Logo des DFP

FEPTO-Jahreskonferenz 2012: Zur Balance zwischen Verleugnung und Wahrheit

DFP-Vorstandsmitglied und Gründerin des Institutes SZENEN in Bonn Agnes Dudler nahm an der FEPTO-Jahreskonferenz in Jessheim bei Oslo teil. Hier ist ihr Bericht:

The Creative Saving Lie – The Balance Between Denial and Truth

FEPTO-Jahreskonferenz (Annual Meeting), 10. – 14. Juni 2012

Die Tagung, d.h. das Annual Meeting, wurde von fast 110 Kolleginnen und Kollegen aus allen Mitgliedsländern besucht und war ein schöner Erfolg. Der Vorstand und die norwegischen KollegInnen, v.a. Melinda Ashley Meyer, Eduardo Verdú und Arne Husjold haben lange überlegt, ob ein so teures Land wie Norwegen nicht zu zu hohen Teilnahmegebühren führt. Die Sorge erwies sich als unbegründet, wie die Teilnahmezahlen zeigen, obwohl die Gebühren trotz aller Sparkünste und einem für norwegische Verhältnisse preiswerten Tagungshaus zum ersten Mal deutlich über € 400 lagen.
Die für alle offene Vorkonferenz vom 8.-10. Juni, “Empowerment and Resilience”, In me-moriam of the victims of the 22nd of July 2011 terror attacks in Oslo and Utøya stand ganz unter dem Zeichen des Schocks und der Trauer und des Austauschs über Präventions- und Verarbeitungskonzepte von Traumata.

Für das Jahrestreffen fanden die norwegischen KollegInnen eine kreative Lösung für die Bedürfnisse, neben der wertgeschätzten Struktur des Wechsels von Klein- und Großgruppe mehr am Thema zu bleiben und eine qualifizierte Auswertung in der täglichen Großgruppe zu haben. Arne Husjold, der auch Theatermann ist, begann die Konferenz mit einer psychodramatischen Inszenierung der wichtigsten Momente und Charaktere aus Ibsens „Wildente“. Anschließend ordneten sich alle soziometrisch den einzelnen Charakteren zu und bildeten so „Kleingruppen“ für die folgenden anderthalb Tage.

In den Untergruppen wurde zunächst die Bedeutung der Charaktere und ihrer Konflikte herausgearbeitet und anhand von persönlichen oder Beispielen aus Trainingsgruppen auf die Bühne gebracht. Am letzten Tag stellte jede Gruppe den Bezug zu FEPTO im Moment her und brachte anschließend in der Großgruppe eine Szene dazu auf die Bühne. Es wurde sehr anschaulich, welche Schwächen die schnell dem familiären Gründungsmythos entwachsene Organisation hat und was an Konfliktbewältigungstrategien fehlt. Dies bezieht sich v.a. auf die Überprüfung und Aufnahmeprozedur neuer Institute und auf den Umgang mit den Trainingsstandards und die Überprüfung „alter“ Institute.
Es war eine gute Anwärmung für den thinktank, den Norbert Apter (Schweiz) ins Leben gerufen hat und für die Weiterarbeit des trainings committee, dem ich zur Zeit noch vorsitze. Aus den Diskussionen mit verschiedenen KollegInnen und der Arbeit des training committee vor Ort ergab sich die Idee, eine Untergruppe des research committee zu werden, das sich bereits seit drei Jahren einmal im Jahr für ein Wochenende zusätzlich trifft. Ohne kontinuierliche Arbeit lassen sich für die anstehenden Fragen keine Lösungen finden. So wird ein erstes Treffen vom 13.-15. September 2012 in Porto nach der Internationalen Konferenz zur Psychotherapieforschung dort und ein zweites vom 21.-24. Februar 2013 in Padua, zu dem ich auch hinfahren werde.

Die parallele Arbeit aller am selben Grundthema war ein wichtiger Schritt in der Organisa-tionsentwicklung von FEPTO, der die Kohäsion recht gut beförderte. Dies war nicht nur beim traditionellen Ausflug zu spüren (Fahrt nach Oslo, Empfang beim Bürgermeister und Besichtigung des Rathauses, danach verschiedene Ausstellungsbesuche und von 17 – 23.00 Uhr Fahrt auf einem Schiff durch die Fjorde um Oslo herum), es machte sich auch bei der sonst oft unbefriedigenden General Assembly bemerkbar, die etwas konstruktiver als üblich verlief. Für die FEPTO war dies das 20. Annual Meeting, das auch gefeiert wurde.
Das nächste FEPTO-Jahrestreffen wird 2013 in Santander, Spanien stattfinden vom 14. – 18. April 2013, die offene Konferenz vom 12.-14. April 2013.

Gastland für 2014 ist Griechenland, für 2015 Deutschland.  Die Federführung dabei werden das SZENEN-Institut Köln sowie der DFP-Vorstand haben, außerdem ist die Mitwirkung weiterer Weiterbildungsinstitute angestrebt, die DFP- und FEPTO-Mitglied sind.

Netzwerke bzw. Arbeitsgruppen bei FEPTO gibt es zu:

– Konflikt- und Friedensarbeit, seit 2004
– Psychodramatraining, Matrixgroup, seit 2005
– Research seit 2008 sehr aktiv
– Psychodramaarbeit mit Kindergruppen, seit 2009 im Aufbau. Stefan Flegelskamp ist Mitinitiator. Im September 2012 (23.-25.) findet das erste Symposion statt in Österreich, für September 2014 ist ein zweites in Köln geplant.
– TIP = Transcultural Intervision in Psychodrama, eine europäische Intervisionsgrup-pe mit KollegInnen aus Deutschland, England, Griechenland, Israel, Italien, Öster-reich, Portugal, Spanien, Türkei, Ungarn, Rumänien und Schweden hat sich 2011 in Neve Shalom gegründet und trifft sich seitdem 2 x jährlich.
– „Psychodrama in der Organisatonsentwicklung“ wurde auf Initiative einer Schweizer Kollegin in Oslo neu gegründet.

    Scroll Up