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Bericht von der AGHPT-Mitgliederversammlung

Am 6. Dez. 2015 fand die zweite Mitgliedersitzung der AGHPT im vergangenen Jahr statt. Die Delegierten des DFP für die AGHPT Dr. Ulrike Fangauf und Anatoli Pimenidou waren dabei und berichten:

Es wurde über das Hearing vor dem Wissenschaftlichen Beirat Psychotherapie (WBP) im September 2015 berichtet. Die Vertreter der AGHPT haben anhand von zwei Behandlungsfällen Humanistische Psychotherapie beschrieben und konnten indikationsspezifisch die Methodeneinsätze begründen. Das heißt, auch, psychodramatische Psychotherapie wurde dargestellt. Zum ersten Mal entstanden nach diesem Hearing keine erneuten Nachfragen vom WBP, wie es bisher üblich war. Leider hält sich der WBP aber nicht an die vage Aussage, dass es Ende 2015 „erste Ergebnisse der Studienbewertung“ geben wird. Also heißt es wieder warten, und es wird frühestens Sommer 2016 mit Entwicklungen bezüglich des Antrages auf wissenschaftliche Anerkennung der Humanistischen Psychotherapie gerechnet.

Eine weitere Möglichkeit für die Entwicklung des Psychodramas und der anderen Humanistischen Methoden entsteht durch die Ausbildungsreform. In dieser Legislaturperiode soll das Psychotherapeutengesetz novelliert werden, und hier platzieren die Vertreter der AGHPT die Humanistische Psychotherapie als eine der vier wissenschaftlichen Methoden, so dass zumindest in dem geplanten Psychotherapie-Studium die Humanistische Psychotherapie neben den anderen drei Verfahren gelehrt werden muss (unabhängig von dem Ergebnis des Antrages beim WBP; die vier Verfahren sind: Psychodynamische Psychotherapie, Verhaltenstherapie, Systemische Psychotherapie, Humanistische Psychotherapie). Hier gibt es enorme Machtkämpfe, da bisher in dem Psychologiestudium die Verhaltenstherapeutischen Professoren überwiegen. Das Heranwachsen einer Generation von Humanistischen Wissenschaftlern muss erst gefördert werden. Und darin liegt gleichzeitig eine enorme Chance für das Psychodrama, als eine Methode der Humanistischen Psychotherapie wieder beforscht, gelehrt, entwickelt zu werden. (Zur Info: Das Psychotherapie- Studium soll mit der Approbation beendet werden können und danach sollen Weiterbildungen zur Fachkunde führen.)

Zu störungsspezifischer Humanistischer Psychotherapie will der Verlag Kohlhammer ein Standardwert herausgeben. Es wird Arbeitsgruppen geben zu 16 Störungsbildern. Dr. Michael Schacht (federführend) und Dr. Ulrike Fangauf (Mitarbeit) koordinieren die Autorensuche und Begleitung für das Psychodrama.

Ein Curriculum für die Weiterbildung zum „Humanistischen Psychotherapeuten“ wurde in der AGHPT-Sitzung ebenfalls heiß diskutiert. Hier geht es um einen Psychotherapeuten-Titel nach dem Heilpraktiker-Gesetz. In dieser Weiterbildung werden auch lehrende PsychodramatikerInnen gefragt sein, die dadurch die Chance haben, die gemeinsame Identität des Humanistischen Psychotherapeuten zu gestalten. Interessant für die Psychodramatiker mit abgeschlossener Ausbildung zum Psychodrama-Therapeuten wird sein, dass sie durch eine Nachqualifikation von vier Wochenenden auch den Titel des Humanistischen Psychotherapeuten erwerben können.

Es gab auch Vorstandwahlen: Neuer Vorsitzender ist Dr. Manfred Thielen und stellvertretender Vorsitzender Werner Eberwein. Und zum Schluss notiert Euch bitte das Datum des nächsten AGHPT-Kongresses: Vom 10.-12. Februar 2017 werden sich die Humanistischen Psychotherapeuten zum 3. Kongress in Berlin treffen mit dem Thema „Fühlen und Erleben“.

www.aghtp.de

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