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Fachtagung 2017: Filmischer Rückblick

9. Juli 2018

Rund 80 TeilnehmerInnen sind der Einladung zur Tagung gefolgt und haben sich am 03. und 04.11.2017 im Gustav-Stresemann-Institut in Bonn eingefunden. Die Jahrestagung des DFP hatte sich unter dem Titel „Spielräume erkennen und nutzen“ einiges vorgenommen, nämlich zum einen die Dimensionen „postfaktischer Realitäten“ psycho- und soziodramatisch auszuleuchten und sich zum anderen der Moreno´schen Technik der „surplus reality“ zuzuwenden.

Grete Anna Leutz wird 88 Jahre jung – Jahrgang 1930

29. Juni 2018

Grete Anna Leutz feiert am 27. Juni ihren Geburtstag.

Wir freuen uns mit ihr und wünschen ihr die bestmögliche Gesundheit mit hoher Achtung für all das, was sie für das Psychodrama getan hat und immer noch tut.
Dass sie als Schülerin und Weggenossin von J.L. Moreno eine, wenn nicht sogar die triebkräftigste Wurzel für das deutsch-sprachige und internationale Psychodrama war und ist, das wissen wir und vergessen es hoffentlich nicht.

Dass sie das Psychodrama mit Klugheit und Geschick in die Verbändelandschaft eingeführt und in Fachkreisen hoffähig gemacht hat, das wissen wir auch und vergessen es hoffentlich auch nicht.

Sie ist Mitbegründerin der Sektion Psychodrama im ehemaligen DAGG, aus dem der Deutsche Fachverband (DFP) hervorgegangen ist. Von 1973 – 1979 war sie deren Vorsitzende. Sie ist auch eine der Mitgründerinnen der International Association of Group Psychotherapy, der sie von 1986 bis 1989 als Präsidentin vorstand. Auch das wissen wir und wollen es auch nicht vergessen.

Natürlich wissen wir nicht alles. Jedes Leben hat ein Anrecht auf Geheimnisse.

Aber wir wissen viel und was wir uns nicht merken können, dafür ist sie gleichsam der inkarnierte Anekdotenschatz ihrer eigenen Biografie.

Wer mit diesem Schatz nicht in Konkurrenz treten will, mag es mal mit anderer Perspektive versuchen, zum Beispiel mit einem Geburtstagsgruß der anderen Art.

Der 27. Juni ist nach alter Bauernregel der Siebenschläfertag. Man kann an diesem Tag ans Wetter denken, aber auch an die zwei Siebenschläferbabies, die es sich in der Uhlandstraße 8 in Überlingen im Vorsatzfenster der Institutsküche gemütlich gemacht und sich zum eigenen, wie auch zum Staunen von Gretel Leutz über die gemeinsame Begegnung sehr gefreut haben. Als Psychodramatikerin ist Gretel Leutz Kosmopolitin und da gehört schließlich die ganze Kreatur dazu. Allerdings: siebenschläfrig ist sie nicht.

Man kann am 27.6. auch an die Legende der sieben Brüder Constantinus, Dionysius, Johannes, Malchus, Martinianus, Maximinianus und Serapio denken, die sich auf der Flucht vor Kaiser Decius in einer Höhle bei Ephesus versteckt haben. Dort wurden sie lebendig eingemauert und fielen daraufhin, von Gott bewacht, in einen tiefen Schlaf. Erst im Jahr 446 wurden die sogenannten „Siebenschläfer“ gefunden. Sie erwachten nach 195 Jahren aus ihrem Schlaf.

Gretel Leutz muss man nicht aufwecken, manche PsychodramatikerInnen vielleicht. Sie selbst nimmt wachsam bis heute am lebendigen Geist des Psychodramas teil, der, egal wie man versucht, ihn einzudämmen, letztendlich immer wieder auferstehen wird. Wie soll es anders sein, wenn man gelernt hat, how to play God.

Well, Dr. Freud, I start where you leave off. You meet people in the artificial setting of your office,
I meet them on the street and in their home, in their natural surroundings. You analyze their dreams,
I try to give them the courage to dream again. I teach the people how to play God.“
(Moreno 1946: 5-6 in Blatner 1988: 19)

In dem Jahr, in dem Grete Leutz geboren wurde, starb Helene Lange. Sie war eine deutsche Frauenrechtlerin, Politikerin und Pädagogin, die sich für eine bessere Schulbildung von Frauen und Mädchen einsetzte und als eine der wichtigsten Persönlichkeiten der deutschen Frauenbewegung gilt. Für Grete Leutz eine Patentante im Geiste? Immerhin sind gegenwärtig in psychodramatischen Weiterbildungsgruppen und auf psychodramatischen Fachtagungen öfter mehr Frauen als Männer sichtbar.

1930, wie gesagt Gretels Geburtsjahr, starb Arthur Conan Doyle, ein schottischer Schriftsteller und Arzt, der die Kriminalromane um „Sherlock Holmes“ und „Dr. Watson“ schrieb. Vielleicht flog die kriminalistische Neugier und Entdeckungsgabe des Autors auf geheimnisvolle Weise ins Kindbett von Gretel Leutz. Wer sich von ihrem wohlwollend neugierigen Doppeln durch die Tatorte psychodramatischer Szenen zu kathartischen Tiefen sowie zur Entdeckung im Nebel des Bewusstseins gut getarnter Leichen verleiten und sich dadurch seine Fälle aufklären ließ, mag sich erlöst lächelnd auch einen solchen Patenonkel vorstellen können. Gretel Leutz, „eine“ Sherlock Holmes und Dr. Watson des Psychodramas in einer Person.

Im Februar 1930 wurde Joanne Gignilliat Trimmier Woodward in Thomasville, Georgia, geboren, heute wie Grete Leutz 88 Jahre alt. Sie ist eine US-amerikanische Schauspielerin, die ab Mitte der 1950er-Jahre in Hollywood erfolgreich war. Ihr Ehemann war Paul Newman. Sie war vor ihm berühmt. In zweien ihrer Filmdramen – „Eva mit den drei Gesichtern“ und „Sybil“ – spielte sie auf eindrucksvolle Weise , einmal als Betroffene und einmal als Ärztin, den Umgang mit der Rollenvielfalt unserer inneren und äußeren psychodramatischen Bühnen. Joanne Woodward und Grete Leutz: die eine mit dem Global World Award als beste Hauptdarstellerin, die andere mit dem J.L. Moreno Award. Zwei psychodramatische Persönlichkeiten, die eine mehr Actor, die andere mehr Doer. Vielleicht gratulieren sie mal einander zum Geburtstag.

Ja und da ist noch die Uhlandstraße in Überlingen, mit der Hausnummer 8 eine dezente Anspielung auf das Lebensalter von Gretel Leutz. Im Gegensatz zu Gretel Leutz war Ludwig Uhland kein Global Player. Stets in Tübingen gewohnt, immerhin Studienaufenthalt in Paris und viel auf Wanderschaft gewesen in deutschen Landen, dabei öfter in Überlingen. Aber nicht zu vergessen: Ludwig Uhland war Akteur im Württembergischen Landtag und im Nationalparlament in Frankfurt; für die Linksliberalen, für die Revolutionäre. Ein Dichter und Politiker!

Gretel Leutz nimmt auf ihre Weise das Vermächtnis der Uhlandstraße an. Von der Uhlandstraße aus konnte sie als 14 Jährige sehen, wie KZ Häftlinge vom KZ Überlingen-Aufkirch, einer Außenstelle des KZ Dachau, zur Zwangsarbeit in den Goldbacher Stollen getrieben wurden. Das vergisst sie nicht.

Sie tritt auf die öffentliche Bühne, erinnert und mahnt. Sie bleibt in vielerlei Hinsicht global und lokal sensibel für die politischen und ökologischen Spannungen und Herausforderungen auf der Welt-Bühne, bis heute. Wie war das noch bei Moreno?
A truly therapeutic procedure cannot have less an objective than the whole of mankind.“ J.L. Moreno 1934: Who Shall Survive? ( „Eine wahrhaft therapeutische Methode darf nichts weniger zum Objekt haben als die gesamte Menschheit.“ )

Ich kenne Grete Anna Leutz seit 1978. Das sind 40 Jahre, auch ein Jubiläum. Von 1990 bis 2010 habe ich mit ihr im Moreno Institut Überlingen in verschiedenen Rollen zusammengearbeitet. Unsere Begegnungen sind heute wie gestern lebendig und psychodramatisch. Ich möchte keine missen. Sie ist für mich Psychodrama life.

Danke!

In der Sprache der Kinder, der Urquellen des Psychodramatischen Rollenspiels:
Wie schön, dass Du geboren bist, wir hätten Dich sonst sehr vermisst!

Juni 2018
Helmut Schwehm

Fachtagung 2018: „Handlungsfähig im Wandel?!“

11. Juni 2018

Flyer (download)Die Tagung findet vom 09.11. – 10.11.2018 im Gustav Stresemann Institut in Bonn statt.

Die Online-Anmeldung ist ab sofort freigeschaltet.

Handlungsfähig im Wandel?!

Wandel ist natürlich. Was aber, wenn sich mehr ändert, als gewollt und einem lieb ist?
Wirtschaftlich bedingte Veränderung wird zu häufig idealisiert und macht vor keinem Bereich Halt.
In der digitalen Revolution, im Konsumdruck und im Finanzkapitalismus gehen natürliche Wandlungsprozesse beinahe unter oder werden kommerzialisiert.
Der Druck zur Selbstoptimierung wirkt weit über die Arbeitswelt hinaus in Freizeit- und Beziehungsgestaltung und beeinträchtigt eine gute Selbstregulation.
Eine Wirkung ist ein Anstieg von psychischen Krankheiten.
Was geschieht bei alldem mit mühsam erarbeiteten Menschenrechten und demokratischen Strukturen?
Wie können wir als Psycho- und Soziodramatiker*innen unsere Werte und Handlungsfähigkeit bewahren und weiterentwickeln?
Wie unterstützen wir unsere Kund*innen und Ratsuchenden darin, mit Klarheit, Spontaneität, Kreativität und Rollenflexibilität den Wechselfällen des Lebens angemessen zu begegnen?
Mit dieser Tagung bieten wir Raum für solche Fragen. Kolleg*innen aus verschiedenen Arbeitsfeldern stellen dazu Praxisbeispiele vor.

Das gesamte Programm könnt Ihr hier als pdf-Datei herunterladen.

Detailinformationen zum Programm

Leandra Perrotta: Dance of change – Jungian Psychodrama (in English)

If change has always been an integral part of life, why do we resist it so? In fact, permanence and change are two fundamental human needs that spring from separate motives and tend to pull us in opposite directions. We need security, permanence, stability, and continuity. These rooting instincts ground us in our human experience. But we also have a need for transformation and change, generative forces that infuse life with vibrancy and allow us to grow. We are walking contradictions, seeking saftey and reliability on one hand and thriving on change on the other. Attachment experts point out how a child needs to feel safe in order to go into the world and explore; once they have satisfied their need for discovery, they want to go back to their safe base to reconnect.
As adults, we are not that different and our challenge lies in reconciling the need for safety and predictability with the wish to pursue excitement, risk-taking and mystery.

In this workshop, we will experience Dance Movement Therapy, a method which facilitates the creation of a safe space in which to explore and playfully experiment with the dynamics of change.
Dance Movement Therapy is a work of imaginative body psychotherapy in which movement is both container and process. The dance-based medicine facilitates the symbolic expression of images and feelings and improves relationship competencies by teaching good body communication skills as well as providing an opportunity to create a visual vocabulary, transforming inner mental thoughts from implicit to explicit.

Rituals will be used as a protective framework of this experience. The therapeutic use of music and ritual evokes the crucial healing aspects of traditional ceremonies which sacralise time, space and trasnformation. Rituals provide a feeling of safety, connectedness and belonging and establish trust by cultivating a holding function for the therapeutic process.
The workshop is designed to give an opportunity for personal exploration and professional development in a safe and supportive environment. Participants will experience interpersonal connections between individuals and subgroups within a larger group for the purpose of improving interpersonal and group dynamics.

Über die Referentin

Leandra Perrotta is an Italo-Australian Clinical Psychologist,  Psychotherapist and Trainer of Psychodrama, Dance Movement Therapy and Transgenerational Therapy. She is Contract Professor at the University of Valle D’Aosta, Past President  of  FEPTO – Federation of European Psychodrama Training Organizations and President of ITTA –  International Association of Transgenerational Therapy. She is a Professor at IPAP – Post Graduate Psychotherapy Institute of Analytical Psychology and Jungian Psychodrama  in Italy and Trainer and Supervisor at the Anne Ancelin Schützenberger International School of Transgenerational Therapy. She is a member of the FEPTO Task Force for Peace Building and Conflict Transformation and has lead groups of Psychodrama, Dance Movement Therapy and Transgenerational Therapy in over 30  countries around the world. Her professional interests include Dreams,  Psychogenealogy, Sexuality and Trauma.

Monika Jetter-Schröder: Anti-Aggressivitäts-Training mit jugendlichen/erwachsenen Gewalttätern im justiziellen Zwangskontext (SekundärMotivation)

Seit 20 Jahren führe ich solche Behandlungsprogramme durch und habe dafür eigene psychodramatische Arrangements entwickelt. Aufgrund der sich ändernden Zielgruppe, immer mehr Teilnehmer haben einen muslimischen Hintergrund, gibt es aber auch in diesem Setting einen spürbaren Wandel. Durch die innere Haltung und die Methoden und Techniken des Psychodramas fühle ich mich als Psychodramatikerin gut gerüstet, diesem herausfordernden Wandel zu begegnen.

Psychodrama unterstützt und fördert den Transformationsprozess der Klienten. Psychodrama als eine Methode der Beziehungsarbeit ist gerade deshalb in diesem Setting sehr erfolgreich.

Kurzbeschreibung zum Inhalt des Workshops:
Ich werde kurz das Setting meiner Arbeit vorstellen und danach Arrangements erlebbar machen, die Einfühlungsvermögen, Empathie und die Opferperspektive ermöglichen.

Über die Referentin

Monika Jetter-Schröder

Dipl. Sozialarbeiterin, Psychodramaleiterin, Anti-Aggressivitäts-Trainerin® und Ausbilderin, tätig mit Systemaufstellungen u.a.
Leiterin der Jugendhilfe im Strafverfahren, Haus des Jugendrechts Mannheim. a.D.

Katharina Novy: Demokratie – selbstverständlich!?

Demokratie war lange Zeit für viele von uns etwas so Selbstverständliches, dass wir uns über das, was Demokratie ausmacht, kaum Gedanken gemacht haben. Doch die Legitimation durch Wahlen reicht noch nicht – Menschenrechte, Gewaltenteilung, Meinungs- und Versammlungsfreiheit, kritische Medien, Pluralismus und öffentliche Debatte gehören wesentlich dazu. Und das ist auch in Europa inzwischen nicht mehr selbstverständlich.
In diesem Workshop wollen wir uns mit dem komplexen Gebilde Demokratie soziodramatisch auseinandersetzen und der Frage nachgehen, wie Demokratie heute verteidigt und gestärkt werden kann.

Über die Referentin

Katharina Novy, Mag.a Dr.in
Soziologin, Historikerin, Psychodramaleiterin (ÖAGG), Diversity-Beraterin. Selbständige Trainerin, Beraterin und Moderatorin. Schwerpunkte: psychodramabasierte und partizipationsorientierte (politische) Bildung und Beratung, psychodramabasierte Moderation, Biographiearbeit und –forschung, Gender, Diversity.
www.perspektivenveraendern.at

Dr. Falko von Ameln: Digitalisierung und Begegnung in Organisationen

Digitalisierung ist zurzeit das Megathema in Organisationen aller Art. Ein Aspekt ist dabei die Virtualisierung von Kooperationsbeziehungen. Im Workshop wird es darum gehen, gemeinsam zu reflektieren, wie eine psychodramatisch inspirierte Organisationsberatung auf diesen Trend reagieren kann und welche Angebote PsychodramatikerInnen als ExpertInnen für Begegnung machen können, um Organisationen in Zeiten der Digitalisierung zu begleiten. Der Workshop versteht sich nicht als Vermittlung fertiger Lösungen, sondern als Co-Kreationsprozess in einer gemeinsamen Suchbewegung.

Agnes Dudler: Top Girls, Top Boys, Top Xs - Selbstoptimierung oder gut genug?

Viel hat sich geändert in der dualen Geschlechteraufteilung und Rollenzuschreibung. Manches ist besser, manches schlimmer geworden. Und viele sind mit der Aufweichung klarer Grenzen überfordert; sie wünschen sich die „alten Zeiten“ wieder. „Menschen müssen freie Wahl haben“ war Moreno`s Forderung. Haben wir die?
Wachsender Individualismus, neokapitalistischer Wettbewerb und Konsumdruck entfremden uns immer mehr von unseren wirklichen Bedürfnissen als Gruppenwesen, für die Mitgefühl und Kooperationsfähigkeit überlebenssichernd sind. Infolge sind chronische Überlastung, verzerrte Selbstwahrnehmung und mangelndes Selbstwertgefühl häufige Pro-bleme in der psychotherapeutischen Praxis.
Wie man als PsychodramatherapeutIn damit arbeiten kann, ist Thema dieses Workshops.

Nikola Paul: Ein Jobwechsel steht an – was dann?

Neue Ansätze in der Karriereberatung, belebt durch Psychodrama.
Alle reden von der Arbeitswelt 4.0 oder von der VUKA Welt. Die neue Welt, mit der wir alle umgehen müssen, ist volatil, unsicher, komplex und ambivalent. Einen Arbeitsplatzwechsel gut zu gestalten, ist heutzutage eine wiederkehrende Aufgabe für Viele. Tendenz zunehmend.
Ein neuer Ansatz in der Karriereberatung stärkt die Selbstwirksamkeit, mit dieser Wechsel-Welt umzugehen. So kann der Jobwechsel von einem Verlust zu einer Chance werden.

Im Workshop erläutere ich, wie der Effectuation-Ansatz von Michael Faschingbauer auf die Karriereberatung erfolgreich übertragen werden kann und ich zeige auf, wie Psychodrama in den verschieden Phasen und Elementen einer Karriereberatung zum Einsatz kommt.
Die Workshop-Teilnehmer erleben psychodramatische Elemente einer Karriereberatung und können diese entweder für ihre Beratungspraxis oder ihre eigenen Überlegungen zu einem Jobwechsel nutzen.

Konrad Schnabel & Mihrican Cayakar: Werte im Wandel: Sich verändern und sich treu bleiben

Unsere individuellen Werte haben eine stark identitätsstiftende Funktion. Sie motivieren unser Handeln und bilden Bewertungsmaßstäbe für Erreichtes und Unerreichtes. Vielfältige Studien belegen die positiven Wirkungen eigener Werte bei der Bewältigung schwieriger Herausforderungen. Im Workshop beschäftigen wir uns mit handlungsorientierten Techniken zur Bekräftigung persönlicher Werte. Dadurch pflegen wir wertvolle Ressourcen, um bei anstehenden Veränderungsprozessen eine förderliche Balance zwischen Flexibilität und Kontinuität finden zu können.

Über die Referent/innen

Konrad Schnabel ist Professor für Persönlichkeitspsychologie und Diagnostische Psychologie an der International Psychoanalytic University (IPU) Berlin. Ausbildung zum Psychodrama-Therapeuten am Psychodramaforum Berlin. Forschungsschwerpunkte sind spontanes Verhalten, unbewusste Persönlichkeitsanteile und die Evaluation psychodramatischer Interventionstechniken.

Mihrican Cayakar ist Erzieherin und Psychodrama-Leiterin. Langjährige berufliche Erfahrungen mit Kindern und Jugendlichen sowie als Psychodrama-Leiterin in einer Mädcheneinrichtung. Mutter einer 10jährigen Tochter und eines 21jährigen Sohns.

Uwe Reineck: Mythos change – Schau der Veränderungsruinen

Change-Prozesse sind schwierig, vor allem wenn sie tatsächlich etwas verändern und nicht nur den Zeitgeist bei Laune halten sollen. Meist scheitern sie in Unternehmen grandios. Woran liegt das? Die Change-Industrie lebt von unerfüllbaren (Manager-)träumen. Sie produziert häufig genau das, was sie vorgibt, verändern zu wollen: Zynismus, Abwertung, Resignation. Im Rahmen des Workshops werfen wir einen kritischen Blick auf  Veränderungsruinen in Organisationen und geben soziodramatische Impulse für eine Organisationsentwicklung mit Menschenverstand und Augenmaß, die gelingen kann.

Über den Referenten

Uwe Reineck
Diplom-Psychologe, ist seit 1991 als selbständiger Unternehmensberater tätig. Er ist Psychodrama-Lehrtherapeut und leitet das Psychodrama-Institut Freiburg/ Heidelberg und die Soziodrama Akademie. Er Geschäftsführer der MAICONSULTING GmbH & Co. KG in Heidelberg. Unter anderem ist er Autor des Handbuches der Prozessberatung (2016), Mythos Change (2015), des Handbuches Führungskompetenzen trainieren (2011) und des Minihandbuchs Organisationsentwicklung (2018).  Alle erschienen Beltz-Verlag.

Gudrun Koch: Wenn sich die Arbeitswelt verändert - Individuelle Standortbestimmungen und Kurskorrekturen mit dem Psychodrama

Informationstechnologien und Globalisierung haben unsere Art zu arbeiten und zu denken in den letzten 20 Jahren mehrfach massiv verändert. Dabei sind Freiheiten für die Gestaltung sehr individueller Karrieren entstanden. Werdegänge enthalten heute mehrere Berufe, Richtungswechsel, Sabbaticals, Zeiten der Selbständigkeit, Weiterbildungen und fast immer Zeiten der Arbeitslosigkeit. Wir reden über Achtsamkeit, haben Home-office, 80% Stellen, Elternzeit für Väter uvm. Und dennoch: Unsere Arbeitswelt ist alles andere als rosarot. Wir befinden uns in der 4. industriellen Revolution, der Digitalisierung. Geschäftsmodelle wie die von Amazon, Netflix, Flixbus, Bitcoin uvm haben Branchen disruptiv verändert und wir ahnen was mit Machine Learning und Artificial Intelligence gerade auf uns zu rollt: Weitere klassische Berufsbilder werden ersetzt und neue entstehen. Kompetenzen veralten innerhalb weniger Jahre. Der Notwendigkeit steigt, das eigene Kompetenzprofil an den Auswirkungen neuer Technologien zu überprüfen. Dabei werden auch Lebensentscheidungen immer wieder neu getroffen.

Für diese Themen hat das Psychodrama viel zu bieten: Morenos Modell der Veränderung ist für disruptive Veränderungen gerade zu angelegt. Die Psychodrama Bühne ist ein guter Ort um diesen Themen einen Raum zu geben. Die Arrangements, Techniken und vor allem die Gruppe sind Elemente, die hilfreich sind, um Menschen an Wendepunkten zu begleiten.
Auf der Bühne können Standorte und berufliche Perspektiven geklärt und tragfähige Brücken für die Zukunft gebaut werden.
Es kann eine stimmige Balance zwischen dem sicheren Hafen und der Abenteuerlust erprobt werden.
Neue Rollen können geübt oder mit Hilfe der Surplusrealität mit ungeahnten Ressourcen ausgestattet werden. Auch werden Grenzen einer gesunde Veränderung spürbar und ausgelotet.
In diesem Themenspektrum arbeiten und experimentieren wir in diesem Workshop.

Über die Referentin

Gudrun Koch
Diplom Psychologin, Psychodramaleiterin (DFP), Personalberaterin, Karriere-Coach und Trainerin in der Personalentwicklung seit über 20 Jahren, tätig in den Branchen Automotiv, Banken, Chemie- und Pharmaindustrie, Energieversorger, IT, zertif. Coach der Lehrkräfteakademie (Hessischen Kultusministerium), Geschäftsführende Gesellschafterin der Pathfinder-Consulting GbR, Frankfurt am Main
www.gudrun-koch.de
www.pathfinder-conlulting.de

Anatoli Pimenidou/Ute Schickhardt: Wandlungsprozesse - Therapie cross over

Wandlungs- und Entwicklungsprozesse sind in der Psychotherapie der natürliche Ausweg aus Krisensituationen. Alle psychotherapeutische Methoden möchten diese Prozesse mentalisieren, begleiten und fördern. Das cross-over der humanistischen Methoden wird in diesem Workshop anhand von konkreten Techniken und anhand eines konkreten Falles von einer Logotherapeutin Werte-orientiert begleitet und einer Psychodramatikerin in Handlung umgesetzt.

Über die Referentinnen

Anatoli Pimenidou auch Psychologin, Psychodrama Therapeutin, Traumatherapeutin, Supervisorin und Selbsterfahrungsleiterin, Niedergelassen in Taunusstein mit Kassenzulassung für Einzel- und Gruppenpsychotherapie, Delegierte des DFP für die AGHPT, zweite Vorsitzende der AGHPT.

Ute Schickhardt ist Psychologin, Logotherapeutin, Delegierte der Deutschen Gesellschaft für Logotherapie und Existenzanalyse (DGLE) in der AGHPT und im Verbändetreffen gegen Grenzverletzungen in der Psychotherapie. Sie lebt und arbeitet in Ludwigsburg.

Kersti Weiß: Zu viel ist zu viel? Krisen in Supervisionsprozessen

Es gibt viele Situationen in Supervisionen, in denen es Krisen gibt:

  • Ratsuchende/KundInnen der SupervisandInnen sind in Krisen.
  • Welche Dynamik löst es in den SupervisandInnen und im Team aus. Wie können wir das in der Supervision verstehen?
  • Ein Team ist in einer Krise, weil es in der Organisation zu heftigen Veränderungen kommt. Das löst heftige Irritationen und spezifische Dynamiken aus, die in Supervisionen wirken.
  • Der/die SupervisorInnen kommen in eine Krise durch die Dynamik die in der Supervision geschieht.

In der Werkstatt geht es darum, an Beispielen auch der TN die verschiedenen Dynamiken zu verstehen und das dazu passende methodische Handwerkszeug zu entdecken.

Über die Referentin

Kersti Weiß Dipl.Psychologin, Supervision, Coaching, Organisationsentwicklung Frankfurt

Martina McClymont-Nielitz: Orientierung in Krisen - mit Hilfe der Seelenlandkarte

Verorten und neue Wege erproben durch psychodramatische Aufstellungsarbeit mit der Seelenlandkarte im therapeutischen und beratenden Setting

Die psychodramatisch-aktive Aufstellung mit der sogenannten Seelenlandkarte (Schabel, 1994, modifiziert von Hübner, Hausdörfer und Köhler − unveröffentlicht) zeigt die kognitiv-emotionale Befindlichkeit und die Beziehungslandschaft eines Menschen auf der äußeren Bühne. Komplexe Zusammenhänge werden in einer vorbewussten Form, symbolisiert durch räumliche Metaphern, verstehbar. Die Arbeit mit der Seelenlandkarte wirkt introspektionsfördernd und schafft einen Zugang zu sprachlich noch nicht fassbaren Themen und Gefühlen. Sie bietet hohen Schutz durch die Symbolebene, Distanz und Übersicht über die innere und äußere Konfliktlage. Sie erleichtert die Verortung in Beziehungen im Hier und Jetzt und fördert Mentalisierungsprozesse, um Zukunftsvorstellungen im Dort und Dann zu entwickeln, zu erproben und wieder handlungsfähig zu werden.

 

Andreas Ploeger ist verstorben

27. März 2018

Er wurde 1926 geboren und war noch als Jugendlicher in den letzten Tagen des Krieges eingezogen worden, diese Gewalterfahrungen und die kulturelle und politische Deformation einer Gesellschaft haben ihn und seine Veröffentlichungen geprägt, genauso wie die Begegnung mit Moreno und seine Auseinandersetzungen mit der dramatischen Methode.

Er studierte in München ab 1952 Medizin und Psychologie, promovierte und habilitierte sich in Aachen, war als Professor für Psychiatrie, Medizinische Psychologie und Sozialpsychiatrie an verschiedenen Universitäten ordiniert und kehrte 1976 nach Aachen zurück und übernahm das Ordinariat und die Geschäftsführung des Universitäts- Institutes für medizinische Psychologie.

Nach seiner Emeritierung war er noch bis ins hohe Alter als Psychotherapeut in eigener Praxis tätig.

Seine tiefenpsychologisch fundierte Psychodramatherapie (TFPT), die er 1983 veröffentlichte, thematisiert vor allem die im Hier und Jetzt wirksamen Projektionen und Identifikationen innerhalb der Gruppe und fokussiert die Inszenierung darauf. Er verstand sich als Weiterentwickler, versuchte die tiefenpsychologischen Ideen sowohl in der aktuellen Bearbeitung mit der Gruppe als auch im Unterricht für die Ausbildungskandidaten als Instrumente zu nutzen und vermittelte uns viele Übersetzungshilfen. Schüler, die neben der klassischen Psychodrama-Ausbildung, von ihm inspiriert waren gründeten 1980 das Psychodrama Institut Rheinland, heute Rheinland Institut, und begannen mit der Psychodrama -Ausbildung nach den Richtlinien des DFP, bis heute dauert diese Arbeit an.

Bekannt wurde sein Werk auch durch die damals ersten Versuche der psychotherapeutischen Trauma Bearbeitung mit den verschütteten Bergleuten von Lengede und mit den Terror-Opfern der palästinensischen Flugzeugentführer im deutschen Herbst 1977.

Er ist aber auch darüber hinaus Autor zahlreicher wissenschaftlicher Beiträge und Fachbücher insbesondere zur Entstehung von Gewalt und von sozialen Deformationsprozessen in der Entwicklung zum deutschen Faschismus.

Ernst Diebels
Rheinland Institut

Stellenausschreibung Hochschule Hannover

27. März 2018

Die Stelleninhaberin / der Stelleninhaber soll in den Studiengängen Soziale Arbeit (BA/MA/berufsbegleitend) zielgruppenübergreifend Disziplin und Profession Sozialer Arbeit mit den Schwerpunkten Gruppenverfahren und Beratung vertreten. Die Lehre umfasst die Vermittlung von Kenntnissen über Rahmenbedingungen, Konzepte und Verfahren in den Bereichen Gruppenverfahren und Beratung.

Einstellungsvoraussetzungen sind:

  • ein abgeschlossenes Masterstudium der Sozialen Arbeit und staatliche Anerkennung oder ein Universitätsdiplom (Psychologie, Pädagogik)
  • mehrjährige, einschlägige Berufserfahrung in Feldern der Sozialen Arbeit, mit nachgewiesenen Beratungstätigkeiten und Anwendung von Gruppenverfahren
  • profunde Kenntnisse der für die Soziale Arbeit bedeutenden sozialarbeitswissenschaftlichen Diskurse und Erfahrungen in relevanten Praxisfeldern der Sozialen Arbeit
  • eine erfolgreich abgeschlossene, anerkannte therapeutische oder pädagogische
  • Weiterbildung, die zu Beratung qualifiziert sowie in einem anerkannten Gruppenverfahren. Erwünschte Verfahren sind beispielsweise Supervision (DGSV/DGSF), TZI, Psychodrama

Die Hochschule Hannover legt Wert auf die Berücksichtigung der Gender- / Gleichstellungsthematik in Lehre und Forschung. Eine engagierte Mitarbeit in der akademischen Selbstverwaltung der
Hochschule wird erwartet.

Die Eingruppierung erfolgt in die Entgeltgruppe 13 TVL

Für inhaltliche Rückfragen steht Ihnen bei Bedarf die Studiendekanin der Abteilung Soziale Arbeit, Prof. Dr. Karin Lenhart-Roth gern zur Verfügung (Mail an: karin.lenhart hs-hannover.de, Tel.:
0511/9296-3156).

Schwerbehinderte Bewerberinnen und Bewerber werden bei gleicher Eignung bevorzugt berücksichtigt.

Die Stelle ist teilzeitgeeignet. Das Lehrdeputat beträgt 20 LVS. Die vier Abteilungen der Fakultät V (Soziale Arbeit, Religionspädagogik und Diakonie, Pflege und Heilpädagogik) bilden eine gemeinsame Lehreinheit. Die Lehre erfolgt schwerpunktmäßig im BA-Studiengang Soziale Arbeit, erwartet wird die Bereitschaft zur Zusammenarbeit mit anderen Abteilungen und Studiengängen, insbesondere dem Zwei-Fächer-BA-Studiengang „Religionspädagogik und Soziale Arbeit“.

Zu Zwecken der Durchführung des Bewerbungsverfahrens werden personenbezogene Daten gespeichert. Wir bitten Sie, uns von Ihren Bewerbungsunterlagen nur Kopien einzureichen, da wir
diese aus Kostengründen nicht zurücksenden können – diese werden nach Abschluss des Auswahlverfahrens unter datenschutzrechtlichen Bestimmungen vernichtet.

Bewerbungen bitten wir unter Angabe der Kennziffer bis zum 11.04.2018 an das Dekanat der Fakultät V Diakonie, Gesundheit und Soziales der Hochschule Hannover, Postfach 690363, 30612 Hannover zu senden. Die Bewerbungsmappe muss auch als pdf-Datei vorliegen und ist an folgende Adresse zu senden: dekanat-f5 hs-hannover.de

Hier könnt Ihr die Ausschreibung als pdf-Datei herunterladen

Stellenausschreibung: PhD position in psychology (evaluation of psychodrama interventions)

8. März 2018

POSITION DESCRIPTION

The PhD candidate will work within the project „Evaluation of Psychodrama Interventions“ supervised by Konrad Schnabel. The project explores effects of action-oriented interventions that originate from Psychodrama theory and practice and reside at the intersection of social psychology, individual differences, and intervention sciences. Self-affirmation interventions for refugees and volunteers who promote integration of refugees represent a starting point of this project. With regard to methodology, the project will use behavioral and experimental designs in lab and field settings. Experiences with one or more of the following techniques will count in favor of the applicant: experimental research, programming skills, statistical analyses (e.g. R, SPSS)

QUALIFICATIONS
This position requires a Master’s degree or equivalent in psychology or a closely related field. Experience or interest in actively learning psychodrama intervention techniques is core for this position.

DEADLINE: March 15, 2018

APPLICATION MATERIALS (English or German):
– Letter of application (including description of suitability and motivation for the position)
– CV (containing a complete overview of education)
– Copies of the diploma and transcript from your BA’s & MA’s degrees or equivalent
– Documentation of English or German language proficiency

Review of applications will begin March 15, 2018 and continue until the position is filled.
Please direct inquiries about the position or application process to konrad.schnabel@ipu-berlin.de

Unterschriftenaktion gegen das Gutachten Humanistische Psychotherapie

14. Februar 2018

Aus den 6 Jahre andauernden Beratungen des WBP ist nun ein ablehnendes Gutachten entstanden. Nach wissenschaftlichen Kriterien ist dieses Gutachten als tendenziös, mangelhaft, ja unwissenschaftlich und unakzeptabel zu bewerten.

Die AGHPT hat daher eine Unterschriftenaktion vorbereitet:

Gegen die Ablehnung der Humanistischen Psychotherapie durch den WBP!

Für eine angemessene Neubesetzung des WBP!

Es besteht eine hohe Notwendigkeit und berechtigte Chancen, dass das „problematische Gutachten“ zurückgenommen und überarbeitet wird und dass die Neubesetzung des WBP in diesem Jahr nach internationalen wissenschaftlichen Standards geschieht.

Bitte unterstützt diese für die zukünftige Therapielandschaft sehr wichtige Aktion und unterzeichnet die Unterschriftenliste!

Bitte streut diese Mail im Netz soweit Ihr könnt.

Hier geht es mit Info’s zur entsprechenden Seite:

http://aghpt.de/unterschriftenliste/#top

Weitere Stellungnahmen und Informationen hier:
https://www.dgta.de/der-verband/fachgruppen/psychotherapie/aghptintegration-der-ta-in-die-humanistischen-psychotherapie/

Stellungnahme der DGSF/SG zum Gutachten des WBP zur wissenschaftlichen Anerkennung der Humanistischen Psychotherapie vom 19.01.2018 (pdf-Download)

Mehr dazu auch unter:

http://systemagazin.com/wissenschaft-ist-macht/

Und noch differenzierter ist viel Material auf der AHPT Homepage nachzulesen

http://www.aghpt.de/

Begleitbrief der AGHPT zum Gutachten des Wissenschaftlichen Beirates Psychotherapie (WBP) zur Humanistischen Psychotherapie

30. Januar 2018

Nach einer genaueren Analyse der Gründe der Ablehnung, vor allem durch Jürgen Kriz, der ja selbst 5 Jahre Mitglied des WBP war und damals entscheidend dazu beigetragen hatte, dass die Systemische Therapie anerkannt wurde, hat sich unsere Einschätzung bestätigt, dass nicht wissenschaftliche sondern primär machtpolitische und lobbyistische Gründe ausschlaggebend sind. In der beiliegenden Stellungnahme haben wir unsere Einschätzung des Gutachtens dargelegt.

In unserer Sitzung wurde deutlich, dass wir weiterhin an dem Ziel festhalten, die Humanistische Psychotherapie zu verbreiten und vor allem den Patientinnen in größerem Ausmaß als bisher zugänglich zu machen. Natürlich ist das Gutachten frustrierend, aber wir sind nicht resigniert, sondern es ist nach wie vor für uns sinnhaft und erfüllend, für die Humanistische Psychotherapie zu kämpfen. Wir werden inhaltlich die Weiterentwicklung der Humanistischen Psychotherapie mit aller Kraft vorantreiben und wir werden berufspolitisch weiterarbeiten. Die Wissenschaftlichkeit der Humanistischen Psychotherapie steht international außer Zweifel. Wir werden die unfaire Zusammensetzung des WBP kritisieren, seine un-wissenschaftlichen Kriterien und sein interessengeleitetes Votum angreifen.

Über die Humanistische Psychotherapie und ihre Ablehnung durch den WBP wollen wir innerhalb der Profession der PsychotherapeutInnen eine Debatte entfachen.

Wir werden also Stellungnahmen in der Öffentlichkeit und Fachöffentlichkeit (Psychotherapeutenjournal, Fachzeitschriften, Zeitschriften der Berufs- und Fachverbände etc.) veröffentlichen.
Wir wollen international bekannte PsychotherapeutInnen und WissenschaftlerInnen wie Yalom, Greenberg u.a. gewinnen, zusammen mit dem Wissenschaftlichen Beirat der AGHPT ein internationales Expertengremium zu bilden, dass die Wissenschaftlichkeit der Humanistischen Psychotherapie bestätigt.
Wir werden eine Unterschriftenaktion starten, in der unsere KollegInnen gegen das Votum des WBP protestieren können.
Wir werden an politische Entscheidungsträger appellieren, den Missstände und dem Machtmissbrauch des WBP auf der gesetzlichen Ebene Einhalt zu gebieten.
Wir werden eine öffentliche Veranstaltung machen, in der wir mit Vertretern aus der Wissenschaft, des WBP, Vertretern der Berufs- und Fachverbände, der Politik über die Humanistische Psychotherapie und das Gutachten kontrovers diskutieren, um insbesondere bei KollegInnen Interesse und Sympathie für die HP zu gewinnen.
Wir werden uns bei der anstehenden Neubesetzung des WBP durch den Vorstand der Bundespsychotherapeutenkammer (BPtK) dafür einsetzen, dass VertreterInnen der Humanistischen Psychotherapie in den WBP kommen.
Wir werden den Vorstand der BPtK auffordern, eine positive Stellungnahme zur Humanistischen Psychotherapie abzugeben.
Wir werden weiter dafür kämpfen, dass die Humanistische Psychotherapie in die Musterweiterbildungsordnung der BPtK und die Weiterbildungsordnungen der Landespsychotherapeutenkammern aufgenommen wird.
Wir werden weiter dafür eintreten, dass die Humanistische Psychotherapie als eine der vier Grundorientierungen fest in dem geplanten Psychotherapiestudium verankert wird.

Wir haben aber auf unserer MV auch darüber gesprochen, dass wir uns verstärkt auch für diejenigen KollegInnen in unseren Mitgliedsverbänden einsetzen wollen, die nicht approbiert sind, sondern über den HP Psychotherapie verfügen, oder Coaches, BeraterInnen oder SozialtherapeutInnen u.a. sind. Mit dem Weiterbildungscurriculum und dem Abschlusstitel „Humanistische Psychotherapie“ haben wir einen Qualitätsstandard geschaffen, der sicherlich für viele niedergelassene Mitglieder attraktiv ist, die über den HP Psychotherapie verfügen. Für die anderen Berufsgruppen haben wir vor, ähnliche Curricula und Standards zu schaffen. Und wir wollen die inhaltliche Vernetzung und Weiterentwicklung auf Tagungen, Kongressen, in unseren Fachzeitschriften, auf Fachverbands- und Instituts-Ebene unterstützten.

Nach dem gemeinsamen Eindruck und Gefühl in unserer zweitägigen Sitzung sind wir in den fast acht Jahren unserer gemeinsamen Zusammenarbeit immer mehr zusammengewachsen und die Anliegen der Humanistischen Psychotherapie sind zur Herzenssache geworden. Auf der MV wurde ein neuer Vorstand gewählt, der aus Anatoli Pimenidou, Dorothea Bühnemann, Wolfgang Scheiblich, Ingo Zirks und Manfred Thielen besteht.

Uns ist bewusst, dass viele von euch nach wie vor mehr mit dem eigenen Ansatz als mit der HP identifiziert sind, doch wir wünschen uns, dass sich dies schrittweise in Richtung Humanistischer Psychotherapie erweitert.

Wir freuen uns auf euer Feedback.

Für den Vorstand:
Manfred Thielen (Vors.)
Anatoli Pimendou (2. Vors.), Dorothea Bühnemann, Wolfgang Scheiblich und Ingo Zirks

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Stellungnahme der AGHPT zum Gutachten des Wissenschaftlichen Beirat Psychotherapie zur Humanistischen Psychotherapie – Wurde nach wissenschaftlichen Kriterien entschieden?

30. Januar 2018

Zur Frage der empirischen Evidenz hält die „Arbeitsgemeinschaft Humanistische Psychotherapie“ (AGHPT) die Einschätzung des WBP schlicht für interessengeleitet. Im Verfahren zur Bewertung der wissenschaftlichen Anerkanntheit der „Gesprächspsychotherapie“ hatte der WBP 2002 immerhin 32 Wirksamkeitsstudien anerkannt. Der Antrag der AGHPT von 2012 enthielt davon immerhin (wegen unterschiedlicher Zuordnungen) 27 Studien. 26 der 27 dieser vom WBP als Wirksamkeitsbelege anerkannten Studien wurden nun vom aktuellen WBP abgelehnt.
Er hat den Antrag der Humanistischen Psychotherapie an einer einzigen, aus seiner Sicht fehlenden Studie für den Indikationsbereich der „Angststörungen und Zwangsstörungen“ „scheitern“ lassen, für die anderen Indikationsbereiche lagen insgesamt ausreichend Studien vor.

In der Stellungnahme der AGHPT  zum Vorbericht des WBP zu seiner Studienbewertung  vom 16.10.2017  hatte die AGHPT die Ablehnung von 9 RCT-Studien zum Angstbereich beanstandet, was aber vom WBP einfach ignoriert wurde. Ein Beispiel für die Unredlichkeit der Prüfung ist eine Studie von „Ascher, 1986“ (ebd., S. 7), die mit der Begründung abgelehnt wurde, sie hätte keine Humanistische Psychotherapie sondern Verhaltenstherapie untersucht. Die AGHPT legte in ihrer Stellungnahme ein Schreiben von Ascher vor, dass er als Ehrenmitglied der Wiener Existenzanalytiker die Vorgehensweise in dieser Studie persönlich mit Viktor Frankl, dem Begründer der Existenzanalyse, abgesprochen habe und der Kern der Interventionen sich an dessen Konzept „paradoxer Intention“ orientiere. Gleichwohl hielt der WBP an seiner Sicht fest, in der Studie handle es sich um Verhaltenstherapie und ignorierte damit die Aussage des Autors. Ein kleines Beispiel dafür, wie in diesem WBP – Verfahren „alternative Fakten“ zu Ungunsten der Humanistischen Psychotherapie erzeugt wurden.

Wenn neben den immerhin 29 vom WBP anerkannten Studien, diese Studie von Ascher auch anerkannt worden wäre, hätte die Humanistische Psychotherapie entsprechend den im Methodenpapier des WBP festgeschriebenen Kriterien insgesamt ausreichend empirische Evidenz nachgewiesen. Darüber hinaus gab es viele der über 300 vorgelegten Studien, die der WBP willkürlich entweder nicht der Humanistischen Psychotherapie zugeordnet oder als mit „nicht ausreichender Effektivität“ bewertet hat. Bei einer fairen Überprüfung hätte der empirische Nachweis der Humanistischen Psychotherapie anerkannt werden müssen.

Der WBP hat auf der Verfahrensebene zumindest festgestellt:
”Der Wissenschaftliche Beirat Psychotherapie kommt daher zu dem Schluss, dass es sich bei der Humanistischen Psychotherapie um eine übergeordnete psychotherapeutische Grundorientierung handelt, die im internationalen Schrifttum repräsentiert ist.” (Gutachten des WBP zur HP, S. 23)
Die psychotherapeutischen Grundorientierungen – gegenwärtig vier: Verhaltenstherapie, Psychodynamische Therapie, Systemische Therapie und Humanistische Psychotherapie – spielen in der gegenwärtigen Ausbildungsreformdiskussion eine große Rolle, da der Deutsche Psychotherapeutentag mehrfach beschlossen hat, dass sie in einem neu zu schaffenden Psychotherapie-Studium gleichberechtigt vermittelt werden müssen.

Doch als Psychotherapieverfahren hat der WBP die Humanistische Psychotherapie nicht anerkannt:
„Jedoch weder die theoretischen Modelle zur Entstehung von psychischen Erkrankungen noch die Ausführungen über die Theorie der Veränderung und die daraus abgeleiteten Behandlungstechniken können im Sinne des Methodenpapiers als konsistent betrachtet werden.” (ebda., S. 23) Die Bewertung als ”nicht konsistent” wird behauptet aber nicht näher nachgewiesen, obwohl die AGHPT zu diesen Punkten sowohl schriftlich, durch entsprechende Literatur als auch persönlich bei einer Anhörung beim WBP am 21.09.2015 dazu ausführlich Stellung genommen hatte.

Bezüglich der Konsistenz der Verhaltenstherapie ist zu fragen, was z.B. die Schematherapie, eine Kombination aus Elementen der Objektbeziehungstheorie, der Gestalttherapie, der Transaktionsanalyse, der Hypnotherapie u.a. mit der klassischen Verhaltenstherapie zu tun hat, obwohl sie als eine ihrer Methoden gilt.

Konkret ging der WBP bei seiner Ablehnung so vor, dass er antragswidrig die Humanistische Psychotherapie in einzelne Ansätze zerlegte. Dies war die Grundlage dafür, um die Fülle an Wirksamkeitsstudien ebenfalls aufzuteilen und jedem Ansatz getrennt zuzuordnen. Wenn der WBP nach den gleichen Kriterien das Cluster verhaltenstherapeutischer Ansätze überprüft hätte, wären einzelne Methoden jeweils für bestimmte Störungen zwar evidenzbasiert, doch im Lichte der WBP- Zerlegung könnte kaum ein Ansatz die gleichzeitig geforderte Indikationsbreite nachweisen.

Wie viele der 21 Ansätze des psychodynamischen Clusters könnten einzeln jeweils das erforderliche Spektrum von Indikationen abdecken und entsprechende Studien vorlegen, wenn die Psychodynamische Psychotherapie auf gleiche Weise wie die Humanistische Psychotherapie vom WBP zerlegt und geprüft worden wäre? Von daher stellt das Vorgehen des WBP nicht nur einen Angriff auf die Humanistische Psychotherapie sondern in seiner Konsequenz auf die gesamte Psychotherapie dar.

Das Gutachten des WBP gegen die Humanistische Psychotherapie bestätigt nachdrücklich die Kritik  an der Rolle des WBP, seiner Zusammensetzung und seinen Kriterien, die seit vielen Jahren von den VertreterInnen der Nicht-Richtlinientherapie und vielen Berufs- und Fachverbänden geführt wird. Wenn man sich vor Augen hält, dass von den zwölf Mitgliedern im WBP niemand in Humanistischer Psychotherapie ausgewiesen ist, sondern fast alle die Richtlinienpsychotherapie vertreten, kommt diese Entscheidung leider nicht wirklich überraschend. Es stellt sich die Frage, ob wissenschaftliche oder berufs- und machtpolitische Gründe den Ausschlag gegeben haben. Es geht schließlich um den großen Markt der Approbationsausbildungen, der von verhaltenstherapeutischen und psychodynamischen Instituten beherrscht wird.

Nach § 11 des PsychThG hat der WBP aber lediglich eine beratende Funktion: Der jeweiligen Landesbehörde, der BPtK und den Landespsychotherapeutenkammern steht es also frei, wie sie mit dem Gutachten des WBP umgehen wollen.

Doch das Votum des WBP ist nicht nur enttäuschend und ärgerlich für die mehreren Tausend Humanistischen PsychotherapeutInnen in Deutschland, sondern vor allem auch für die PatientInnen. Ein seit Jahrzehnten auch in Deutschland erfolgreich an zehntausenden PatientInnen bewährter Ansatz droht, nach der Verdrängung aus den Universitäten nun auch im Psychotherapiebereich weiter geschwächt zu werden. Doch die AGHPT wird die Anwendung der Humanistischen Psychotherapie natürlich weiter verfolgen, vorantreiben und verbreitern.

Dr. Dipl.-Psych. Manfred Thielen (Vorsitzender der AGHPT) für den Vorstand der AGHPT

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AGHPT: Bewertung des Wissenschaftlichen Beirats Psychotherapie (WBP) tendenziös und voller Mängel

30. Januar 2018

Diese Bewertungen sind in hohem Maße sachwidrig. Die „Arbeitsgemeinschaft Humanistische Psychotherapie“ (AGHPT) hatte in ihrem Antrag über 300 Wirkstudien vorgelegt, die ganz überwiegend in internationalen wissenschaftlichen Zeitschriften mit wissenschaftlichen Gutachtern publiziert worden waren. Von diesen hat der WBP letztlich nur 29 als Wirksamkeitsnachweise nach seinen aktuellen Kriterien anerkannt. Abgelehnt wurden u.a. selbst Studien, welche der Habilitation an einer deutschen medizinischen Fakultät zugrunde lagen, oder eine solche, die von der Deutschen Forschungsgemeinschaft finanziert, in der renommierten Zeitschrift Psychotherapy and Psychosomatics veröffentlicht und von den Juroren der Society of Psychotherapy Research mit dem internationalen Forschungspreis der SPR ausgezeichnet worden war.

Bereits zur „vorläufigen Studienbewertung“ des WBP (11.9.2017)i hatte die AGHPT bei 24 Studien die Bewertung des WBP beanstandet (16.10.2017)ii Die von der AGHPT aufgezeigten Fehler und Mängel in den WBP-Bewertungen führten aber lediglich bei einer einzigen Studie zur Berücksichtigung als Wirksamkeitsbeleg – alle anderen Beanstandungen wurden faktisch ignoriert.

Die umfangreiche Mängelliste an den WBP-Bewertungen kann hier aus Platzgründen nicht referiert werden (siehe Fußnote 2). Dennoch exemplarisch zwei Beispiele:

So hat der WBP eine Studie von Ascher mit der Begründung abgelehnt, dies sei keine Hu-manistische Therapie, sondern Verhaltenstherapie. Die AGHPT nahm daraufhin Kontakt mit dem Autor in den USA auf und legte dem WBP eine schriftliche Bestätigung von Ascher vor, dass er als Ehrenmitglied der Wiener Gesellschaft für Existenzanalyse die Vorgehensweise in dieser Studie persönlich mit Viktor Frankl abgesprochen habe und dass als Interventionen in dieser Studie Frankls Technik der „paradoxen Intention“ angewendet worden sei. Gleichwohl hielt der WBP an seiner Sicht fest, in der Studie handle es sich um Verhaltenstherapie. Der WBP ignorierte damit nicht nur das Urteil der Fachvertreter, sondern meinte, besser als der Autor selbst beurteilen zu können, was dieser in seiner Studie untersucht hat.

Dieses Beispiel, wie im WBP-Verfahren „alternative Fakten“ zu Ungunsten der HPT erzeugt wurden, verstößt gegen alle Regeln der Wissenschaft.

Als zweites Beispiel für den tendenziösen Umgang des WBP mit Fakten sei hier der unerklärliche und unkommentierte „Gesinnungswandel“ im WBP selbst angeführt: Im Verfahren zur Bewertung der wissenschaftlichen Anerkanntheit der „Gesprächspsychotherapie“ hatte der WBP 2002 immerhin 32 Wirksamkeitsstudien anerkannt. Der Antrag der AGHPT von 2012 enthielt davon immerhin (wegen unterschiedlicher Zuordnungen) 27 Studien.

26 der 27 dieser vom WBP als Wirksamkeitsbelege anerkannten Studien wurden nun vom aktuellen WBP abgelehnt.

Die AGHPT hat diesen mit wissenschaftlichen Gründen nicht legitimierbaren Gesinnungswandel des WBP mit differenzierten Argumenten beanstandet (siehe Fußnote 2). Auch hierauf ist der WBP in seinem Gutachten mit keinem Wort eingegangen. Ein so extremer, einseitig zum Nachteil des Bewerteten vorgenommener Gesinnungswandel hat aber mit seriöser Begutachtung – geschweige denn mit wissenschaftlichem Vorgehen – nichts gemeinsam. Es ist eher ein „Hase-und-Igel-Spiel“: Egal wie viele weitere Wirkstudien noch vorgelegt werden, man kann immer wieder neue „Kriterien“ ersinnen, mit denen sich selbst bereits wissenschaftlich anerkannte Studien nun ablehnen lassen.

Trotz dieser Dezimierung auf 29 „anerkannte“ Studien hätte es für die „Anerkennung“ nach den WBP-Kriterien ausgereicht, wenn lediglich eine einzige (!) weitere Studie im Bereich „Angst“ nicht abgelehnt worden wäre – Beispielsweise aus den 9 (!) von der AGHPT als fälschlich abgelehnten Angst-Studien die o.a. Ascher-Studie.

Diese somit hauchdünn erreichte Ablehnung wurde allerdings noch mit einer weiteren merk-würdigen Operation des WBP untermauert: Antragswidrig zerlegte er die Humanistische Psychotherapie in einzelne Ansätze. Dies nahm er als Grundlage dafür, dann die Fülle an Wirk-samkeitsstudien ebenfalls zu zerlegen und jedem Ansatz getrennt zuzuordnen. So konnte der WBP selbst für die Gesprächspsychotherapie, die bereits seit 2002 vom WBP als „wissenschaftliche anerkannt“ gilt, behaupten, dass diese nicht die aktuellen WBP-Kriterien erfülle (wieder hätte hier eine einzige weitere nicht aberkannte Angststudie dieses „Ergebnis“ umgedreht).

Auch hier setzt sich der WBP über konstatierte Regeln der wissenschaftlichen Begutachtung von Verfahren hinweg. Denn noch am 15.1.2006 hatten die beiden Vorsitzenden des WBP für die erste Amtsperiode (1999-2003) – Prof. Hoffmann und Prof. Margraf – in einem öffentlichen Schreiben klargestellt, es handele sich um ein „Missverständnis“, wenn man meine, dass die Begutachtungsmethodik „Psychotherapieverfahren in Teilbereiche auflösen“ wolle, um „diese jeweils als wissenschaftlich zu bestätigen oder zu verwerfen.“

Wesentlich für die Einschätzung des aktuellen WBP-Gutachtens ist auch, dass eine Überprüfung der Richtlinienverfahren nach dieser WBP-Vorgehensweise zu dem Ergebnis käme, dass diese ebenfalls „nicht wissenschaftlich“ sind, und nicht „für die vertiefte Ausbildung zum Psychologischen Psychotherapeuten empfohlen“ werden können“. Kaum einer der 21 Ansätze des psychodynamischen Clusters könnte einzeln jeweils das erforderliche Spektrum an Indikationen und entsprechenden Studien vorlegen, wenn Psychodynamische Psychotherapie auf gleiche Weise wie die Humanistische Psychotherapie vom WBP zerlegt und geprüft werden würde. Und selbst in dem Cluster verhaltenstherapeutischer Ansätze sind die einzelnen Methoden zwar jeweils für bestimmte Störungen evidenzbasiert – im Lichte der WBP-Zerlegung könnte aber kaum ein einzelner Ansatz die gleichzeitig geforderte Indikationsbreite nachweisen.

Daran wird die Unsinnigkeit der tendenziösen Vorgehensweise des WBP deutlich. Nicht nur die Humanistische Psychotherapie sondern letztlich alle aktuellen Psychotherapieverfahren müssten nach diesem Procedere als nicht „wissenschaftlich anerkannt“ eingestuft werden.

Weiterführende Links:

Stellungnahme der AGHPT zum Gutachten des Wissenschaftlichen Beirat Psychotherapie zur Humanistischen Psychotherapie

Begleitbrief an die Mitglieder

vorläufige Version der Studienbewertung (Stand 11.09.2017)

Stellungnahme der AGHPT zur „vorläufigen Studienbewertung“ des WBP (18.9.2017)

 

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