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Bericht von der Mitgliederversammlung der AGHPT am 3.6.2017

2012 wurde von der Arbeitsgemeinschaft Psychotherapie (AGHPT) ein Antrag an den Wissenschaftlichen Beirat Psychotherapie (WBP) gestellt, weil sechs Humanistische Methoden als ein Gemeinsames wissenschaftliches Verfahren anerkannt werden wollen, darunter auch das Psychodrama. Im Sommer 2014 kurz vor der Sommerpause kamen detaillierte Fragen vom WBP, die dank Internet trotz der Urlaubszeit mit Evaluatonsstudien für die verschiedenen Verfahren fundiert und zügig beantwortet werden konnten. Aus allen möglichen Urlaubsorten der Welt arbeiteten wissenschaftlich tätige Humanistische Psychotherapeuten dem emeritierten Professor für Statistik und Wissenschaftstheorie Jürgen Kriz zu.

Prof. Kriz hatte auch 2012 den Antrag an den WBP geschrieben. Damals interviewten wir die beiden Psychodramatiker, die Kriz zugearbeitet hatten (Dr. Michael Wieser und Dr. Karsten Krauskopf) und die Interviews waren auf der DFP-Homepage zu lesen. Danach gab es lange Zeit keine Reaktion des WBP.

Es folgten: ein öffentlicher Beschwerdebrief der AGHPT, ein Hearing im Herbst 2015 und wieder leere Versprechen, dass Ende 2015 eine Stellungnahme von dem WBP folgen werde. Diese zeitlichen Verzögerungen sind schlicht nicht zu rechtfertigen.

Aktuelles

Und jetzt, 2017, zufälligerweise mit Beginn der Ferien soll am 12. Juni 2017 eine Sitzung des WBP stattfinden und der WBP „hofft“ laut Brief vom 15.03.2017 „die Bewertung der Studien abschließen zu können“ ,mindestens mit einem vorläufigen Bescheid. Die Humanisten dann haben ganze vier Wochen Zeit zu diesen Bewertungen Stellung zu beziehen. Zur Frage stehen dabei alle wissenschaftlichen Studien und die Frage nach der theoretischen Einheitlichkeit der humanistischen Verfahren. Zur Bewertung werden dabei neu entwickelte Standards herangezogen, nach denen die bereits anerkannten Verfahren niemals beurteilt wurden. Ebenfalls ist die Einheitlichkeit der verhaltenstherapeutischen Verfahren und auch die der unterschiedlichen tiefenpsychologischen Orientierungen niemals bewertet worden. Die Redlichkeit und Fairness der Begutachtung ist somit durch Interessen der Gutachter, die samt und sonders Vertreter der Richtlinien- Verfahren sind, in Gefahr. In der letzten Mitgliederversammlung der AGHPT wurde daher beschlossen den ersten Bescheid und die Begründungen zu prüfen, wenn erforderlich Gegengutachten und Argumentationen zu erstellen, auch wenn uns dafür nur eine enge Frist von 4 Wochen eingeräumt wird. Vorarbeiten dazu sind schon im Gange. Letztendlich „plant „ der WBP eine endgültige Entscheidung im Herbst diese Jahres. Gegen diese Entscheidung kann dann bei Bedarf auch juristisch vorgegangen werden.

Ausblick

Also ist die Energie der Humanistischen Psychotherapeuten schon wieder gebunden. Dabei gab es viele weitere Themen die in der Sitzung der AGHPT von 03.06.2017 besprochen werden mussten:

  • Der Kongress der AGHPT vom 7.-10. September 2017 in Berlin
    Fühlen und Erleben – Emotionsfokussierung und Erlebensorientierung in der Humanistischen Psychotherapie
    Große Namen wie Irvin Yalom, Bärbel Wardetzki, Leslie Greenberg und Jürgen Kriz sind im Kongressprogramm zu finden unter www.aghpt.de.
    Psychodramatiker werden wieder an den beliebten Podiumsdiskussionen teilnehmen: 6 Verfahrensvertreter bewerten einen Fall und machen Behandlungsvorschläge.
    3 Workshops werden von Psychodramatikern geleitet. Hier wollen wir besonders Psychodramatiker in Ausbildung oder auch junge Studierende einladen.
  • Ein Buchprojekt über humanistische Psychotherapie, bei dem Dr. Jutta Fürst für die Psychodramatiker mitschreibt, ist in Vorbereitung
  • Wie können wir vor den Bundestagswahlen unser Anliegen unter Politikern bekannt machen u.v.m.

Dieser Bericht entstand vor dem 12.Juni 2017. Am 15.06.17 erhielt der Vorsitzende der AGHPT Manfred Thielen einen Brief vom WBP zur Information, in dem stand: “Das geplante Stellungnahmeverfahren, bei dem die Liste mit allen Studien öffentlich zugänglich gemacht wird, die der WBP für das Gutachten heranziehen wird, ist daher Mitte September zu erwarten… Den Abschluss … plant der WBP für Ende dieses Jahres.“ Wir können nur weiterwarten und hoffen, denn die eingereichten Studien müssten ausreichend sein, und sind von Wissenschaftler entstanden… wenn alles mit rechten, wissenschaftlichen und fairen Dingen zugehen würde.

Die Delegierten: Anatoli Pimenidou, Ernst Diebels

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