Realitäten, wollten wir uns in diesem Jahr nun den Wirkungen und Ausformungen der digitalen Revolution in verschiedenen Bereichen zuwenden und beleuchten, wie sich dadurch Einstellungen und Verhalten Einzelner und Gruppen verändern, z.B. bezüglich Konsum, Selbstoptimierung und Selbstregulation.
Während schon tags zuvor die Weiterbildungskommission kräftig getagt und die Köpfe hatte rauchen lassen, konnten die anderen TagungsteilnehmerInnen gewohnt entspannt am Freitag Mittag bei einem kleinen Willkommensimbiss im Foyer des GSI eintreffen, alte bekannte Gesichter begrüßen, mit neuen und bekannten ins Gespräch kommen oder das reichhaltige Angebot des Bücherstandes in Augenschein nehmen. Mit rund 60 TeilnehmerInnen eröffnete um 15.00 Uhr der 1. Vorsitzende Frank Sielecki die Tagung. Gudrun Koch und Agnes Dudler übernahmen nach den Grußworten die Anwärmung der Großgruppe mit den „Four rooms of Change“ nach Claes Janssen. Durch vier im Kreuz aufgestellte Stellwände, die die vier Phasen der Veränderung: Zufriedenheit/Verleugnung/Verwirrung und Erneuerung räumlich symbolisierten, gab es Gelegenheit für jede/n Einzelne/n, sich durch die entsprechenden Phasen/Räume der Veränderung zu bewegen und dabei den persönlichen Empfindungen nachzuspüren. Die Eindrücke konnten auf den jeweiligen Stellwänden zu Papier gebracht werden, auf denen bereits auch einige typische Glaubenssätze, aber auch typische Störungen und Blockaden zu finden waren.
Derart mit Wandelprozessen und den emotionalen Begleiterscheinungen angewärmt, widmeten wir uns gegen 16.00 Uhr dem spannenden Vortrag Wolfgang Kesslers „Wandel in Permanenz, Unsichtbarer Stillstand“. W. Kessler, Chefredakteur der christlichen Zeitschrift Publik-Forum und Träger des Internationalen Bremer Friedenspreises von 2007, führte uns in die Welt einer entfesselten Wirtschaft, des Turbokapitalismus und der Gefahr des „Verzockens“ unserer Zukunft im „globalen Wachstumswahn“. Nicht ohne uns mit der Vorstellung alternativer Konzepte aus Politik und Wirtschaft auch Hoffnung zu machen, dass Wandel und Umdenken durchaus möglich und erfolgreich sein kann. Beeindruckend waren Beispiele von Ökostromprojekten deutscher und schweizerischer Städte und Gemeinden, einer Gemeinschaftsbank, einer österreichischen Bürgerversicherung, der Entwicklung von Genossenschaften, der Insolvenzabwendung durch Firmenübernahme einer Belegschaft etc. W. Kessler zeigte auf, dass sozial- und umweltgerechteres Wirtschaften bereits auf der ganzen Welt stattfindet und machte Mut, der persönlichen Ohnmacht mit konkreten Utopien zu begegnen. Weiterführendes findet sich auch in seiner Streitschrift „Zukunft statt Zocken“ , Publik-Forum, ISBN 978-3-88095-253-9
Nach einer Kaffee- und Kuchenpause, in der angeregt erste Eindrücke zu den Wandelräumen und zu den Gedanken W. Kesslers ausgetauscht wurden, wechselte Leandra Perrotta mit den TeilnehmerInnen in die Welt des Körperlichen. Als Tanztherapeutin und jungianische Psychodramatikerin war die charismatische Leandra aus Italien angereist , um uns in beeindruckend respektvoller und zugleich aktivierender Weise ihren „Dance of Change“ zu vermitteln. Mit großer Behutsamkeit wurde die Großgruppe eingeführt in die auf theoretischen Entwicklungsvorstellungen C.G. Jung´s aufbauende und in Italien weiterentwickelte praktische Körper- und Tanztherapeutische Arbeit, in der das Selbst leiblich erfahrbar wird. Sicherheit, Stabilität und Bindung als Grundlagen für das Erkundungsverhalten des Kindes, Imagination und Bewegung als Container und Prozess, die zur Veränderung innerer Bilder und zu Mentalisierungen führen, wurden durch Begegnung und Erspüren des eigenen Körpers und im dialogischen Tanz überraschend greifbar, die Resonanz der Körpersprache und die nonverbale basale Ebene der Wandlung und des Wachstums wurden so als ungemein bereichernd und intensiv erlebt.
Wer nach diesem ersten, intellektuell und sinnlich reichhaltigen Tag, sich noch nicht ausreichend gesättigt fühlte, hatte nach dem Abendessen Gelegenheit, der Einladung von Agnes Dudler zu folgen und den Film der Schweizer Filmemacherin über Kindertherapie in Gaza anzuschauen. Ausklang fand der Tag bei Tanz und Begegnung, unterstützt durch DJ Mohamed Ait Haiji.
Der frühe Samstag Morgen startete mit einem griechischen Tanz, vermittelt von Ute Holsinger unter Mitwirkung von Anatoli Pimenidou. Ohne Umschweife bildeten sich nach einer kurzen Vorstellung der ersten 5 WorkshopleiterInnen das erste Workshop Band, um anschließend nach einer kurzen Imbisspause gleich mit 6 weiteren Workshops in das zweite zu gehen. Mit Leandra Perrotta, Monika Jetter-Schröder, Katharina Novy, Dr.Falko von Ameln, Konrad Schnabel und Mihrican Cayakar, Uwe Reineck, Anatoli Pimenidou und Ute Schickardt, Kersti Weiss, Martina McClymont-Nielitz, Gudrun Koch sowie Agnes Dudler konnten die Workshop Angebote eine breite Pallette von Anwendungsbereichen des Psychodramas abdecken und thematisch die Handlungs- Wandlungsprozesse in Therapie, Kindertherapie, Beratung, Pädagogik, Organisation, Supervision, eingehend untersuchen. Die Workshop Inhalte können noch einmal auf der Homepage im Tagungsprogramm nachgelesen werden.
Die Präsentation der szenischen Bilanzen, die im Anschluss in Kleingruppen als Vignetten dem Plenum vorgeführt wurden, beendeten das Tagungsprogramm.
Wer nach dem Dank und der Verabschiedung durch den Vorstand gegen 15.00 Uhr nicht eilig abreisen wollte oder musste, hatte noch Gelegenheit, in dem sich anschließenden Diskussionsforum die Resultate der Tagung und Impulse für den Verband und zukünftige Tagungen zu diskutieren. So fanden sich gut ein Drittel der TeilnehmerInnen zu einer produktiven Austauschrunde zusammen, um gegen 16.00 Uhr endültig müde, aber erfüllt die Heimreise anzutreten.

DFP Fachtagung 2018 „Handlungsfähig im Wandel?!“ Programm

11. Juni 2018

Flyer (download)Die Tagung findet vom 09.11. – 10.11.2018 im Gustav Stresemann Institut in Bonn statt.

Die Online-Anmeldung ist ab sofort freigeschaltet.

Handlungsfähig im Wandel?!

Wandel ist natürlich. Was aber, wenn sich mehr ändert, als gewollt und einem lieb ist?
Wirtschaftlich bedingte Veränderung wird zu häufig idealisiert und macht vor keinem Bereich Halt.
In der digitalen Revolution, im Konsumdruck und im Finanzkapitalismus gehen natürliche Wandlungsprozesse beinahe unter oder werden kommerzialisiert.
Der Druck zur Selbstoptimierung wirkt weit über die Arbeitswelt hinaus in Freizeit- und Beziehungsgestaltung und beeinträchtigt eine gute Selbstregulation.
Eine Wirkung ist ein Anstieg von psychischen Krankheiten.
Was geschieht bei alldem mit mühsam erarbeiteten Menschenrechten und demokratischen Strukturen?
Wie können wir als Psycho- und Soziodramatiker*innen unsere Werte und Handlungsfähigkeit bewahren und weiterentwickeln?
Wie unterstützen wir unsere Kund*innen und Ratsuchenden darin, mit Klarheit, Spontaneität, Kreativität und Rollenflexibilität den Wechselfällen des Lebens angemessen zu begegnen?
Mit dieser Tagung bieten wir Raum für solche Fragen. Kolleg*innen aus verschiedenen Arbeitsfeldern stellen dazu Praxisbeispiele vor.

Das gesamte Programm könnt Ihr hier als pdf-Datei herunterladen.

Detailinformationen zum Programm

Leandra Perrotta: Dance of change – Jungian Psychodrama (in English)

If change has always been an integral part of life, why do we resist it so? In fact, permanence and change are two fundamental human needs that spring from separate motives and tend to pull us in opposite directions. We need security, permanence, stability, and continuity. These rooting instincts ground us in our human experience. But we also have a need for transformation and change, generative forces that infuse life with vibrancy and allow us to grow. We are walking contradictions, seeking saftey and reliability on one hand and thriving on change on the other. Attachment experts point out how a child needs to feel safe in order to go into the world and explore; once they have satisfied their need for discovery, they want to go back to their safe base to reconnect.
As adults, we are not that different and our challenge lies in reconciling the need for safety and predictability with the wish to pursue excitement, risk-taking and mystery.

In this workshop, we will experience Dance Movement Therapy, a method which facilitates the creation of a safe space in which to explore and playfully experiment with the dynamics of change.
Dance Movement Therapy is a work of imaginative body psychotherapy in which movement is both container and process. The dance-based medicine facilitates the symbolic expression of images and feelings and improves relationship competencies by teaching good body communication skills as well as providing an opportunity to create a visual vocabulary, transforming inner mental thoughts from implicit to explicit.

Rituals will be used as a protective framework of this experience. The therapeutic use of music and ritual evokes the crucial healing aspects of traditional ceremonies which sacralise time, space and trasnformation. Rituals provide a feeling of safety, connectedness and belonging and establish trust by cultivating a holding function for the therapeutic process.
The workshop is designed to give an opportunity for personal exploration and professional development in a safe and supportive environment. Participants will experience interpersonal connections between individuals and subgroups within a larger group for the purpose of improving interpersonal and group dynamics.

Über die Referentin

Leandra Perrotta is an Italo-Australian Clinical Psychologist,  Psychotherapist and Trainer of Psychodrama, Dance Movement Therapy and Transgenerational Therapy. She is Contract Professor at the University of Valle D’Aosta, Past President  of  FEPTO – Federation of European Psychodrama Training Organizations and President of ITTA –  International Association of Transgenerational Therapy. She is a Professor at IPAP – Post Graduate Psychotherapy Institute of Analytical Psychology and Jungian Psychodrama  in Italy and Trainer and Supervisor at the Anne Ancelin Schützenberger International School of Transgenerational Therapy. She is a member of the FEPTO Task Force for Peace Building and Conflict Transformation and has lead groups of Psychodrama, Dance Movement Therapy and Transgenerational Therapy in over 30  countries around the world. Her professional interests include Dreams,  Psychogenealogy, Sexuality and Trauma.

Monika Jetter-Schröder: Anti-Aggressivitäts-Training mit jugendlichen/erwachsenen Gewalttätern im justiziellen Zwangskontext (SekundärMotivation)

Seit 20 Jahren führe ich solche Behandlungsprogramme durch und habe dafür eigene psychodramatische Arrangements entwickelt. Aufgrund der sich ändernden Zielgruppe, immer mehr Teilnehmer haben einen muslimischen Hintergrund, gibt es aber auch in diesem Setting einen spürbaren Wandel. Durch die innere Haltung und die Methoden und Techniken des Psychodramas fühle ich mich als Psychodramatikerin gut gerüstet, diesem herausfordernden Wandel zu begegnen.

Psychodrama unterstützt und fördert den Transformationsprozess der Klienten. Psychodrama als eine Methode der Beziehungsarbeit ist gerade deshalb in diesem Setting sehr erfolgreich.

Kurzbeschreibung zum Inhalt des Workshops:
Ich werde kurz das Setting meiner Arbeit vorstellen und danach Arrangements erlebbar machen, die Einfühlungsvermögen, Empathie und die Opferperspektive ermöglichen.

Über die Referentin

Monika Jetter-Schröder

Dipl. Sozialarbeiterin, Psychodramaleiterin, Anti-Aggressivitäts-Trainerin® und Ausbilderin, tätig mit Systemaufstellungen u.a.
Leiterin der Jugendhilfe im Strafverfahren, Haus des Jugendrechts Mannheim. a.D.

Katharina Novy: Demokratie – selbstverständlich!?

Demokratie war lange Zeit für viele von uns etwas so Selbstverständliches, dass wir uns über das, was Demokratie ausmacht, kaum Gedanken gemacht haben. Doch die Legitimation durch Wahlen reicht noch nicht – Menschenrechte, Gewaltenteilung, Meinungs- und Versammlungsfreiheit, kritische Medien, Pluralismus und öffentliche Debatte gehören wesentlich dazu. Und das ist auch in Europa inzwischen nicht mehr selbstverständlich.
In diesem Workshop wollen wir uns mit dem komplexen Gebilde Demokratie soziodramatisch auseinandersetzen und der Frage nachgehen, wie Demokratie heute verteidigt und gestärkt werden kann.

Über die Referentin

Katharina Novy, Mag.a Dr.in
Soziologin, Historikerin, Psychodramaleiterin (ÖAGG), Diversity-Beraterin. Selbständige Trainerin, Beraterin und Moderatorin. Schwerpunkte: psychodramabasierte und partizipationsorientierte (politische) Bildung und Beratung, psychodramabasierte Moderation, Biographiearbeit und –forschung, Gender, Diversity.
www.perspektivenveraendern.at

Dr. Falko von Ameln: Digitalisierung und Begegnung in Organisationen

Digitalisierung ist zurzeit das Megathema in Organisationen aller Art. Ein Aspekt ist dabei die Virtualisierung von Kooperationsbeziehungen. Im Workshop wird es darum gehen, gemeinsam zu reflektieren, wie eine psychodramatisch inspirierte Organisationsberatung auf diesen Trend reagieren kann und welche Angebote PsychodramatikerInnen als ExpertInnen für Begegnung machen können, um Organisationen in Zeiten der Digitalisierung zu begleiten. Der Workshop versteht sich nicht als Vermittlung fertiger Lösungen, sondern als Co-Kreationsprozess in einer gemeinsamen Suchbewegung.

Agnes Dudler: Top Girls, Top Boys, Top Xs - Selbstoptimierung oder gut genug?

Viel hat sich geändert in der dualen Geschlechteraufteilung und Rollenzuschreibung. Manches ist besser, manches schlimmer geworden. Und viele sind mit der Aufweichung klarer Grenzen überfordert; sie wünschen sich die „alten Zeiten“ wieder. „Menschen müssen freie Wahl haben“ war Moreno`s Forderung. Haben wir die?
Wachsender Individualismus, neokapitalistischer Wettbewerb und Konsumdruck entfremden uns immer mehr von unseren wirklichen Bedürfnissen als Gruppenwesen, für die Mitgefühl und Kooperationsfähigkeit überlebenssichernd sind. Infolge sind chronische Überlastung, verzerrte Selbstwahrnehmung und mangelndes Selbstwertgefühl häufige Pro-bleme in der psychotherapeutischen Praxis.
Wie man als PsychodramatherapeutIn damit arbeiten kann, ist Thema dieses Workshops.

Nikola Paul: Ein Jobwechsel steht an – was dann?

Neue Ansätze in der Karriereberatung, belebt durch Psychodrama.
Alle reden von der Arbeitswelt 4.0 oder von der VUKA Welt. Die neue Welt, mit der wir alle umgehen müssen, ist volatil, unsicher, komplex und ambivalent. Einen Arbeitsplatzwechsel gut zu gestalten, ist heutzutage eine wiederkehrende Aufgabe für Viele. Tendenz zunehmend.
Ein neuer Ansatz in der Karriereberatung stärkt die Selbstwirksamkeit, mit dieser Wechsel-Welt umzugehen. So kann der Jobwechsel von einem Verlust zu einer Chance werden.

Im Workshop erläutere ich, wie der Effectuation-Ansatz von Michael Faschingbauer auf die Karriereberatung erfolgreich übertragen werden kann und ich zeige auf, wie Psychodrama in den verschieden Phasen und Elementen einer Karriereberatung zum Einsatz kommt.
Die Workshop-Teilnehmer erleben psychodramatische Elemente einer Karriereberatung und können diese entweder für ihre Beratungspraxis oder ihre eigenen Überlegungen zu einem Jobwechsel nutzen.

Konrad Schnabel & Mihrican Cayakar: Werte im Wandel: Sich verändern und sich treu bleiben

Unsere individuellen Werte haben eine stark identitätsstiftende Funktion. Sie motivieren unser Handeln und bilden Bewertungsmaßstäbe für Erreichtes und Unerreichtes. Vielfältige Studien belegen die positiven Wirkungen eigener Werte bei der Bewältigung schwieriger Herausforderungen. Im Workshop beschäftigen wir uns mit handlungsorientierten Techniken zur Bekräftigung persönlicher Werte. Dadurch pflegen wir wertvolle Ressourcen, um bei anstehenden Veränderungsprozessen eine förderliche Balance zwischen Flexibilität und Kontinuität finden zu können.

Über die Referent/innen

Konrad Schnabel ist Professor für Persönlichkeitspsychologie und Diagnostische Psychologie an der International Psychoanalytic University (IPU) Berlin. Ausbildung zum Psychodrama-Therapeuten am Psychodramaforum Berlin. Forschungsschwerpunkte sind spontanes Verhalten, unbewusste Persönlichkeitsanteile und die Evaluation psychodramatischer Interventionstechniken.

Mihrican Cayakar ist Erzieherin und Psychodrama-Leiterin. Langjährige berufliche Erfahrungen mit Kindern und Jugendlichen sowie als Psychodrama-Leiterin in einer Mädcheneinrichtung. Mutter einer 10jährigen Tochter und eines 21jährigen Sohns.

Uwe Reineck: Mythos change – Schau der Veränderungsruinen

Change-Prozesse sind schwierig, vor allem wenn sie tatsächlich etwas verändern und nicht nur den Zeitgeist bei Laune halten sollen. Meist scheitern sie in Unternehmen grandios. Woran liegt das? Die Change-Industrie lebt von unerfüllbaren (Manager-)träumen. Sie produziert häufig genau das, was sie vorgibt, verändern zu wollen: Zynismus, Abwertung, Resignation. Im Rahmen des Workshops werfen wir einen kritischen Blick auf  Veränderungsruinen in Organisationen und geben soziodramatische Impulse für eine Organisationsentwicklung mit Menschenverstand und Augenmaß, die gelingen kann.

Über den Referenten

Uwe Reineck
Diplom-Psychologe, ist seit 1991 als selbständiger Unternehmensberater tätig. Er ist Psychodrama-Lehrtherapeut und leitet das Psychodrama-Institut Freiburg/ Heidelberg und die Soziodrama Akademie. Er Geschäftsführer der MAICONSULTING GmbH & Co. KG in Heidelberg. Unter anderem ist er Autor des Handbuches der Prozessberatung (2016), Mythos Change (2015), des Handbuches Führungskompetenzen trainieren (2011) und des Minihandbuchs Organisationsentwicklung (2018).  Alle erschienen Beltz-Verlag.

Gudrun Koch: Wenn sich die Arbeitswelt verändert - Individuelle Standortbestimmungen und Kurskorrekturen mit dem Psychodrama

Informationstechnologien und Globalisierung haben unsere Art zu arbeiten und zu denken in den letzten 20 Jahren mehrfach massiv verändert. Dabei sind Freiheiten für die Gestaltung sehr individueller Karrieren entstanden. Werdegänge enthalten heute mehrere Berufe, Richtungswechsel, Sabbaticals, Zeiten der Selbständigkeit, Weiterbildungen und fast immer Zeiten der Arbeitslosigkeit. Wir reden über Achtsamkeit, haben Home-office, 80% Stellen, Elternzeit für Väter uvm. Und dennoch: Unsere Arbeitswelt ist alles andere als rosarot. Wir befinden uns in der 4. industriellen Revolution, der Digitalisierung. Geschäftsmodelle wie die von Amazon, Netflix, Flixbus, Bitcoin uvm haben Branchen disruptiv verändert und wir ahnen was mit Machine Learning und Artificial Intelligence gerade auf uns zu rollt: Weitere klassische Berufsbilder werden ersetzt und neue entstehen. Kompetenzen veralten innerhalb weniger Jahre. Der Notwendigkeit steigt, das eigene Kompetenzprofil an den Auswirkungen neuer Technologien zu überprüfen. Dabei werden auch Lebensentscheidungen immer wieder neu getroffen.

Für diese Themen hat das Psychodrama viel zu bieten: Morenos Modell der Veränderung ist für disruptive Veränderungen gerade zu angelegt. Die Psychodrama Bühne ist ein guter Ort um diesen Themen einen Raum zu geben. Die Arrangements, Techniken und vor allem die Gruppe sind Elemente, die hilfreich sind, um Menschen an Wendepunkten zu begleiten.
Auf der Bühne können Standorte und berufliche Perspektiven geklärt und tragfähige Brücken für die Zukunft gebaut werden.
Es kann eine stimmige Balance zwischen dem sicheren Hafen und der Abenteuerlust erprobt werden.
Neue Rollen können geübt oder mit Hilfe der Surplusrealität mit ungeahnten Ressourcen ausgestattet werden. Auch werden Grenzen einer gesunde Veränderung spürbar und ausgelotet.
In diesem Themenspektrum arbeiten und experimentieren wir in diesem Workshop.

Über die Referentin

Gudrun Koch
Diplom Psychologin, Psychodramaleiterin (DFP), Personalberaterin, Karriere-Coach und Trainerin in der Personalentwicklung seit über 20 Jahren, tätig in den Branchen Automotiv, Banken, Chemie- und Pharmaindustrie, Energieversorger, IT, zertif. Coach der Lehrkräfteakademie (Hessischen Kultusministerium), Geschäftsführende Gesellschafterin der Pathfinder-Consulting GbR, Frankfurt am Main
www.gudrun-koch.de
www.pathfinder-conlulting.de

Anatoli Pimenidou/Ute Schickhardt: Wandlungsprozesse - Therapie cross over

Wandlungs- und Entwicklungsprozesse sind in der Psychotherapie der natürliche Ausweg aus Krisensituationen. Alle psychotherapeutische Methoden möchten diese Prozesse mentalisieren, begleiten und fördern. Das cross-over der humanistischen Methoden wird in diesem Workshop anhand von konkreten Techniken und anhand eines konkreten Falles von einer Logotherapeutin Werte-orientiert begleitet und einer Psychodramatikerin in Handlung umgesetzt.

Über die Referentinnen

Anatoli Pimenidou auch Psychologin, Psychodrama Therapeutin, Traumatherapeutin, Supervisorin und Selbsterfahrungsleiterin, Niedergelassen in Taunusstein mit Kassenzulassung für Einzel- und Gruppenpsychotherapie, Delegierte des DFP für die AGHPT, zweite Vorsitzende der AGHPT.

Ute Schickhardt ist Psychologin, Logotherapeutin, Delegierte der Deutschen Gesellschaft für Logotherapie und Existenzanalyse (DGLE) in der AGHPT und im Verbändetreffen gegen Grenzverletzungen in der Psychotherapie. Sie lebt und arbeitet in Ludwigsburg.

Kersti Weiß: Zu viel ist zu viel? Krisen in Supervisionsprozessen

Es gibt viele Situationen in Supervisionen, in denen es Krisen gibt:

  • Ratsuchende/KundInnen der SupervisandInnen sind in Krisen.
  • Welche Dynamik löst es in den SupervisandInnen und im Team aus. Wie können wir das in der Supervision verstehen?
  • Ein Team ist in einer Krise, weil es in der Organisation zu heftigen Veränderungen kommt. Das löst heftige Irritationen und spezifische Dynamiken aus, die in Supervisionen wirken.
  • Der/die SupervisorInnen kommen in eine Krise durch die Dynamik die in der Supervision geschieht.

In der Werkstatt geht es darum, an Beispielen auch der TN die verschiedenen Dynamiken zu verstehen und das dazu passende methodische Handwerkszeug zu entdecken.

Über die Referentin

Kersti Weiß Dipl.Psychologin, Supervision, Coaching, Organisationsentwicklung Frankfurt

Martina McClymont-Nielitz: Orientierung in Krisen - mit Hilfe der Seelenlandkarte

Verorten und neue Wege erproben durch psychodramatische Aufstellungsarbeit mit der Seelenlandkarte im therapeutischen und beratenden Setting

Die psychodramatisch-aktive Aufstellung mit der sogenannten Seelenlandkarte (Schabel, 1994, modifiziert von Hübner, Hausdörfer und Köhler − unveröffentlicht) zeigt die kognitiv-emotionale Befindlichkeit und die Beziehungslandschaft eines Menschen auf der äußeren Bühne. Komplexe Zusammenhänge werden in einer vorbewussten Form, symbolisiert durch räumliche Metaphern, verstehbar. Die Arbeit mit der Seelenlandkarte wirkt introspektionsfördernd und schafft einen Zugang zu sprachlich noch nicht fassbaren Themen und Gefühlen. Sie bietet hohen Schutz durch die Symbolebene, Distanz und Übersicht über die innere und äußere Konfliktlage. Sie erleichtert die Verortung in Beziehungen im Hier und Jetzt und fördert Mentalisierungsprozesse, um Zukunftsvorstellungen im Dort und Dann zu entwickeln, zu erproben und wieder handlungsfähig zu werden.

 

DFP Fachtagung 2017 – Bildergalerie

12. Dezember 2017

Die Tagung in 99 Bildern:

DFP Fachtagung 2017 – Rückblick

23. November 2017

Rund 80 TeilnehmerInnen waren der Einladung zur Tagung gefolgt und hatten sich trotz des ausnahmsweise vorgezogenen Termines bereits am 03. und 04.11.2017 im Gustav-Stresemann-Institut in Bonn eingefunden. Wer am Freitag dem neuen DFP-Banner (unsere neueste Errungenschaft für zukünftige Infostände) und den Ausschilderungen durch die labyrinthischen Gänge an einem neuen, für DFPler noch unbekannten Tagungsort gefolgt war, wurde mit einem kleinen Willkommensimbiss entlohnt und konnte sich am gut bestückten Büchertisch oder in Wiedersehensbegegnungen auf spannende kommende eineinhalb Tage vorbereiten. Punkt 15.00 Uhr übernahm der 1. Vorsitzende des DFP Frank Sielecki in großer Runde die offizielle Eröffnung und begrüßte dabei auch gleich unsere z.T. schon anwesenden oder noch erwarteten Gäste aus Portugal, Ungarn, Österreich und den Niederlanden.

Die soziometrische Anwärmung durch Kersti Weiss und Agnes Dudler ermöglichte kurz darauf erste Begegnungen und Kontaktaufnahmen in der Großgruppe und leitete direkt in den ersten Arbeitsabschnitt „Lebendige Zeitung“ über. An insgesamt 8 Stationen im Raum waren dazu mit jeweils einer Reihe von aktuellen Zeitungsartikeln verschiedene Themenschwerpunkte vorbereitet worden. Die ausgewählten Artikel zu den Bereichen „Sexismus/Feminismus“, „Katalonien/Separation“, „Rechtstruck“, „Klima/Natur“, „Religion und Werte“ , „Naher Osten/Außenpolitik“, „Medien und Information“, „Spielräume“ und „Gesellschaft“ deckten ein breites Interessensspektrum ab, so dass jede/r etwas für sich finden konnte. In Kleingruppen wurde anschließend eifrig gesichtet, gelesen und diskutiert. In der Großgruppe wurden die Ergebnisse des Austauschs in Form von Szenen, Vignetten oder Standbildern mit durchweg beeindruckender Präsenz, gedanklich anregend und oftmals nachdenklich stimmend, präsentiert. Das sich zunehmend herauskristallisierende Thema, nämlich der vielschichtige Umgang mit Fakten und Realitäten, der Wahrheitsgehalt und die tendenziellen Färbungen von Information sowie die Auswirkungen auf Individuen und Gruppen, wurde von Vielen auch durch die Pause hindurch intensiv weiterdiskutiert.

Hier konnte dann Ursula Ott, Chefredakteurin vom Chrismon Verlag, mit ihrem Vortrag „Stimmt gar nicht- vom Umgang mit gefühlter und gefälschter Wahrheit“ problemlos anknüpfen. Zusammen mit ihrem Sohn Oskar, einem Abiturienten, der uns seine schulische Kursarbeit präsentierte und uns in die unbekannte Welt der „Filterblasen“ einführte, sensibilisierte uns Ursula Ott auf kurzweilige und informative Weise für eine kritische und verantwortungsbewusste Nutzung der neuen Medien. So erfuhren wir, wie das Netz unsere persönlichen Daten verwendet und wie wir selektiv und einseitig in unserer Meinungsbildung beeinflusst werden. Wir wurden ermuntert, die uns präsentierten „Fakten“ immer wieder auf ihren Wahrheitsgehalt hin zu überprüfen, auf seriöse Recherchen und Gegenrecherchen zu achten und auch über unseren eigenen Tellerrand in der Informationsbeschaffung zu schauen. Oskar benannte uns zudem Wege, wie das Internet auch alternativ mithilfe junger Start-Ups genutzt werden kann.

Der offizielle Teil des ersten Tages endete bei einem reichhaltigen Abendbuffet und mindestens ebenso reichhaltigen Gesprächen. Bis spät in die Nacht wurde sich rege ausgetauscht oder ausgelassen getanzt auf Musik, die uns Mohamed Ait Haiji präsentierte, bekannt auch als DJ des vergangenen Jahres.

Wer am Samstag morgen noch müde und träge in den Tag gestartet war, den bot der von Ute Holsinger angeleitete „Halay“ schnell die Möglichkeit wach zu werden. Der ursprünglich türkische Reihentanz, der in vielen Ethnien der östlichen Mittelmeerregion zu diversen Festen und Veranstaltungen getanzt wird, wurde in der Großgruppe dankbar und mit viel Elan umgesetzt.

Derart wachgerüttelt in Körper und Geist und mit guter Stimmung ausgestattet, entführte uns Dagmar Schönleber mit ihrem Politischen Kabarettprogramm „Realität 2.0-da ist doch System im Fehler“ in die z.T. urkomische Welt der fakenews und verzerrten Realitäten. Die offensichtlich sehr eigenen und nur schwer austauschbaren Welten und „Irr-„Rationalitäten von Mann und Frau hatten hohen Wiedererkennungswert und entlockten uns nicht nur stilles Schmunzeln. Mit reichlich Beifall auch für die sehr gelungenen musikalischen Einlagen bedankte sich das gut unterhaltene Publikum. Wer noch mehr Interesse an den Auftritten von Dagmar Schönleber hat, kann hier den Tourkalender einsehen.

Mit ihren spitzen Pointen hatte uns Dagmar Schönleber bestens den Boden für die nun anstehende Themenarbeit in den Workshops bereitet. Nach kurzer Kaffeepause stellten sich die 9 WorkshopleiterInnen persönlich mit ihren Workshopinhalten vor (siehe auch die Beschreibungen in der Tagungsankündigung) und es bildeten sich schnell zahlenmäßig ausgewogene Kleingruppen, die sich zu intensiven 3 Stunden in ihre jeweiligen Arbeitsräume zurückzogen.

Den Abschluss der Tagung bildeten die szenischen Bilanzen in der Großgruppe. In Murmelrunden wurden die Eindrücke aus den Workshops ausgetauscht und auch Eindrücke zur Tagung gesammelt, schließlich der Großgruppe als szenische Umsetzung im Plenum präsentiert. Nach den Abschieds- und Dankesworten durch Frank Sielecki konnten dann die neuen Ideen bei Kuchen und Imbiss persönlich ausgetauscht und weiterverfolgt werden. Wer nicht eilig abreisen musste, der konnte sich auch noch zu guter Letzt am Büchertisch mit reichlich Literatur versorgen.
„Schön wars-Kikeriki!“ oder auch „Skating on thin ice…“ um mit den szenischen Bilanzen zu sprechen. Die ersten Resumees und Resonanzen bestätigen uns, dass unsere Auswahl an Thema und DozentInnen in 2017 einmal mehr aktuell und vielschichtig war und wir so auch in die neue Planung 2018 starten können. Als kleine Anregung haben wir den Wunsch Einiger verstanden, angesichts der interessanten Workshops eventuell zwei Workshopbänder einzurichten. Wir denken drüber nach!

Wie auf den Tagungen zuvor hat uns auch dieses Mal wieder die Filmemacherin Pola Sell begleitet und wir hoffen, schon bald ihren geschnittenen Beitrag auf unserer Homepage zur Verfügung stellen zu können. Darüber hinaus gibt es die von unserer jungen Fotografin festgehaltenen schönen Eindrücke bereits etwas früher auf der Homepage.

Bis Bald im nächsten Jahr!

Fachtagung 2017: „Spielräume erkennen und nutzen“ – Programm

11. Oktober 2017

Bild: Ait Hajji

Die Tagung findet 03.11. – 04.11.2017 im Gustav Stresemann Institut in Bonn statt.

Hier könnt Ihr Euch online anmelden.

Surplus Reality* statt postfaktischer Realitäten!

Das Wort „postfaktisch“ wurde zum „Wort des Jahres“ gewählt und bedeutet, Gefühlen und Spekulationen mehr zu glauben als Tatsachen. Das ist verführerisch, aber auch gefährlich.

Bei der Surplus Reality* können auch fantastische Realitäten wie Träume und  Zukunftsvisionen auf der Bühne erlebt werden. Dies kann heilen und den eigenen Horizont erweitern.

Postfaktisches beinhaltet nicht nur die bewusste Manipulation durch Fake News.  Die innere Logik des Medienbetriebs produziert durchaus auch  – ohne es unbedingt zu wollen  –  postfaktische Realitäten. Und deren allgegenwärtige Präsenz bestimmt maßgeblich unsere Wahrnehmungen und Eindrücke von der Welt.

Ängste, Vorurteile  und  egoistische Interessen bestimmen eine  gesellschaftliche und politische Dynamik , die bedrohlich erscheint und die viele von uns so nicht (mehr) für möglich gehalten haben. Verwertungsinteressen ersetzen mühsam erkämpfte Werte. Es gibt kreative Ansätze im Umgang mit  den menschengemachten Krisen. Wo bleiben sie  in der öffentlichen Wahrnehmung?

Surplus Reality* scheint auch postfaktisch und ist  doch deren Gegenteil.  Wie können wir sie  noch mehr  nutzen, um Handlungsmöglichkeiten  zu erweitern?

Das gesamte Programm könnt Ihr hier als pdf-Datei herunterladen.

Detailinformationen zum Programm

Realität 2.0 - oder: Da ist doch System im Fehler!? - Politisches Kabarett

Haben Sie schon von der großen Dürre in Wanne-Eickel gehört? Bombenhagel in Bonn-Oberkassel? Die Eroberung Bad Salzuflens durch den IS? Nein? „Das ist Quatsch“, sagen Sie? Stimmt. Wie so vieles, was man dieser Tage hört und liest. Aber zugegeben, „Ausländer raus“, klingt nach einer weitaus bequemeren Lösung als „Wir setzen uns kritisch mit gesellschaftlichen Ursachen und Strukturen auseinander“. Angstmache und Schuldzuweisungen sorgten schon immer für höhere Auflagen als Zuversicht und Komplexität, ob in den Medien oder in der Versicherungsbranche. Aber die Frage ist doch: Wer gewinnt, wenn nicht der Emissionsausstoß verringert, sondern nur der Grenzwerte hochgesetzt wird? Wer profitiert davon, wenn die Ärmsten gegeneinander ausgespielt werden (….)? Wenn facebook nur „Brot und Spiele“ ist, wer ist dann Cäsar und wer Gladiator? Und wen interessieren die Antworten, wenn man stattdessen auch Fussball oder Netflix gucken kann?

Die Kabarettistin Dagmar Schönleber hinterfragt Machtstrukturen, macht sich Gedanken über Rebellionen im Alltag und hilft uns gesellschaftliche Spielräume zu erkennen und kreativ zu nutzen.

Dagmar Schönleber ist eine Kabarettistin, Autorin und Liedermacherin aus Köln, geboren in Ostwestfalen und wohnhaft im Rheinland, das heißt: sie kennt sich zwischen den Stühlen aus. Ihre Programme sind authentisch, gesellschaftspolitisch, musikalisch und mit der richtigen Portion Nonsens und Albernheit. Schönleber tourt mit ihren Solo-Programmen durch den gesamten deutschsprachigen Raum und wurde einem breiten Publikum bekannt durch ihre Auftritte in „Pufpaffs Happy Hour“ (3Sat), der „Ladies Night“ (WDR / ARD) sowie ihre Rolle als Frau Schochz in der beliebten WDR-Show „Stratmanns“. Außerdem schreibt sie Bücher und gibt alszertifizierte Anti-Gewalt- und Deeskalationstrainerin Seminare im Bereich Kommunikation, Teambildung, Spontaneität- und Kreativitätstraining.

Mehr Info unter www.dagmarschoenleber.de

Informationen zu Workshops und Referenten/Referentinnen

The concepts and the practice of Sociodrama and Sociometry aproaching the topic of the social and economical crisis in countries like Portugal and the ways to change the present

Experiential workshop

Über die Referentin

Manuela Maciel
Lisbon – Portugal
Clinical and Social Psychologist, and Psychodrama Director for almost 30 years, running groups and individual psychotherapy since then. Vice President of the Portuguese Psychodrama Society (SPP) and former Chairperson of Psychodrama Section of the International Association of Group Psychotherapy and Group Processes (IAGP) from 2003 until 2009. Member of the Board, Supervisor and Teacher in the Portuguese Psychodrama Association. Presenter of Psychodrama and Sociodrama Workshops all over the world. Co-editor of Psychodrama Advances in Theory and Practice (2007) and author in the book  Sociodrama in a Changing World (2011). Founder of the International Sociodrama Conference (2007).
www.manuelamaciel.com

Melhores Cumprimentos
Manuela Maciel
Psicóloga – membro da Ordem dos Psicólogos Portugueses nº 745, Terapeuta Acreditada em EMDR pela EMDR Europe, Certificada em Psicodrama e em Psicogenealogia.
www.manuelamaciel.com

Surplus Reality als heilende Qualität

In der Seele des Menschen existiert außer der Wirklichkeit ein riesiger Bereich, der noch gar nicht irreal ist. Moreno ergreift das im Konzept von Surplus Reality, und wir Psychodramatiker/innen arbeiten damit mit außergewöhnlich reichen und speziellen Gelegenheiten und Techniken.  Es bildet einen beträchtlichen Spielraum und Freiheit für den Dramaleiter/in, aber auch für den Protagonist/innen in der Gruppe oder Patient/innen im Monodrama. Es ist eine spezielle, heilend entwickelnde Qualität und Erfahrung in allen Psychodrama Anwendungen.

Die Wirklichkeit erweitert sich, die starren Grenzen lassen nach, es wird wahr, was  persönlich (wissenschaftlich: phänomenologisch) wahr ist. Psychodrama ist  „das Theater der Wahrheit” (Moreno) , auch in diesem Sinn. Surplus Reality bietet  die Trennung von Vorstellung und Wirklichkeit, aber auch deren Wiederintegration. Hier können  wichtige, nicht geschehene  Dinge vorkommen, vielleicht später als nötig ist, aber doch. Halluzinationen, falsche Attitüden, Zwangsgedanken können unter Kontrolle kommen. Mit all dem öffnet sich die Möglichkeit der therapeutischen  Korrektur.

In diesem Workshop treten wir durch einige Fallbeispiele und meist durch Selbsterfahrung  (Gruppen- und kürzere individuelle Spiele)  in diese Welt ein. Wir können wichtige Gegenstände, Symbole, Wünsche, verlorene Menschen zum Leben bringen und alles darstellen, dem wir gern, tief in unserem Herzen, begegnen möchten. Wir wandeln frei in einer subjektiven Welt, größer als die alltägliche Wirklichkeit. Es ist möglich, unabgeschlossene psychische Ereignisse zu beenden, die persönliche Zukunft auszuprobieren und sich der persönlichen Transzendenz  anzunähern. Wir kennen solche Techniken möglicherweise auch wie das Ritualbad, den griechischen Chor oder das Treffen mit dem inneren Gottesbild.

Über den Referenten

Gábor Pintér PhD.

  • Universitätsprofessor (Eötvös Loránd Universität)
  • Hochschulprofessor (Pető  András Staatlcihe Hoschschule)
  • Wissenschaftlicher Berater in Budapest
  • Klinische Psychologe
  • Fachpsychologe für Psychotherapie
  • Ingineuer für Kybernetik.

Das Thema seiner Doktorarbeit war: Die Effektivität der Psychotherapie. Er arbeitet als Therapist, Trainer and Supervisor in der Personenzentrierten Psychotherapie, Psychodrama und Gruppendynamik. Organisator und erster Präsident  der Ungarischen Personzentrierten Psychotherapie Gesellschaft (UGwG),  Past Präsident der Ungarischen  Psychodrama Association. Zur Zeit  President der Trainingskomission. Leiter der eigenen Firma “Moreno Centrum”. Gründungsmitglied von  FEPTO und ständige Delegierte vor 24 Jahren.  Vater von 5 Kinder.

Ich reduziere mein Feindbild und gewinne einen Spielraum für mich

Der Mensch neigt dazu, die Dinge, welche er an sich selbst nicht ausstehen kann, auf eine beliebige Gruppe, die sich gerade als Feindbild eignet, zu projizieren und dann dort zu hassen, zu diskriminieren u. U. sogar aktiv zu bekämpfen, um sich selbst von der eigenen Schuld zu erleichtern und das Gewissen zu beruhigen. (Gruen „der Fremde in mir“)
Wozu dient ein Feindbild?

  • Zur Ablenkung: Ähnlich wie auf der individuellen Ebene kann sich auch eine ganze Gesellschaft mit einem
    Feindbild beschäftigen und somit andere Probleme aus den Augen verlieren
  • Zur Manipulation: Durch Fehlinformationen wird die öffentliche Meinung manipuliert.

Ich vermeide eine eigene Identitätsfindung  dadurch,  dass ich mich einer Gruppe anschließe und ihre Welt-und Wertevorstellungen übernehme. Die Verantwortung für Entscheidungen wird an die Gruppe delegiert.
Durch die Anerkennung in der Gruppe kommt es zu einer scheinbaren Aufwertung meines Selbstbildes.

d.h. Feindbilder

  • solidarisieren
  • sie entheben der  Mühe des eigenen Denkens
  • der Übernahme von eigener Verantwortung

sie legitimieren Vorurteile.

Wir wollen Feindbilder und Vorurteile erkennen,  die unsere Spielräume blockieren.
Durch Selbstreflexion wollen wir Energie  zurückerobern um unsere Spielräume zu nutzen.

Über die Referentin

Rosie von Knebel

  • Verheiratet, 2 Kinder
  • 10 Jahre Auslandsaufenthalt in Chile
  • Lehrerin, Ausbildnerin und Fortbildnerin in Offenbach, Ausbildung als Methodentrainerin
  • Psychodramatikerin seit 1995
  • Mitglied seit 1996 erst DAGG, dann DFP

Arbeit in Psychodrama in Deutschland:

  • Psychodramatische Supervision mit Lehrern (1997-2000)
  • Arbeit mit verhaltensgestörten Schülerinnen und Schülern (1993 – 1995, 2006- 2009) unter Anwendung von Psychodrama
  • Koordination Drogenprävention bei Jugendlichen (1999-2009)
  • Teilnahme Arbeitskreis Psychodrama Rhein-Main

Arbeit u.a. in Psychodrama in Lateinamerika:

  • Leiterin eines pädagogisch-psychologischen Beschäftigungs- und Berufsbildungsprogramms für ca. 500 sozial benachteiligte Frauen in Santiago de Chile (1982-1987). Teamleitung von 6 Pädagoginnen und Psychologinnen
  • Psychodrama mit Kindergärtnerinnen aus Kindergärten in den Armenvierteln Santiagos (seit 2014) und in Cochabamba Bolivien (seit 2016)

Methodentraining mit psychodramatischen Elementen mit Dozenten technischer Fachhochschulen in Cochabamba (seit 2013 zwei Mal im Jahr fortlaufend).

Surplus Reality in der Psychodrama-Psychotherapie

Ein Ausflug in die Surplus Reality unserer Patienten lohnt sich allemal in einer psychotherapeutischen Sitzung, gleichviel ob wir mit Gruppen, Paaren oder Einzelklienten arbeiten. Wir wollen besprechen, zeigen und erleben mit welchen Schritten Therapeut und Patient rasch und sicher in diese neue Welt gelangen.
Es beginnt bei den Metaphern und Bildern, orientiert sich an Nebensächlichkeiten im therapeutischen Prozess und interagiert schliesslich mit den Gegenübertragungsphantasien des Therapeuten.

Am leichtesten wird dieser Workshop, wenn wir uns orientieren an Ihren/Euren Fragen: Wie macht man es eigentlich wenn….?

Über den Referenten

Ernst Diebels
Wuppertal
Dipl.- Psych., Psycholog. Psychotherapeut
Psychodramatherapeut DFP
Niedergel. Psychotherapeut und Supervisor in Wuppertal
Leiter des Rheinland- Institutes für Gruppenpsychotherapie und Psychodrama

Interkulturelle Kompetenz als Mehrwert erkennen und integrieren

(max. 12 TN)

Moderne Gesellschaften zeichnen sich durch kulturelle und soziale Vielfalt aus. Eine der großen Herausforderungen unserer Zeit ist es, die interkulturelle Kompetenz als eine der Schlüsselqualifikationen für das sozio-kulturelle, politische und wirtschaftliche Miteinander  zu erkennen und zu nutzen. Nur, was ist interkulturelle Kompetenz konkret, wie kann ich sie lernen, mir sie aber auch bewahren?  Und wie kann ich diese nutzen um der postfaktischen Realität etwas entgegenzusetzen?

Mit psychodramatischen Methoden gehen wir auf Spurensuche, wie wir mit der interkulturellen  Handlungskompetenz eine Realität schaffen können, deren Ziel ist es, das gegenseitige Verständnis zu fördern und gemeinsame Ziele im Kleinen wie im Großen zu erreichen.

Über die Referentin

Karin Busch

M.Sc  international Development, Dipl. Päd., Psychodramaleiterin.
Supervisorin und Trainerin in Großunternehmen und Institutionen der internationalen Entwicklungszusammenarbeit

  • Beratung und Supervision in freier Praxis in Bonn
  • Inhaberin der Consulting für interkulturelle Kommunikation Bonn
  • 18jährige Lebens- und Auslandserfahrung in Fach- und Führungspositionen u.a. in Süd-Ostafrika und Nahem Osten

Inhaltlicher Schwerpunkt sind:

  • (interkulturelle) Supervision und (interkulturelles) Coaching
  • die Beratung und interkulturelle Vorbereitung bei Entsendeprozessen von MitarbeiterInnen ins Ausland
  • Selbstmanagement in Konfliktsituationen und extremen Belastungssituationen
  • sowie Rückkehrerseminare für Fach- und Führungskräfte aus dem Ausland.

Mit Psychodrama „Spielend Stabilisieren“

Rund 32 Millionen Kinder sind zurzeit weltweit auf der Flucht.
Die Rate der Posttraumatischen Belastungsstörung ist bei Flüchtlingen und Asylbewerbern im Vergleich zur Allgemeinbevölkerung um das bis zu 10-fache erhöht, bei geflüchteten Kindern um das 15-fache.

Durch unsere Erfahrungen im Gazaprojekt haben wir ein psychodramatisches Programm (Evident Based Trauma Stabilisation  EBTS ) entwickelt, welches darauf abzielt, eine große Anzahl traumatisierter Flüchtlingskinder und deren Eltern zu erreichen und spielerisch zu stabilisieren.

Mit Unterstützung der europäischen  Erasmus+ Förderung wurde ein psychodramatisches Training entwickeln, welches MitarbeiterInnen der Flüchtlingshilfe befähigt, ein manualisiertes Trauma-Stabilisierung Programm für Kinder mit ihren Eltern durchzuführen.

In diesem Workshop wird die Grundidee des sicheren/Wohlfühl-Ortes spielerisch und psychodramatisch in der Beziehung zum Elternteil erlebbar.

Über den Refernten

Stefan Flegelskamp

  • Diplom Sozialarbeiter
  • Psychodramaleiter
  • Kinder-und Jugendlichenpsychotherapeut
  • Kinderpsychodramatherapeut
  • Leiter des Szenen Institutes Köln
  • Fepto – Vorstandsmitglied.

Nichts zu ändern? - Umgang mit Zwickmühlen in Supervision und Organisationsentwicklung

In Beratung und Supervision treffen professionelle Berater/Innen nicht selten auf  Situationen, die nicht nur auf dem ersten Blick als zu komplex, widersprüchlich oder aussichtslos erscheinen. Setting, Klientenauftrag und/oder Prozessverlauf bringen den Profi in eine „Zwickmühle“, die durch ein wesentliches Merkmal gekennzeichnet ist: Die Auswahl zwischen scheinbar erfolglosen Alternativen, hervorgerufen durch eine Verkettung von bekannten Faktoren:

  • divergente Auftragsschichten
  • Antipathien
  • manipulatives Verhalten/Druck auf das Beratersystem
  • destruktive Strukturen in der Aufbauorganisation
  • Widerstände im Klientensystem
  • Projektionen auf den Berater/Supervisorin
    etc.

Die Konsequenzen der Verstickung sind Wertekonflikte, die sich auf der inneren Bühne (Beraterin) und der äußeren Bühne (Setting, Klient) abspielen und den Gesamtprozess lähmen oder unangenehm unter Spannung setzen. Wie kann der „Profi“ die Zwickmühle schneller erkennen und den Auftrag auch unter Spannung neu sortieren? Wie wirken sich „Zwickmühlen“ auf das Kompetenzprofll und Rollensystem des Beraters aus?

Der Workshop stellt sich den Fallbeispielen und versucht die Entwirrung und Wiederherstellung der Handlungsfähigkeit der Beraterin. Wie? Durch Anwendung und Reflexion sozio- und psychodramatischer Techniken: Aufbau von inneren Wertekonflikten in der Szene, Modelle der Transparenz und Neuordnung von Auftragsschichten, Visualisierung von Widersprüchen und  kreativer Umgang mit Widerstand und „Druck“, Aufbau von Surplus-Realitäten.
Ziel aller Techniken ist die Komplexitätsreduktion und die Auflösung der inneren und äußeren Verstrickung.

Über die Referentinnen

Kersti Weiß

Diplom Psychologin, Psychodramatherapeutin (DFP), Supervisorin (DGSv),Coaching, Organisationsentwicklung, Fortbildung. Lehrsupervision für Supervision, Psychodrama, Organisationsentwicklung. Vielfältige qualifizierende und beratende Tätigkeit von Menschen und Organisationen im Sozial-, Wirtschafts- und Politikbereich, www.kersti-weiss.de

Gabriele Birth

geboren 1958 in Duisburg, Diplom-Pädagogin, Diplom-Psychologin, Klinische Psychologin und Supervisorin (BDP),  Psychodramatherapeutin (DFP)/Lehrsupervisorin. Fortbildung und Beratungsleistung für verschiedenste Unternehmen. Beratergemeinschaft Birth und Lüffe, Hamburg-Darmstadt, www.info@birthundlueffe.de

Wo Realitäten sich begegnen – sozialer Dialog mit Playback Theater

Was ist meine Realität, mein Erleben in Bezug auf die gesellschaftlichen Entwicklungen? Playback Theater ist eine Form des interaktiven Theaters, bei dem persönliche Empfindungen, Begebenheiten und Geschichten improvisiert gespielt  und der Erzähler_in gespiegelt werden.

Spielformen können kennengelernt und ausprobiert werden. Geschichten über unsere Realitäten sind der Stoff für diesen Workshop. Das eigene Empfinden erfährt Wertschätzung, Anerkennung und möglicherweise eine neue Perspektive. Playback Theater lässt einander besser verstehen, die Kraft des menschlichen Miteinanders wird erfahrbar.

Über die Referentin

Klaudia Niepenberg

  • Dipl. Sozialpädagogin, Psychodrama-Leiterin (DFP)
  • Systemische Coachin (DGSF)
  • Playback Theater graduiert, Centre for Playback Theatre, State of New York
    Weiterbildungsleiterin am Moreno Institut Stuttgart

Doing Gender. Spielräume zwischen den Geschlechtern

Was ist wirklich weiblich, was wirklich männlich? Sind jene Rollen, die uns als Frau oder Mann zugewiesen werden, Facts oder Fakes? Dem Doing Gender kann sich niemand entziehen, Doing Gender passiert ständig. Für Psychodrama-LeiterInnen ist es wichtig, sich dieser Dynamiken bewusst zu sein: Welches Weltbild hat mich als Mann oder Frau geprägt, welches meine KlientInnen? Haben sich geschlechtstypische Rollenkonserven verfestigt? Welche Problemfelder zeigen sich bei Frauen und Männern in je unterschiedlicher Weise?

Die Surplus Reality eröffnet genau jene Spielräume, innerhalb derer wir uns mit unserer (Geschlechts-)Identität auseinandersetzen können. In diesem Workshop geben wir dem Doing Gender mit viel Kreativität und Spielfreude eine Bühne, nutzen es als Orientierungshilfe, hinterfragen Rollenklischees und vergrößern damit das eigene Rollenrepertoire.

Über die Referentin

Sabine Spitzer-Prochazka MSc

  • Jg. 1968
  • Diplomierte Sozialarbeiterin
  • Psychodrama-Psychotherapeutin in freier Praxis in Wien
  • Schwerpunkte: Psychotherapie, Supervision, Schreibcoaching, Workshops
  • Gruppentherapeutin in der psychotherapeutischen Ambulanz des ÖAGG
  • Mitherausgeberin der ZPS

www.sabine-spitzer.at

 

DFP-Fachtagung 2016 – Der Film zur Tagung

2. Januar 2017
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DFP-Fachtagung 2016 – Rückblick

23. November 2016

anwaermung

„Fremde sind wir uns selbst – Zur Integration von Flüchtlingen und MigrantInnen“

Rückblick auf die diesjährige DFP-Fachtagung

Und so fanden sich am Freitag Nachmittag 80 Menschen im Martin-Niemöller-Tagungshaus in Arnoldshain bei Frankfurt ein.

Das umfangreiche Programm hier komplett wiederzugeben, würde den Rahmen sprengen. Deshalb nur einige „Tagungssplitter“ für diejenigen, die nicht dabei sein konnten:

  • Uwe Mettlach, Saad Achmed und Mohamed Ait Haij luden zu einer Imagination ein. Das Szenario: Jede/r konnte erste Berührungen mit Fremdsein machen. Als Flüchtlinge in einem Flüchtlingssammelpunkt begrüßten beide die Teilnehmer_innen in fremder Sprache (Englisch und Arabisch und konfrontierten sie mit einer fremden Empfangskultur und ließen sie so die entstehenden Miss- und Unverständnisse spürbar werden. Nicht zuletzt die vom Vorstand in Rollen diverser Amtsträger verteilten völlig unbrauchbaren „Begrüßungsgeschenke“ verursachten Befremden und Verunsicherung. Uwe Mettlach hatte zu Beginn sehr eindringlich und plastisch von seiner ersten Begegnung mit Saad Achmed berichtet, der schließlich die Teilnehmer_innen in ihrer Verunsichertheit in einem gleichsam fremden wie verbindenden Tanz einte.
  • Dr. Klaus Ottomeyer führte in ein zweites, ebenso intensives Erleben von Fremdheit ein, nun in Form eines in seiner inhaltlichen Aktualität differenziert vorbereiteten Soziodramas. In Kleingruppen verschiedenster politischer Couleur, unter anderem dem Bund der Islamisten, der AfD, dem Kirchenbund, dem Regierungsstab rund um und mit Angela Merkel, den Grünen, und nicht zuletzt mit Volkes Stimme sollte eine gemeinsam zu erarbeitende kurze Twitterbotschaft verfasst werden zu einem zuvor in den Nachrichten verlesenen Vorfall: dem Überfall syrischer Flüchtlinge auf eine deutsche Frau und dem anschliessenden Gewaltexzess mit Todesfolge der jungen Frau. Die Botschaft wurde dann nochmals verändert, dass die junge Frau durch Herzversagen und vorherige Falschnachricht von Übergriffen ums Leben gekommen sei. In einem ausgiebigen Feedback jeder Gruppe und auch einzelner fand dieses intensiv-greifbare und reichhaltige Szenario, in dem sich alle in „fremden“ Rollenerleben wiederfinden konnten, seine Reflektion. Die anschließende halbstündige Pause wurde demgemäß reichlich zum weiteren Austausch genutzt.
  • Den Abschluss des Tages bildete der Vortrag von Thomas Gebauer, Geschäftsführer der Hilfs- und Menschenrechtsorganisation medico international über die politisch-ökonomischen Ursachen und Folgen von Migration. Unter dem markanten Motto „Wir sind die Sintflut“ des Kabarettisten Georg Schramm eröffnete Gebauer die verstörenden und deprimierenden Fakten der Migration als Folge der Globalisierung , der „Entfesselung des Kapitalismus“. So führte er unter anderem aus, dass mit der Folge einer „Kapitalumverteilung von unten nach oben“ (ein Prozent der Weltbevölkerung besitzt die Hälfte des weltweiten Vermögens) soziale Ungleichheit und Verunsicherung zu Migration und Flucht, zu „Aushöhlung öffentlicher Daseinsvorsorge“, zum Zusammenbruch staatlicher Strukturen, schließlich zum „Verrecken der Menschen“ geführt hat. In der abschließenden Frage, ob Integration als Anpassung an die ausbeuterischen Verhältnisse zu sehen sei, die die Flucht hervorgebracht haben forderte Thomas Gebauer schließlich als Ausweg eine „globale soziale Infrastruktur“ und damit ein „Doppeltes Recht: das zu bleiben und zu gehen“ , ein „Recht auf Freizügigkeit als Ausdruck höchster Freiheit“.
  • In ihren Vortrag über „EXIT- expressive arts work“ stellte Prof. Dr. Melinda Ashley Meyer ihr norwegisches Projekt mit traumatisierten unbegleiteten Jugendlichen vor. Eine anschauliche Präsentation vermittelte zunächst die Zielsetzung und Ergebnisse ihres Projektes zur Vorbeugung von Traumafolgestörungen durch Förderung von Empowerment und Resilienz. Die konkrete Arbeit zeigte dann ein Filmbeitrag. Hier beeindruckte Meyers Arbeit, die inzwischen an vielen norwegischen Kliniken durchgeführt wird, durch die im Film plastisch gewordenen persönlichen Schicksale der beteiligten jungen Männer. Der Ansatz wurde allseits mit großem Interesse und Begeisterung aufgenommen.

Zum download stellen wir hier den Vortrag unseres Key Note-Redners Thomas Gebauer zur Verfügung.

Das gesamte Programm gibt es zum Nachlesen hier.

Umfangreiche fotografische Eindrücke der Tagung könnt Ihr hier ansehen.

 

DFP-Fachtagung 2016 „Fremde sind wir uns selbst“ – Programm

27. Oktober 2016

Fremde sind wir uns selbst – Zur Integration von Flüchtlingen und MigrantInnen“ – unter diesem Thema fand die DFP-Jahrestagung 2016 statt. Hier gibt es einen Überblick über die workshops und das Programm.

Download des Programmflyers

Einwanderung (Immigration, Migration)

Vorträge

Empowerment und Resilience – EXIT: expressive arts work with traumatised communities – Integrationsarbeit mit jugendlichen Migranten

Melinda Ashley Meyer

Melinda Ashley Meyer wird in ihrem Vortrag und mit einem Film zeigen, wie “community art work” mit jugendlichen Migranten durchgeführt wird, die traumatisiert sind und an Stress und Verlust leiden. Es handelt sich um eine qualitative und quantitative Studie, an der 208 unbegleitete Jungen zwischen 15 und 18 Jahren beteiligt waren.
Sie wird Englisch sprechen und wir legen, soweit möglich, eine deutsche Übersetzung vor.

Sie stellt mit EXIT (Expressive Arts in Transition) ein engagiertes Forschungsprojekt aus Norwegen vor. Die Arbeit mit den Teilnehmern wurde mit dem Verfahren “Expressive Arts” durchgeführt, dass dem Psychodrama verwandt ist und z.B. auch in Israel vielfach eingesetzt wird. (Melinda A. M. ist ebenfalls eine erfahrene Psychodramatikerin.) EXIT wurde entwickelt, um Menschen zu stabilisieren, die unter extremem Stress leben und/oder Traumata überlebt haben. EXIT fokussiert darauf, Beweglichkeit, Imagination, Engagement, Verbundenheit, im Hier-und-Jetzt Sein, Sicherheit und Eigenverantwortlichkeit zu steigern. In einem Film werden wir die Teilnehmer bei den ersten Interventionen sehen. Die Ergebnisse der Studie werden danach vorgestellt und diskutiert.

Workshops

Wie mache ich Soziodrama?

Prof. Dr. Klaus Ottomeyer

Das Soziodrama soll von realistischen Positionen, Rollen und Dynamiken ausgehen, die in der aktuellen Auseinandersetzung um die Flüchtlinge in Europa wirksam sind. Der Referent wird dazu einen Ausgangs-Vorschlag einbringen. Im Anschluss an das Rollenfeedback aus den Untergruppen und das Sharing in der Großgruppe sollen verdrängte Spannungen und gedeihliche Lösungsvorschläge festgehalten werden.

Enhancing identity and a sense of belonging In a new culture

Prof. Dr. Melinda Ashley Meyer

In diesem Workshop wird Melinda Ashley Meyer vorstellen, wie sie Psychodrama und szenische Arbeit einsetzt, um Migranten zu helfen, in einer fremden Kultur eine neue Identität und ein Gefühl von Zugehörigkeit zu entwickeln.
Der Workshop wird in englischer Sprache gehalten.

Dem Fremden in uns begegnen – Schattentoleranz

Anatoli Pimenidou

Ist man von allen guten Geistern verlassen, wenn man sich den eigenen Schattenseiten zuwendet? Im Gegenteil, wir werden die  „Licht-Seiten“ in uns zur Hilfe holen, um dann psychodramatisch kleine und größere Schatten lebendig werden zu lassen. Sie sollten nicht zum ersten Mal ihren Schattenseiten begegnen wollen. Sie werde selber entscheiden, wieviel davon sichtbar werden soll. Und am Ende wird nicht „Alles gut“. Bestenfalls ist etwas mehr Schattentoleranz möglich.

Entscheidungen in komplexen und schwierigen Situationen

Uwe Mettlach / Saad Achmed

Durch meine Tätigkeit bei der Polizei bin ich vertraut in der Führung von Teams, Beratung von Führungskräften und Entscheidern sowie der Begleitung von Ausbildungsgruppen, Mentoring- und Coachingprozessen. Für die gute Entscheidungsfindung gibt es verschiedene Methoden, Techniken und Werkzeuge, die ich alleine oder in Verbindung mit psychodramatischen Techniken in den unterschiedlichen Anwendungen nutze. Was würden sie auf folgende Frage antworten? Können sie sich vorstellen einen Workshop zusammen mit einem Menschen durchzuführen, den sie nicht kennen, dessen Sprache sie nicht sprechen, der eine ganz andere Ausbildung hat als sie selbst und an den die hohe Messlatte eines Besuchers eines Psychodrama Kongresses gelegt wird? Überlegen sie in Ruhe. In dem Workshop stellen wir ein Modell vor, das die unterschiedlichen Phasen des Entscheidungsprozesses verdeutlich und den Einsatz von psychodramatischen Techniken eventuell ermöglicht. Die Entscheidung, ob sie sich in den Workshop begeben oder etwas anderes machen, können wir ihnen nicht nehmen. Wir laden sie herzlich zu dem Workshop ein.

Supervision von Teams, die mit geflüchteten Menschen arbeiten

V. Schlevogt / R. Naumann

Von unterschiedlichen Trägern werden seit Anfang dieses Jahres verstärkt professionelle Strukturen aufgebaut, um geflüchtete Menschen nach der Erstaufnahme auch in der Begleitung und Integration im bundesdeutschen Alltag zu unterstützen. Supervision in diesem neuen Berufsfeld birgt zahlreiche Herausforderungen, da sich das Spannungsfeld von Unsicherheit und Übermotivation auf allen Ebenen zeigt.
Im Workshop bieten wir die Möglichkeit des Erfahrungsaustausches zum Arbeiten in diesem Spannungsfeld und stellen Ansätze zur Diskussion, mit denen wir die Teammitglieder in ihren neuen beruflichen Rollen begleiten.

Psychodramatische Traumatherapie

Dr. Reinhard Krüger

Der Workshop bietet eine Einführung in die Besonderheiten der psychodramatischen Traumatherapie. Patientinnen und Patienten mit Traumafolgestörungen dissoziieren definitionsgemäß bei jeder Traumaexposition, dadurch friert ihre innere Konfliktverarbeitung  ein. Das geschieht auch schon bei der bloßen psychodramatischen Begegnung mit dem Täter oder dem einfachen psychodramatischen Nachspielen einer traumatisierenden Situation. Ohnestörungsspezifisches Vorgehen ist die Therapie deshalb nicht hilfreich. Die Therapeutin gibt deshalb im Rahmen einer haltgebenden, flexiblen Beziehung 1. der Traumaerfahrung die ihr zustehende existentielle Bedeutung. 2. Sie trennt systematisch den Interaktionsraum des Traumageschehens von dem Beobachtungs- und Erzählraum, zum Beispiel mit der Zwei-Stühle-Technik. 3. Sie führt Selbststabilisierungstechniken ein und kreiert mit dem Patienten Bewältigungsfantasien. 4. Auf dieser Grundlage wird psychodramatische Traumaverarbeitung in der Gruppe oder in der Einzeltherapie (z.B. mithilfe der Tischbühne) möglich.
Literatur: Krüger, Reinhard T. (2015). Störungsspezifische Psychodramatherapie – Theorie und Praxis. Göttingen: Vandenhoeck & Ruprecht.

Kulturalisierungsfallen in der Konfliktarbeit – Kulturelle Atome im Dialog

Jutta Heppekausen

Das Zusammenleben und –arbeiten zwischen Mehrheimischen und Einheimischen kann auch Konflikte beinhalten. Bei ihrer Bearbeitung – z.B: in der Supervision – birgt eine Rahmung als „interkultureller Konflikt“ die Gefahr in sich, die Komplexität der Konfliktlinien auf gängige ethno-natio-kulturelle Zuschreibungen zu reduzieren. Mit dem praktisch und theoretisch bewährten Instrument des kulturellen Atoms, auf der Bühne spielerisch ins Erleben gebracht, haben wir viele Möglichkeiten, den Blick zu weiten. Ausgehend von einer konkreten Konfliktsituation bringen wir in diesem Workshop die sich gegenüberstehenden inneren Stimmen in einen Dialog mit dem Ziel, die Vielfalt unserer Zugehörigkeiten und Differenzlinien sichtbar zu machen und die im Konflikt verborgenen Schätze zu heben.

Fremdes im sozialen und im Rollen-Atom

Agnes Dudler

In Palästina sagt man: „Lade Fremde ein und behandle sie gut, damit sie lange bleiben. Du kannst viel von ihnen lernen.“ Dass man Fremdes mit Vorsicht betrachtet, ist ebenso sinnvoll. Erst wenn die Abwehr größer ist als die Neugier und wir nicht mehr genau hinschauen, wird es kritisch. Mit den psychodramatischen Instrumenten soziales Atom für die Beziehungsebene und dem Rollenatom für die eigenen inneren Anteile lässt sich untersuchen, wie wir mit Fremden und Fremdem umgehen. Beide Möglichkeiten sollen in diesem Workshop vorgestellt und erprobt werden.

Psychodrama mit Flüchtlingskindern

T. Niedermaier / B. Menzel

Bei der Arbeit mit Flüchtlingskindern, die  in einer Unterkunft leben, müssen wir auf vieles verzichten, was uns üblicherweise Orientierung und Sicherheit bietet.
Es gibt Sprachprobleme, diagnostisches und biographisches Wissen fehlt, die Familien bringen ihr eigenes Verhältnis  zu Institutionen mit und man bewegt sich in einem  unübersichtlichen und unstrukturierten  Setting. Trotzdem bietet das Kinderpsychodrama Möglichkeiten Kinder zu unterstützen.
Wir berichten von unserem Suchprozess  und stellen unsere  Gruppe mit Kindern aus einer Gemeinschaftsunterkunft in München vor.

Zu den Referent/-innen

Saad Achmed, geb. 1986 als Kurde , Grundschullehrer, Flüchtling aus Syrien, Status zurzeit unklar, Zusammenarbeit mit Uwe Mettlach im Flüchtlingsheim Simeonhaus Wiesbaden.

Agnes Dudler, Jg. 1946, Diplom-Psychologin und Diplom-Pädagogin, Beratung, Coaching, Psychotherapie und Supervision in freier Praxis in Bonn, 20 Jahre Leitung des Instituts für Psychodrama SZENEN, Fort- und Weiterbildung, Grossgruppenarbeit mit Soziodrama. Langjährige Vorstandsarbeit im DFP und der FEPTO.

Jutta Heppekausen, MA Supervision in eigener Praxis, Psychodramaleiterin (Institut für Psychodrama Ella Mae Shearon, Köln), Theaterpädagogin (Akademie Remscheid), Gründerin von „Blickwechsel – Playbacktheater Freiburg“, Playbacktheater-Trainerin (Center for Playbacktheatre, New York/USA), wiss. Mitarbeiterin an der PH Freiburg

Reinhard T. Krüger, Dr. med., geboren 28.2.1944, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie, Facharzt für Psychotherapeutische Medizin, Psychodrama-Therapeut. Tätig in eigener Praxis seit 1977. Seit 1975 Lehrtherapeut und Supervisor für Psychodrama, u.a am Moreno-Institut Edenkoben/Überlingen. Ärztlicher Leiter des Moreno-Instituts Edenkoben/Überlingen. Reinhard Krüger hat vor 25 Jahren die Zeitschrift „Psychodrama“ und vor 12 Jahren die „Zeitschrift für Psychodrama und Soziometrie“ mitgegründet. Neben zahlreichen Veröffentlichungen ist er Autor der Bücher: 1. Kreative Interaktion. Tiefenpsychologische Theorie und Methoden des klassischen Psychodramas. Göttingen 1997, Vandenhoeck & Ruprecht. 2. Störungsspezifische Psychodramatherapie – Theorie und Praxis. Göttingen: Vandenhoeck & Ruprecht, 2015. Arbeitsschwerpunkte: Störungsspezifische Anwendungen des Psychodramas, Theorie des Psychodramas und des Spiels. Riethof 7, D-30916 Isernhagen. E-Mail: krueger.reinhard@htp-tel.de

Bettina Menzel, Dipl. Psych., Kinderhypnotherapeutin (MEG), systemische Familientherapeutin, Beratungsstelle in der Kirchenstraße 88, 81675 München, Träger: schule-beruf e.V.

Uwe Mettlach, geb. 1963 in Ostwestfalen, Dipl. Verwaltungswirt, Psychodramaleiterausbildung am Schwedischen Moreno Institut bei Leif Dag Blomkvist, Systemischer Berater, Spiel-und Theaterpädagoge,  Zauberkünstler,  seit 2005 Fachlehrer und Trainer an der Polizeiakademie Wiesbaden für  im Bereich Führungsmanagement und Personalentwicklung, Rhetorik, Medientraining, Teamentwicklung, Kommunikations- und Konflikttraining,  Projektmanagement, Ziel und Zeitmanagement, Veränderungsmanagement. 2014 Wechsel zum Zentralen Polizeipsychologischen Dienst in den Bereich Organisationspsychologie und Führungskräfteberatung

Professor Melinda Ashley Meyer is the Director of the Expressive Arts Conflict Transformation and Peacebuilding Program at the European Graduate School (EGS). She was a senior researcher at the Norwegian Centre for Violence and Traumatic Stress Studies (NKVTS) (2004 – 2016) and the Director and Co-founder of the Norwegian Institute for Expressive Arts and Communication (NIKUT). She is a Director of Psychodrama and is a trained bioenergetics-therapist. Since 1983 she has focused on the combination of community, group and individual psychotherapy. She worked as an Expressive Arts and group psychotherapist at the Psychosocial Centre for Refugees with torture survivors and war refugees from 1990-2004. Since 2008 she has been project leader for a controlled longitudinal study with unaccompanied minor refugee boys between the age of 15 and 18 at NKVTS applying EXIT as an early intervention model.
She has been giving lectures and workshops within the field of EXA, Psychodrama, trauma, conflict transformation and cross-cultural group work in Europe, Israel, East Europe, North, Central and South America. She has made three documentary films, written articles and participated in writing several books. She is a Founding Member of FEPTO (Federation of Psychodrama Training Organisations).

Rebecca Naumann, Ev. Theologin, Coach und Supervisorin (DGSv); berät im Schwerpunkt zu allen Aspekten des Talentmanagements.

Thomas Niedermaier, Dipl. Psych., Psychodramatherapeut (DFP), Beratungsstelle in der Kirchenstraße 88,  81675 München, Träger: schule-beruf e.V.

Klaus Ottomeyer, geb. 1949, Sozialpsychologe und Psychotherapeut, Lehrtherapeut für Psychodrama, von 1983 bis 2013 Professor für Sozialpsychologie an der Universität Klagenfurt. Gründungsobmann und Psychotherapeut der Kärntner Einrichtung ASPIS, die psychotherapeutische Hilfe für traumatisierte Flüchtinge sowie für Opfer des Nationalsozialismus und ihre Familien anbietet.
Autor des Buches „Die Behandlung der Opfer. Über unseren Umgang mit dem Trauma der Flüchtlinge und der Verfolgten“ (Klett-Cotta, Stuttgart 2011).

Anatoli Pimenidou, Psychologische Psychotherapeutin, Psychodrama-Therapeutin, Trauma-Therapeutin (PITT), Niedergelassen in eigener Praxis mit Kassenzulassung für Einzel- und Gruppenpsychotherapie, Tiefenpsychologisch Fundiert, Einzel- Gruppen-Selbsterfahrungsleiterin. Schwerpunkte: Traumafolgestörungen, Persönlichkeitsstörungen, Trauerarbeit.

Vanessa Schlevogt, Politikwissenschaftlerin und Supervisorin/Coach (DGSv); Beratung und Prozessbegleitung, insbesondere zu Familienfreundlichen Netzwerken, Kinder- und Familienzentren sowie Chancengleichheit

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